Verlierer Spielberg 2019: Mercedes, Vettel, Gasly, Williams

Verlierer Spielberg 2019: Mercedes, Vettel, Gasly, Williams

Bamm, das hat gesessen. In Spielberg 2019 bekam Mercedes richtig böse die Flügel gestutzt. Logisch, dass die Silberpfeile daher in Österreich der größte Verlierer waren. Ebenso wie Vettel, Hamilton, Gasly, Renault, Williams.

Darauf haben die Fans gewartet: Mercedes hatte endlich mal keine Chance. In Österreich spielten die Silberpfeile quasi nur die dritte Geige. Die erste Klatsche gab es schon in FT2: Leclerc drückte Bottas über drei Zehntel auf. In FT3 waren es knapp 1,5 Zehntel, die Hamilton zurücklag. Im Qualifying waren es dann wieder über 2,5 Zehntel. Hamilton bekam zudem eine Strafe von drei Plätze, weil er Räikkönen auf dessen schneller Runde im Weg stand. Im Rennen hatte Mercedes dann ebenfalls keine Chance.

Loser in Spielberg 2019: Mercedes & Hamilton

Zwar konnten die Silberpfeile im Doppel prompt Verstappen überholen, das aber war eher dessen miesen Start geschuldet. Apropos Verstappen: Der Niederländer vermieste den Silbernen die Party nach seinem Stopp erst richtig. Seinem Sturm konnte weder Hamilton noch Bottas aufhalten. Schlimmer noch: Dem blauen Sturm folgte prompt ein roter. Hamilton war gegen Vettel auf frischen Gummis ohne Chance, Bottas konnte sich nur mit Mühe vor Vettel über die Ziellinie retten.

Kurzum: Mercedes hatte auf dem Red-Bull-Ring nix zu melden. Hamilton demolierte sich zudem noch seinen Frontflügel, sein Stopp samt Wechsel der Nase dauerte satte elf Sekunden. Sowie laut Mercedes eine halbe Sekunde pro Runde. Der Fehler geht jedenfalls klar auf Hamiltons Kappe. Doch wegen diesem lag er plötzlich wieder hinter Vettel, dessen Crew den Stopp wegen fehlender Reifen ebenfalls verpatzt hatte. Später legte Vettel noch einen zweiten Stopp ein, fiel dadurch wieder Hamilton zurück. Dank neuen (und weichen) Reifen war Hamilton jedoch kein Gegner. Selbst Bottas hatte im Ziel nur ein paar Zehntel Vorsprung auf Seb. Fazit: Für Mercedes ebenso wie Hamilton war Spielberg 2019 kein gutes Pflaster. Bottas konnte hingegen fünf Punkte auf Hamilton gutmachen.

Sieger Honda und Ferrari verhinderten übrigens einen neuen Rekord. Mercedes gewann zuvor zehn Rennen in Serie, mit dem elften wären die Silberpfeile mit McLaren gleichgezogen. Das britische Team gewann 1988 mit Alain Prost sowie Ayrton Senna elf (!) Mal in Folge. Insgesamt sogar 15 von 16 Rennen. Im Heck damals: ein Honda.

Spielberg 2019 Verlierer: Vettel und Gasly

Apropos Vettel: So gut wie Seb in Österreich unterwegs war, für mich ist er dennoch einer der Verlierer. Warum? Weil er gegen Leclerc das ganze Wochenende blass aussah. Leclerc holte die Pole, Vettel konnte in Q3 keine Zeit setzen. Zugegeben nicht sein Fehler, weil die Technik muckte. Dennoch: Schon in den Trainings war Leclerc – außer in FT1 – der schnellere Ferrari. Im Rennen war es dann ebenfalls wieder Leclerc, der um den Sieg kämpfte. Wobei: Auch hier hätte Vettel mit einem besseren Startplatz sicher besser ausgesehen. Zumal Seb im Rennen ein flottes Tempo vorlegte. Allerdings war Vettel auch einer der wenigen Zweistopper. So war Hamilton ein leichtes Opfer, selbst Bottas wäre fast noch fällig gewesen. So gesehen war Sebs Rennen von P10 auf P4 ein Erfolg. Doch der rote Star in Spielberg 2019 war Leclerc. Wie schon in Bahrain

Wobei Vettel in Österreich wenigstens richtig Gas gab. Etwas, das man von Pierre Gasly nicht behaupten kann. Im Qualifying schwacher Neunter, hinter einem Haas (Magnussen), einem McLaren (Norris) sowie beiden Alfa Romeo. Rückstand auf Verstappen auf P3: mehr als sieben Zehntel. Den echten Nackenschlag gab es jedoch im Rennen: Während Verstappen das Heimspiel der Bullen bravurös gewann, wurde Gasly Siebter – mit einer Runde Rückstand. EINE Runde. Im gleichen Auto. Noch trauriger sieht es nach WM-Punkten aus. Verstappen hält nun bei 126 Zählern und ist neuer WM-Dritter. Gasly hat 43 Punkte und ist Sechster. Alle anderen Fahrer der Top-3-Team haben mindestens 100 Zähler auf dem Konto. Man muss wohl kein Wahrsager sein, dass Gasly 2020 nicht mehr im Red Bull sitzt. Ein Austausch noch in 2019 scheint nur mangels Alternativen wenig wahrscheinlich. Wobei Marko wohl mit Kwjat liebäugeln soll. Ein solcher Platztausch wäre schon kurios.

Loser Spielberg: Renault, Toro Rosso, Williams

Zuletzt habe ich noch drei Teams auf meiner „Loser-Liste“. Erstens Renault. Die Franzosen kamen in Spielberg 2019 gar nicht zurecht, was sicher nicht an den Piloten lag. Vielmehr bekam es Renault einfach nicht gebacken, was letzten Endes in einer Nullnummer endete. Schlimmer noch: Konkurrent (und Kunde) McLaren holte doppelt Punkte und zog auf 20 Punkte davon. Wohlgemerkt mit dem gleichen Motor im Heck. Selbst Alfa Romeo ist nur zehn Punkte hinter Renault. Für Hülkenberg sowie Ricciardo hoffe ich mal, dass Spielberg nur ein Ausreißer war.

Zweitens Toro Rosso. Auch die Jungbullen waren in Österreich nicht wirklich auf Draht. Das zweite Rennen in Folge gab es keine Punkte, zuletzt holte TR welche in Kanada. Einen. Bis auf das Topergebnis in Monaco – sechs Punkte durch Kwjat, vier durch Albon – würde das kleine Team aus Faenza bei gerade mal sieben Punkten stehen. Obwohl das Reglement wieder mehr „Fremdteile“ erlaubt und das komplette Heck des 2019er Toro Rosso quasi der 2018er Red Bull ist, sind Erfolge rar. Österreich hat es einmal mehr gezeigt.

Drittens Williams. Das britische Traditionsteam – Ende der 1980er und Anfang der 1990er Jahr für Jahr WM-Kandidat – schaffte in Österreich tatsächlich einen Schritt zurück. Die beste Quali-Zeit 2019 von Williams: eine 1:05,904, die Russel auf P19 brachte. 2018 hingegen drehte Stroll eine 1:05,286, die immerhin für P15 reichte. Fazit: Die Williams waren vor einem Jahr noch über sechs Zehntel schneller. Was soll man da noch sagen? Nix? Jup…

Und? Wer waren deine Verlierer beim GP Österreich? Schreib’ doch einfach einen Kommentar!

Bild: Daimler

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