6 Stunden von Spa 2019: Toyota #8 gewinnt Wetterkrimi

6 Stunden von Spa 2019: Toyota #8 gewinnt Wetterkrimi

Regen, Hagel und Schnee: Die 6 Stunden von Spa 2019 entpuppten sich als reinster Wetterkrimi. Gewonnen hat dennoch der #8 mit Fernando Alonso, Sébastien Buemi und Kazuki Nakajima. Der erste Titel ist damit fix.

Sechs Stunden standen in Belgien eigentlich auf dem Programm. Eigentlich. Denn das Wetter in den Ardennen machte den Organisatoren wie schon so oft einen dicken Strich durch die Rechnung. Der Start erfolgte noch auf trockener Bahn sowie eitel Sonnenschein. Doch schon nach einer Runde setzte Regen ein, der später in Hagel und sogar Schnee überging. So war das Feld nach der ersten Stunde komplett durcheinander. Zwischendurch führte gar ein LMP2.

Kein Wunder, denn Toyota patzte gleich mehrmals. Das erste Mal beim Wechsel auf Full Wets. Für den #8 lagen schlicht keine Reifen parat. Peinlich? Aber so was von. Glück im Unglück: Wegen Schneefall schickte die Rennleitung das Safety Car raus. Nötig war das durchaus, denn die Temperaturen um den Gefrierpunkt waren selbst den Regenreifen zu kalt. Die Renner hatten keinen Grip.

Regen, Schnee, Regen: 6 Stunden von Spa 2019

Der Schnee ging allerdings rasch wieder in Regen über, selbst die Sonne ließ sich bei den 6 Stunden von Spa 2019 plötzlich wieder blicken. Typisch Ardennen halt. Die Rennleitung gab jedenfalls wieder grün. Das nächste Safety Car ging dann auf die Fahrer selbst zurück: Nach gut einer Stunde rammelte der Jackie-Chan-Oreca #37 den ByKolles-Enso-CML #4 in La Source von der Strecke, der daraufhin in den Reifenstapeln landete. Toyota machte prompt den nächsten Fehler und ließ die #8 auf Regenreifen. Alonso meinte später, dass die Strecke deutlich schneller abtrocknete, als man angenommen hatte.

Dennoch: Die Fehlentscheidung tat weh. Buemi musste erneut an die Box und lag somit nun 50 Sekunden hinter dem Toyota #7. Doch erneut hatten die WM-Führenden Glück im Unglück. Gegen Rennhälfte muckte ein Sensor, die #7 musste an die Box. Die Reparatur gelang, dauerte jedoch vier Runden. Immerhin machte es der Renngott dem Toyota #8 nicht allzu leicht: Alonso legte in Pouhon einen Dreher hin. Und wieder hatten die Spitzenreiter Glück im Unglück: Alonso schlug ein. Sein Missgeschick bei den 6 Stunden von Spa 2019 ärgerte den Asturier dennoch.

In den letzten zwei Stunden öffnete der belgische Himmel erneut seine Schleusen – und zwar richtig. Wieder fing es an zu schneien, wieder ging bzw. musste das Safety Car auf die Strecke. Der Toyota #8 war allerdings kaum noch gefährdet, hatte der Nippon-Renner doch eine Runde Vorsprung auf den Rest. Um den zweiten Platz ging es jedoch rund. Die Gegner: der Rebellion #3 mit Laurent / Berthon / Menezes sowie der SMP-Dallara #11 mit Petrow / Aljoschin / Vandoorne. Die Entscheidung fiel in einem kurzen Schlussspurt, bevor die Rennleitung die 6 Stunden von Spa 2019 elf Minuten vor dem eigentlich Schluss komplett abbrach.

6 Stunden von Spa 2019: Toyota ist Weltmeister

So gewann der Toyota #8 mit Fernando Alonso, Sébastien Buemi und Kazuki Nakajima vor dem Rebellion #3 sowie dem SMP-Dallara #11. Dahinter: Der zweite SMP-Dallara #17 mit Sarrazin / Orudschew / Sirotkin, der Rebellion #1 mit Lotterer / Jani / Senna sowie der Toyota #7.

Für die WM-Spitzenreiter Alonso, Buemi und Nakajima war es übrigens der vierte Saisonsieg, womit das Trio sein Konto auf 160 Zähler ausbaut. Die Kollegen im Toyota #7 (Mike Conway, Jose-Maria Lopez sowie Kamui Kobayashi) liegen mit 129 Punkten auf Platz zwei. Den WM-Titel der Teams hat Toyota in der aktuellen Supersaison 201872019 übrigens sicher. Ebenso wie auch Porsche.

in der LMP2 führte lange Zeit der Alpine #36 (Lapierre / Negrao / Thiriet), der perfekt mit seinem Michelin-Gummis harmonierte. Zwischendurch führte der blaue Renner sogar die Gesamtwertung an. Doch mit den Kapriolen und dem Safety Car in den letzten 100 Minuten war der Vorsprung plötzlich dahin. Dafür wusste ein gewisser Pastor Maldonado im Dragon Speed-Oreca #31 (Gonzalez / Maldonado / Davidson) mit Topzeiten zu glänzen. Tatsächlich fuhr der frühere F1-Pilot einen so guten Stint, dass der Dragon die Führung übernahm, während der Alpine gar auf Platz drei zurückfiel. Dazwischen auf Platz: der gaststartende G-Drive-Aurus #26 mit Russinow / van Uitert / Vergne.

In der GTE Pro ging es ebenfalls permanent durcheinander. Schlussendlich gewann die Klasse der knallgelbe Aston Martin #97 mit Alex Lynn und Maxime Martin am Steuer. Platz zwei sowie drei bei den sechs Stunden von Spa 2019 holten der AF-Corse-Ferrari #51 (Pier Guidi und Calado) und Porsche. Die Schwaben sicherten sich wie erwähnt die Herstellerwertung. in der GTE Am musste hingen Project 1 einen Rückschlag hinnehmen: Beim letzten Restart balgte sich Egidio Perfetti mit einem Ferrari – und fiel auf Platz fünf zurück. Der Sieg ging daher an den Dempsey-Proton-Porsche #77 (Campbell / Ried / Pera).

Das letzte Rennen der „Supersaison“ steigt mit den 24 Stunden von Le Mans am 15. und 16. Juni 2019.

Bild: Toyota – Video: YouTube / FIAWEC

Teile diesen Artikel mit deinen Buddys!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.