Singapur 2019 Gewinner: Vettel, Ferrari, Giovinazzi, McLaren

Singapur 2019 Gewinner: Vettel, Ferrari, Giovinazzi, Hülkenberg

Logo, der große Sieger in Singapur 2019 heißt Sebastian Vettel. Sowie Ferrari, schließlich galten die Roten allgemein nicht als Favoriten. Weitere Sieger beim „Nachtrennen“: Giovinazzi, Hülkenberg, McLaren.

Keine Frage, Sebastian Vettel ist der Held der Nacht. Oder wie Ferrari am Funk sagte: der „Löwe von Singapur“. Endlich der erste Sieg 2019. Wobei: Eigentlich wäre es nach dem gestohlenen Sieg in Kanada schon der zweite. Singapur ist jedenfalls „offiziell“, selbst Hamilton gratulierte: „Du hast es verdient“. Ich bin nicht der große Hamilton-Fan, aber dafür: Hut ab!

Für Vettel jedenfalls ist der Sieg in Singapur sicher etwas Besonderes. Sein erster in dieser Saison. Obendrein sein erster seit 392 Tagen. Sowie sein fünfter beim Singapur GP überhaupt. Nach 2011, 2012, 2013 (jeweils auf Red Bull) sowie 2015 (auf Ferrari). Sein 53. Sieg in der Formel insgesamt. Und schließlich das erste Mal, das Vettel eine Grand Prix zum fünften Mal gewinnt. Jeweils vier Siege kann der Deutsche in Bahrain, Japan und Malaysia vorweisen. Jeweils drei Siege in Abu Dhabi, Australien, Belgien, Brasilien, Indien, Italien sowie Südkorea. In punkto Podien mit Ferrari steht Seb nun bei 52. Zusammen mit Kumpel Kimi Räikkönen.

Warum Ferrari der große Sieger ist…

Ferrari ist der zweite große Sieger in Singapur 2019. Und das aus gleich mehreren Gründen. Erstens fuhr die Scuderia ihren ersten Doppelsieg seit Ungarn 2017 ein. Also seit über zwei Jahren. Zweitens: Drei Siege in Folge schafften die Roten zuletzt 2008. Damals gewannen die Italiener Malaysia, Bahrain und Spanien. Sowie in der Türkei, also sogar vier Mal in Folge. Drittens: Das Update (Nase, Unterboden) scheint bestens zu funktionieren und wie gewünscht den vermissten Abtrieb zu erzeugen. Wer bitte hatte Ferrari in Singapur auf der Rechnung? Niemand. Belgien und Monza als Highspeedstrecken waren dem Ferrari SF90 quasi auf dem Leib geschneidert. Wenn Ferrari hier nicht hätte gewinnen können, wo sonst? Aber in Singapur? Viel zu viele Kurven, dafür wenige und vor allem kurze Geraden. Kurzum: Eine Strecke, die dem aktuellen Ferrari alles andere als schmeckt. Zumindest in der Theorie.

In der Praxis ging der rote Renner dann wie eine Rakete. Gut, Mercedes war im Rennen sicher einen Tick schneller. Der Fehler saß mehr an der Box. Stratege James Vowles griff ganz tief ins Klosett. Nicht das erste Mal. Dennoch: Ferrari holte mit Leclerc die Pole. Zwei Zehntel vor Hamilton. Vettel auf Platz lag ebenfalls nur drei Hundertstel (!) hinter Hamilton zurück. Keine Zeit. Also auf diesem Kurs. Fazit: Ferrari hat durchaus mit Glück, aber dennoch aus eigener Kraft gewonnen. Verdient gewonnen. Ob das jetzt nur am letzten Update liegt, dürfte zweifelhaft sein. Aber vielleicht versteht die Ferrari-Mannen jetzt ihren SF90 einfach besser. Zumal Ferrari schon in Bahrain (Leclerc), Kanada (Vettel) und Österreich (Leclerc) ganz knapp vor dem Sieg stand.

Sieger Singapur 2019: Alfa Romeo & Giovinazzi

Zwei weitere Sieger: Alfa Romeo und Antonio Giovinazzi. Dass ein Alfa in Führung liegt? Oder ein Giovinazzi? Wer hätte das vor dem Singapur GP 2019 gedacht. Ich nicht… Doch es war so. Als Hamilton seinen Stopp erledigte, übernahm Giovinazzi P1. Damit lag erstmals seit England 2015 ein Bolide in Front, der nicht Ferrari, Mercedes oder Red Bull hieß. Nebenbei waren das die ersten Führungsrunden für das Sauber-Team seit Spanien 2013. Die ersten Führungsrunden für Alfa Romeo seit Belgien 1983 und Andrea de Cesaris.

Giovinazzi wurde schließlich Zehnter, womit der Italiener immerhin einen Punkt abstaubte. Trotz einer nachträglichen 10-Sekunden-Strafe. Diese kassierte der Youngster, weil er in einer der Safety-Car-Phasen einem Bergungskran zu nahe kam. Am Ergebnis änderte die Strafe allerdings nichts. Stattdessen zeigte der Rookie einige starke Manöver. Selbst eine Kollision mit Ricciardo hielt den Italiener nicht auf. Obwohl danach die Lenkung seines Alfa Romeo „ein bisschen angeknackst“ war. Fazit: Platz zehn, ein Punkt sowie der vierte WM-Punkt insgesamt. Auch wenn ich nach wie vor kein großer Fan des Italieners bin: In Belgien (bis zum Abflug in der letzten Runde), Italien und nun Singapur zeigte der Ferrari-Junior gute Leistungen. Reicht das, um auch im nächsten Jahr im Cockpit eines weißen Renners zu sitzen? Ich hoffe ja auf Hülkenberg, tippe aber wegen Ferrari auf Giovinazzi.

Singapur Grand Prix: Pierre Gasly & McLaren

Ebenfalls ein Sieger in Singapur 2019: Pierre Gasly. So wenig der Franzose im Red Bull neben Max Verstappen überzeugen konnte, so kann er es im Toro Rosso neben Daniil Kwjat. In Q1 brannte Gasly dem Russen neun Zehntel auf. Gasly schaffte damit P9, Kwjat flog auf P16 raus. Erstaunlich, wenn man bedenkt, dass der Dritte des Deutschland GP den Toro Rosso doch deutlich besser kennen sollte. Gasly scheint bei den Jungbullen jedoch regelrecht aufzublühen. Bei Red Bull wirkte er hingegen wie eine welke Strohblume. Apropos: Im Rennen sprang für Gasly schließlich ein starker achter Platz raus. Nur acht Zehntel hinter Norris auf P7.

Apropos Norris: Als letzten Sieger beim Singapur Grand Prix sehe ich McLaren. Sainz startete von P7, Norris von P9. Der direkte Gegner Renault stand auf P8 (Hülkenberg) und P20 (Ricciardo). Wobei sich die Schwarz-Gelben mit dem Australier selbst ein Bein stellten, wurde diesem P8 doch wegen zu viel Hybridleistung aberkannt. Beim Start rumste dann Hülk in Sainz, womit dessen Rennen quasi beendet war. Norris kam schließlich als Sechster ins Ziel, Hülkenberg als Achter. Entsprechend hat McLaren vier Punkte gut gemacht und seinen Vorsprung auf Renault in der WM von 18 auf 22 Zähler vergrößert.

Und? Wer waren in Singapur 2019 deine Sieger? Schreib’ doch einen Kommentar!

Bild: Ferrari

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.