Monaco E-Prix 2019: Vergne gewinnt vor Rowland und Massa

Monaco E-Prix 2019: Vergne gewinnt vor Rowland und Massa

Pole und Sieg, so deutlich drückte Jean-Eric Vergne dem Monaco E-Prix 2019 seinen Stempel auf. Felipe Massa hingegen darf sich als Dritter über sein erstes Podium in der Formel E freuen. Auf Platz zwei: Oliver Rowland.

Schnellster in der Super Pole, Erster im Rennen. JEV war der Mann des Monaco E-Prix 2019. Wobei: In der Quali hatte der Franzose Glück. Denn Schnellster war eigentlich Oliver Rowland, der jedoch drei Plätze nach hinten musste. Die Strafe bekam der Nissan-Pilot nach dem Paris E-Prix aufgebrummt, weswegen der Brite statt die Pole nur Startplatz drei eroberte. Platz eins ging hingegen an JEV. Ebenfalls Glück hatte Pascal Wehrlein, dessen Zeit nur für den dritten Platz gereicht hätte. Da auch Evans eine Strafe erhielt – und zwar gleich um zehn Plätze – rückte der frühere DTM- und F1-Pilot aber vor. So hießen die Top 10 in der Startaufstellung Vergne, Wehrlein, Rowland, Massa, Buemi, Sims, Lynn, da Costa, Lopez sowie Vandoorne.

Monaco E-Prix 2019: JEV verteidigt Pole Position

JEV jedenfalls blieb am Start vorn und behauptete seine Führung gegen Wehrlein. Dahinter ging es enger zu. Massa hing prompt im Heck von Rowland, kam jedoch nicht am Briten vorbei. Wehrlein hingegen blies zur Jagd auf Vergne, biss sich am Franzosen aber ebenfalls die Zähne aus. Dafür konnten sich die zwei absetzen, zu Rowland tat sich schnell eine Lücke von etwas über eine Sekunde auf. Action war in den ersten Runden dennoch eher Fehlanzeige.

Dann in der sechsten Runde nutzte Buemi als Erster den Attack Mode und wagte einen Angriff auf Massa. Der Brasilianer konterte jedoch im gleichen Stil und blieb vorn. Ein paar Minuten später verpasste Wehrlein den Bremspunkt in Kurve eins und musste eine weitere Linie wählen. Rowland und Massa gingen prompt vorbei, Wehrlein war nur noch Vierter. Derweil war JEV seinen Verfolgern knapp zwei Sekunden voraus.

Die nächsten Minuten verlief der Monaco E-Prix 2019 ruhig. Zwar gab es ein paar Angriffe – zum Beispiel von Bird auf Evans oder Lynn auf Sims -, ansonsten war jedoch wenig los. Dann wagte da Costa ein starkes Manöver gegen Lynn. Außen in Kurve drei ging der Portugiese am Briten vorbei. Kurz darauf schnappte sich da Costa auch seinen Teamkollegen Sims, der allerdings brav zur Seite fuhr. Da hatte sicher BMW die Hand im Spiel. Wenig später gab es den FanBoost. Und zwar für Vandoorne, da Costa, Abt, Lopez und Buemi.

Formel E Monaco: enges Feld, wenig Action…

Kurz darauf schnupperten die BMWs am Heck von Buemis Nissan. Dennoch: Viel passiert war bisher nicht. Dafür lag das Feld innerhalb von nur 20 Sekunden extrem eng zusammen. Apropos, die Top 10 zur Halbzeit hießen Vergne vor Rowland und Massa. Dahinter Wehrlein, Buemi, da Costa, Sims, Lynn, Vandoorne, di Grassi. Abt lag lediglich auf 16, Lotterer auf 17, Günther auf 21.

Doch schon schnappte sich Bird per Attack Mode di Grassi, womit der Brasilianer aus den Punkten flog. Vandoorne versuchte sich an Lynn, kam aber nicht vorbei. Stattdessen pirschte sich Bird immer näher an den Belgier und kassierte diesen innen in Kurve eins. Wenig später musste sich Vandoorne auch di Grassi beugen, der damit wieder in den Punkten lag. Derweil hatte Rowland den Abstand auf Vergne auf nur noch sieben Zehntel verkürzt, jetzt ging es rund. Di Grassi schnappte sich Lynn, der zuvor bereits Bird ziehen lassen musste. Lynn war es auch, der eine Gelbphase auslöste: Dem Briten fehlten Teile am Frontflügel. Kurz darauf gab es sogar eine Full Course Yellow: Günther stellte seinen Renner im Notausgang der letzten Kurve ab.

Doch die Jungs in Monaco sind geübt, kaum eine Minute später gab die Rennleitung schon wieder grün. Schon gab es das nächste Drama, dieses Mal bei Audi. Di Grassi fiel vom neunten auf den 19. Platz zurück, Sims hatte den Brasilianer in die Mauer gedrückt. „Schuld“ war ein kleiner Stau, weil Buemi überraschend da Costa attackierte. Kurz darauf parkte di Grassi seinen Boliden mit gebrochener Aufhängung im Notausgang, Aus. Ebenso wie für Günther und Mortara.

Monaco E-Prix 2019: Quartett setzt sich ab

Vorn lag derweil ein Quartett: Vergne vor Rowland, Massa sowie Wehrlein. Wobei JEV der einzige in dem Vierer war, der in der aktuellen Saison bereits ein Rennen gewinnen konnte: den Sanya E-Prix in China. Dahinter gab auch Bird Gas, der sich schon bald Sims schnappte und damit nun Siebter war. Vandoorne wiederum musste erst Evans vorbeilassen, kurz darauf Frijns.

Apropos Frijns: Der Niederländer sorgte kurz vor Schluss noch mal für eine Full Course Yellow. Mit einem etwas arg ambitionierten Manöver versuchte Frijns Sims zu überholen. Der aber machte die Tür zu, weswegen Frijns erst in die Mauer, dann in Sims krachte und damit beide drehte. Als die Rennleitung nach dem Bergen des Frijns-Virgin wieder grün gab, standen noch zwei Minuten auf der Uhr. Rowland griff Vergne an, Wehrlein Massa. Vorbei kam keiner. Stattdessen raste JEV beim Monaco E-Prix 2019 zwei Zehntel vor Rowland über die Ziellinie. Felipe Massa eroberte nach 25 Runden seinen ersten Podestplatz in der Formel E, während Pascal Wehrlein wegen seines Verbremser den vierten Platz hinnehmen musste. Buemi, da Costa, Evans, Abt, Lotterer und Lynn machten die Top 10 voll. Und Bird? Der fiel wenige Meter vor der schwarz-weiß karierten Flagge mit Reifenschaden aus.

Der eigentliche Hammer fiel aber erst nach Rennende mit gleich drei Strafen. Frijns bekam für seine Kollision mit Sims eine Startplatzstrafe von fünf Plätzen in Berlin. Abt für seine Kollision mit Turvey eine nachträgliche Durchfahrtsstrafe, die in eine Zeitstrafe von 33 Sekunden gewandelt wurde. Damit fiel Abt vom achten auf den 15. Platz zurück. Da Costa schließlich wurde komplett disqualifiziert. Der BMW-Pilot hatte (versehentlich) einen höheren Powermodus genutzt und damit zeitweise mehr Leistung als erlaubt zur Verfügung.

Jean-Eric Vergne übernimmt Gesamtwertung

Mit seinem zweiten Saisonsieg übernimmt JEV übrigens die Gesamtwertung. Diese führt der Franzose nun mit 87 Punkten knapp vor seinem Teamkollegen Andre Lotterer, der 86 Zähler auf seinem Konto hat. Frijns bleibt bei 81 Punkten und fällt auf Platz drei zurück. Dahinter liegen punktgleich mit 70 Zählern da Costa und di Grassi, denen nun Evans mit 69 Zählern auf den Fersen ist. Bei den Teams kann Techeetah seine Führung auf 173 Punkte ausbauen, während Virgin (135) und Audi (129) beim Monaco E-Prix 2019 leer ausgehen.

Das nächste findet am 25. Mai statt – in Berlin.

Bild: Formel E / Andrew Ferraro / LAT Images – Video: YouTube / Formula E

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