Spa-Francorchamps 2019 Verlierer: Vettel, Alfa Romeo, Verstappen

Spa-Francorchamps 2019 Verlierer: Vettel, Verstappen, Alfa Romeo

Der eine feiert seinen ersten Sieg in der Königsklasse, der andere hatte in Spa-Francorchamps 2019 nichts zu lachen. Ist Vettel bei Ferrari entthront? Möglich… Wobei es in Belgien noch andere Verlierer gab.

Ferrari reiste als Favorit in Belgien an. Kein Wunder. Erstens gilt der aktuelle Ferrari SF90 als absolutes Top Speed-Wunder. Zweitens der Ferrari-Motor mittlerweile als das Maß der Dinge. So kam es dann auch. Vettel war prompt der Schnellste in FT1. Doch dann wendete sich das Blatt. Zumindest Ferrari-intern. In FT2 war Leclerc satte sechs Zehntel schneller als der Deutsche – und Erster. In FT3 war wieder Leclerc vorn, dieses Mal mit 4,5 Zehntel Vorsprung auf Vettel. Im Qualifying packte der Monegasse dann richtig die Keule aus. Mit einer 1:42,5 holte sich der Jungspund die Pole. Die dritte nach Bahrain und Österreich. Vettel lag nicht nur 7,5 Zehntel zurück, sondern hatte außerdem Mühe, Hamilton hinter sich zu halten. Tatsächlich rettete der Superstar den zweiten Startplatz nur mit 1,5 Hundertstel Vorsprung.

„Lass’ ihn vorbei“: Wachablöse bei Ferrari?

Die eigentliche Schmach für den viermaligen Weltmeister aber folgte im Rennen. In Runde 27 bat Ferrari, Leclerc vorbeizulassen, nachdem dieser durch einen späteren Boxenstopp hinter Vettel zurückgefallen war. Vettel machte auf Teamplayer und ließ Leclerc passieren. Der Rest ist Geschichte: Leclerc gewann sein erstes F1-Rennen. Vettel wurde nur Vierter. Hinter Hamilton sowie Bottas. Die Frage ist nun: War das bei Ferrari die Wachablöse? Möglich. Allerdings ist – vor allem Ferrari – bekannt, dass der aktuelle SF90 Vettel nicht wirklich schmeckt. Leclerc hingegen schon. Dennoch dürfte Ferrari sein Konzept für 2020 überdenken. Nicht, um Vettel einen Gefallen zu tun. Sondern weil man Mercedes in der WM schlicht unterlegen ist. Chancen auf den Titel haben die Roten 2019 keine. Basta. Möglich, dass sich Vettel dann wieder fängt.

Spa-Francorchamps 2019: Räikkönen & Verstappen

Zwei Verlierer gab es übrigens schon in der ersten Kurve: Kimi Räikkönen und Max Verstappen. Der Niederländer kam mal wieder schlecht weg, der Finne war halb vorbei. Ebenso wie auch Perez. Max aber versuchte ausgerechnet in der ersten Kurve – der legendären La Source – sein „Comeback“. Logisch, dass das schiefgehen musste. Max rumste in Kimi und hebelte diesen dabei sogar aus. Die meisten Experten sehen kurioserweise im Finne die Schuld, ich dagegen im Niederländer. Die alte Regel: Wer vorn ist, dem gehört die Kurve. Und Kimi war deutlich vorn. Zumal Max wissen sollte, dass die La Source speziell beim Start schnell zu eng ist. Mal ganz davon abgesehen, dass er mit dem Red Bull das klar schnellere Auto hatte und Kimi so oder so wieder geschnappt hätte.

Egal, die Geschichte ist bekannt. Bei Max brach in Eau Rouge irgendwas an der Aufhängung, der Niederländer flog ab. Aus. Kimi konnte zwar weiterfahren, doch der Alfa Romeo war böse beschädigt. Dass der Finne überhaupt ins Ziel gekommen ist, kommt wohl schon einem Wunder gleich. Der gute (sechste) Startplatz brachte jedenfalls weder dem Finnen noch Alfa Romeo Zählbares. Schade. Und wie gesagt: In meinen Augen definitiv nicht Kimis Schuld. Dass die Stewards den Crash als Rennunfall abhakten und keine Strafe verhängten, finde ich jedoch in Ordnung. LET THEM RACE!

Spa 2019 Verlierer: Alfa Romeo und Giovinazzi

Apropos Alfa: Das (eigentliche) Sauber-Team mit neuerdings italienischem Anstrich hatte in Spa-Francorchamps 2019 nichts zu lachen. Nachdem Kimi schon nach dem Start keine Rolle mehr spielte, hofften die Schweizer auf Antonio Giovinazzi. Tatsächlich war der Ferrari-Junior auch gut unterwegs. In der letzten Runde lag der Italiener auf P9, das wären immerhin zwei Punkte gewesen. Wären. Denn Giovinazzi legte in Pouhon einen satten Abflug hin. Warum? Gute Frage. Hülkenberg lag zehn Sekunden zurück, war also keine Gefahr. Nach vorn fehlten Giovinazzi sieben Sekunden auf Kwjat, eine Chance P8 gab es also auch keine. Der Rookie hätte daher nur den Wagen nach Hause fahren müssen. Mehr nicht. Mich würde es wundern, wenn Giovinazzi auch 2020 im Alfa sitzt. Denn wie urteilte Marc Surer so schön: „Grund genug für eine Kündigung.“ Stimmt!

Alfa Romeo jedenfalls wäre – Ferrari hin oder her – gut beraten, den Italiener vor die Tür zu setzen. Ein zweiter Leclerc ist Giovinazzi ganz offensichtlich (und leider) nicht. Allein ein Blick auf die WM-Tabelle reicht. Alfa Romeo hält derzeit bei 32 Zählern, wovon ganze 31 (!) auf Kimis Konto gehen. Stell’ dir nur mal vor, die Schweizer hätten einen zweiten Fahrer, der halbwegs auf dem Niveau des Finnen performen könnte. Mit 20, 25 Punkte mehr wäre Alfa WM-Fünfter. Das Auto gäbe das her. Nur leider der zweite Fahrer nicht. Ein Leclerc hätte da sicher mehr Punkte geholt als ein Giovinazzi. Schade für Alfa Romeo.

Spa-Debakel für McLaren, Sainz und Norris

Letzten Endes macht sich Alfa damit selbst zum Loser. Nicht so McLaren. Die Briten hatten in Spa einfach Pech. Sainz schaffte keine drei Runden. Noch in der Safety Car-Phase wegen Verstappen rollte der Spanier aus. Damit war der erste der zwei orangen Renner aus dem Rennen. Dennoch durfte McLaren hoffen: Norris hatte dank Verstappen und Räikkönen P5 erobert. Und diesen Platz hielt der junge Brite eisern.

Doch der Renngott gönnte dem 2018er Vizemeister der Formel 2 den Erfolg nicht. In der vorletzten (!) Runde meldete Norris plötzlich Motorprobleme. Dann ging alles ganz schnell. Der Brite schaffte es noch bis zur Ziellinie, dann war Schluss. Eine Runde (!) vor der schwarz-weißen Flagge. Keine Power mehr. P5 war futsch. Satte zehn Punkte. Diese zehn Punkte hätte Norris wie McLaren gut gebraucht. Norris hätte auf Sainz aufgeholt, der mit 58 Punkten Siebter in der WM und damit Best of the Rest ist. Norris kommt nur auf 24 Zähler, hätte mit den zehn Punkten daher gleich drei Plätze gut gemacht.

McLaren wiederum hätten die zehn Punkte in der Teamwertung ein weiteres Polster verschafft. Derzeit liegen die Briten zwar 31 Punkte vor Toro Rosso, doch ein Chaosrennen wie Hockenheim kann das schnell ändern. Da wären 41 Punkte besser als 31. Zumal Toro Rosso in Spa-Francorchamps bereits acht Punkte gutmachte. Drei vier weitere Nullnummern und die WM schaut anders aus.

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Bild: Ferrari

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