Bern E-Prix 2019: Pole & Sieg für Jen-Eric Vergne in der Schweiz

Bern E-Prix 2019: Pole & Sieg für Jen-Eric Vergne in der Schweiz

Pole und Sieg, besser kann ein Rennen für einen Rennfahrer kaum laufen. Jean-Eric Vergne brachte genau das beim Bern E-Prix 2019 fertig. Mehr noch: Der Franzose machte einen großen Schritt zum Titel.

Schon vor dem Swiss E-Prix 2019 lag JEV – wenn auch knapp – in der Meisterschaft vorn. Im drittletzten Rennen der Formel E Saison 2018/2019 legte der Franzose nun aber eine Hand an den Pokal. Das zeigte Vergne schon in der Quali, wo er seinen goldenen DS Techeetah auf die Pole Position stellte. Dahinter parkten Evans, Buemi, Wehrlein, Günther, Bird und Abt. Lotterer raste auf den achten Startplatz, di Grassi nur auf den 19.

Der Start entpuppte sich als der erste Aufreger des Rennens. Wehrlein wurde gleich in der ersten Schikane am Heck berührt und rutschte daraufhin in die Bande. Günther hatte keine Zeit auszuweichen und krachte in den Mahindra. Einige weitere Fahrer wie Abt, Lotterer oder Bird waren ebenfalls eingekeilt. Weiter hinten drehte zudem d’Ambrosio Frijns um, wofür der Belgier eine Durchfahrtsstrafe kassierte. Für Frijns hingegen war das Rennen beendet, die Antriebswelle seines Virgin war gebrochen. Die Rennleitung schickte daher prompt das Safety Car auf die Strecke.

Swiss E-Prix 2019: frühes Safety Car…

Profiteure dieses frühen Safety Cars waren Massa oder di Grassi, die nun plötzlich auf P4 bzw. P8 lagen. Doch Rennleiter Scot Elkins machte den Glücklichen einen dicken Strich durch die Rechnung. Da noch keine Zeiten und somit Positionen vorlagen, stellte Elkins die Reihenfolge der Startaufstellung wieder. Obendrein erfolgte ein Rennabbruch. Bei den Fahrern kam die Entscheidung gar nicht gut an – speziell natürlich bei den Gewinnern des frühen Safety Car.

Nach 43 Minuten ging es endlich weiter – hinter dem Safety Car. Dieses führte das Feld – ohne Frijns – zurück auf die Strecke, wo ein Neustart stattfand. Gott sei Dank ging dieser im Gegensatz zum ersten Versuch gut. Drei Runden später lag nach wie vor JEV in Front, gehetzt allerdings von Evans. Dahinter: erst mal nichts. Weiter hinten rangelten sich Sims und Mortara, was die Rennleitung prompt untersuchte. Mortara schied jedoch kurz darauf aus. Dafür ließ die Rennleitung die Sieger des FanBoost verlauten: Abt, di Grassi, Buemi, da Costa und Vandoorne.

Bern E-Prix 2019: turbulente Schlussphase

Später schnappte sich Bird Günther, außen in der schnellen Bergabpassage. Das war P5 sowie obendrein das wohl beste Manöver der gesamten Saison. Di Grassi machte ebenfalls einen Platz gut, lag allerdings am Ende des Feldes. Kurz darauf rollte Wehrlein ausgangs Kurze acht aus, worauf die Rennleitung eine FCY ausrief. Bird erbte somit P4, Günther P5.

Nach dem Restart wagte Evans einen Angriff nach dem nächsten auf JEV, kam aber nicht am Franzosen vorbei. Lotterer machte es besser und kassierte Abt. Eine Runde später war zudem Günther fällig. Damit lag Lotterer nun auf P5. Abt wiederum bekam prompt Druck von Lynn. Weiter vorn wagte wiederum Buemi per FanBoost eine Attacke auf Evans, kam aber nicht am Briten vorbei. Schließlich standen nur noch fünf Minuten auf der Uhr. Lotterer versuchte per Attack Mode einen Angriff auf Bird, scheiterte jedoch.

Eine Runde später verbremste sich der Brite jedoch, der Deutsche eroberte P4. Dann mischte auch noch der Wettergott mit. Zuerst tröpfelte leichter Regen in Kurve 1, in der vorletzten Runde regnete es dann richtig. Doch die Fahrer blieben cool, auch wenn speziell die Spitze – Vergne, Evans, Buemi und Lotterer – ihrem jeweiligen Vordermann im Heck hing. So gewann schließlich JEV vor Evans und Buemi. Lotterer, Bird, Günther, Abt, Lynn, Massa sowie di Grassi machten die Top voll.

Strafen nach dem Swiss E-Prix 2019

Lotterer sollte sich allerdings nicht lange über seinen vierten Platz freuen dürfen. Denn nach dem Bern E-Prix 2019 gab es gleich einige Strafen. Lotterer bekam eine Durchfahrtsstrafe, die in eine Zeitstrafe (22 s) umgerechnet wurde. Grund: Lotterer fuhr bei Rot aus der Boxengasse – auf Anweisung seines Teams. Der Deutsche fiel jedenfalls auf Platz 14 zurück. Weitere Strafen kassierten da Costa (+5 s, zu schnell unter FCY) und Mortara (+ 5 Startplätze in New York, Kollision mit Sims). Lopez wurde sogar disqualifiziert, da er im Rennen zu viel Leistung abgerufen hatte. Entsprechend änderte sich die Top 10 des Swiss E-Prix 2019 in Vergne, Evans, Buemi, Bird, Günther, Abt, Lynn, Massa, di Grassi und Vandoorne.

Vergne führt wie gehabt die Tabelle an, führt nun jedoch deutlich mit 130 Punkten. Dahinter: di Grassi (98), Evans (87), Lotterer (86), da Costa (82), Frijns (81), Buemi (76), Abt (75) und Bird (69). Dass JEV seinen Titel verteidigen kann – als erster Fahrer der Formel E -, scheint recht wahrscheinlich. Auch bei den Teams baut Techeetah seine Führung auf 216 Punkte aus. Audi liegt mit 173 Zählern auf Platz zwei, Virgin mit 150 auf Platz drei.

Das nächste Rennen steigt mit dem Doppelevent am 13. und 14. Juli in New York.

Bild: FIA Formula E – Video: YouTube / FIA Formula E

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