Sanya E-Prix 2019: Jean-Eric Vergne gewinnt in China

Sanya E-Prix 2019: Jean-Eric Vergne gewinnt in China

Sieg für den Champion: Jean-Eric Vergne gewann den Sanya E-Prix 2019 und damit in der aktuellen Saison sein erstes Rennen. Auf Platz zwei und drei in China: Polesetter Oliver Rowland sowie Felix da Costa.

Sechstes Rennen, erster Sieg: Souverän raste der amtierende Meister JEV beim Sanya E-Prix 2019 als Erster über die Ziellinie. Der Schlüssel zum Erfolg: ein beherztes Überholmanöver gegen den bis dahin führenden Oliver Rowland im Nissan e.dams, der von Pole Position gestartet war. Apropos: Die erste Aufregung gab es bereits vor dem Start: Sébastien Buemi sowie auch Gary Paffett mussten aus der Boxengasse ins Rennen gehen. Beim Start selbst gab es weniger Ärger. Rowland blieb in Führung, Vergne musste hingegen Sims und Abt abwehren.

E-Prix Sanya/China: Sam Bird mit frühem Ausfall

Kurz darauf gab es schon die erste Full Course Yellow: Felipe Nasr parkte mitten auf Start-Ziel, konnte seinen Dragon aber neustarten. Wenig später das nächste Drama: Stoffel Vandoorne krachte Sam Bird ins Heck. Der Brite schied wie Vandoorne aus, womit Bird wichtige Punkte und obendrein die Führung in der Meisterschaft verlieren sollte. Vorn machten derweil die BMWs Druck. Da Costa jagte Vergne, Sims wiederum Abt. Die ersten Fünf – Rowland, Vergne, da Costa, Abt sowie Sims – setzten sich auch immer mehr vom Feld ab. Nasr rollte derweil an die Box und stellte seinen E-Renner endgültig ab.

Während sich die Top 5 um die Plätze balgten, konnte Lotterer wieder näher kommen. Zuvor gab es noch den FanBoost. Und zwar für di Grassi, Buemi, da Costa, Abt und Vandoorne – der bereits aus dem Rennen war. Nach gut 20 Minuten konnten die Verfolger jedenfalls wieder aufschließen. Damit lagen Lotterer und auch Frijns und di Grassi wieder in Fühlung zu den Top 5. Di Grassi hatte allerdings seine liebe Mühe mit dem neuen Attack Mode, den der Brasilianer in der Phase zum zweiten Mal versemmelte.

Sanya E-Prix 2019: Vergne packt Roland…

Kurz vor Halbzeit wagte Vergne schließlich den Angriff auf Rowland – und ging vorbei. Rowland touchierte leicht die Bande und musste sich daher sogar da Costa erwehren. Nur zwei Plätze dahinter jagte Sims Abt durch die chinesischen Mauerschluchten, dem wiederum Lotterer, Frijns und di Grassi im Heck hingen. JEV hatte den Sieg beim Sanya E-Prix 2019 jedenfalls noch lange nicht im Sack. Im Gegenteil: Als Vergne den Attack Mode nutzte, waren Rowland und da Costa sofort wieder am Franzosen dran. Gleichzeitig wagte Lotterer innen den Angriff auf Sims, worauf der Brite im Eifer des Gefechts mit seinem rechten Hinterrad die Mauer touchierte.

Der lädierte BMW rollte auf der langen Brücke aus, die Rennleitung schickte das Safety Car raus. Für Piquet kam dieses zu spät, denn auch der Jaguar-Pilot rollte wegen einem Mauerkuss aus. Dann plötzlich rote Flagge, Rennabbruch. Sims’ BMW war nicht von der Strecke zu bekommen. 15 Minuten später rollten die Fahrer hinter dem BMW i8 Safety Car wieder auf die Strecke. Nach einer Runde gab die Rennleitung das Rennen frei. Die Uhr zeigte noch zehn Minuten…

Sanya/China: di Grassi und Frijns crashen

Wenig später attackierte di Grassi Frijns und ging am Niederländer vorbei. Kurz darauf packte Lotterer Abt, womit der dreifache Le Mans Sieger nun auf Platz vier lag. Lotterer wollte jedoch mehr und blies zur Jagd auf da Costa. Die letzten fünf Minuten. Di Grassi saß Abt im Heck, Rowland suchte derweil einen Weg an Vergne vorbei. Doch Nissan machte dem Briten einen Strich durch die Rechnung und gab per Funk den Befehl „Position halten“.

Dennoch sollte es in den letzten Minuten des Sanya E-Prix 2019 noch Action und Dramen geben. In der letzten Runde setzte Frijns zum Angriff auf di Grassi an – und krachte dem Brasilianer voll ins Heck. Di Grassi drehte sich, Frijns stand ohne Frontflügel da. Auch Mortara rasierte sich am havarierten Frijns-Boliden den Frontflügel seines Venturi ab, konnte aber weiterfahren. Ebenso wie Frijns – der jedoch aus den Punkten flog -, während di Grassi aus seinem Boliden kletterte. Vergnes Sieg hingegen war sicher, die Rennleitung rief eine Full Course Yellow aus.

Rennleitung brummt Buemi 10 Sekunden auf

So siegte JEV vor Rowland auf Platz zwei und Felix da Costa auf Platz drei. Dahinter: Lotterer und Abt. Die restlichen fünf Plätze der Top 10 machten Buemi, d’Ambrosio, Wehrlein, Evans und Mortara voll. Apropos Buemi: Der Schweizer legte aus der Boxengasse ein beeindruckendes Rennen hin. Allerdings war Buemi auch der eigentliche Schuldige am di Grassi-Frijns-Crash, hatte der Schweizer den Niederländer doch böse angeschoben. So krachte dieser quasi unschuldig in den Audi von di Grassi. Entsprechend bekam Buemi später eine Strafe von zehn Sekunden, die den Nissan-Piloten von sechs auf acht zurückwarf. Nutznießer: d’Ambrosio sowie Wehrlein.

In der Gesamtwertung übernahm übrigens Felix da Costa wieder die Führung. Der BMW-Mann liegt damit nach sechs Rennen mit 62 Punkten einen Zähler vor Jerome d’Ambrosio (61). Auf Platz drei findet sich nun JEV mit 54 Punkten wieder. Punktgleich, wegen schlechterer Platzierungen dennoch nur auf Rang vier: der ausgeschiedene Sam Bird. Auf Platz fünf und sechs ebenfalls punktgleich mit jeweils 54 Zählern: Lucas di Grassi und Edo Mortara. Die ersten sechs der Wertung trennen somit gerade mal zehn Punkte. Bei den Teams hält – trotz null Punkten in Sanya – Virgin mit 97 Zählern weiterhin Platz eins. Allerdings ist Mahindra nun punktgleich mit den Briten. Audi (96) und Techeetah (95) liegen ebenfalls nur einen bzw. zwei Punkte zurück. Auch BMW ist mit 80 Punkten nicht weit weg.

Das nächste Rennen steigt am 13. April 2019. Dann gastiert die Formel E in Rom.

Bild: Andrew Ferraro / LAT Images / Formula E – Video: Formula E / YouTube

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