Sponsoren-Posse: Rich Energy kündigt Haas F1 per Twitter

Sponsoren-Posse: Rich Energy kündigt Haas F1 per Twitter

Rich Energy genießt im Paddock nicht gerade den besten Ruf. Nun platzt die Bombe: Via Twitter kündigt Rich Energy-Chef William Storey das Sponsoring bei Haas F1. Offiziell wegen schlechter Performance…

Bamm, die Formel 1 hat einen neuen Skandal. Oder vielmehr Haas. Die Amis verlieren vor dem GP von Großbritannien ihren Titelsponsor Rich Energy. Per Twitter (!) kündigte der Red Bull-Konkurrent das Sponsoring des F1-Teams. Und zwar mit sofortiger Wirkung. Wörtlich heißt es in dem Tweet vom gestrigen 10.07.2019:

„Heute kündigen wir unseren Vertrag mit dem Haas F1-Team wegen schlechter Performance. Wir wollten Red Bull Racing schlagen und landeten in Österreich hinter Williams. Das ist nicht akzeptabel. Außerdem stören die Politik und Political Correctness in der F1 unser Business. Wir wünschen dem Team alles gute.“

Twitter-Account von Rich Energy gehackt?

Nach dem Tweet gab es zuerst den Verdacht, dass der Account des Sponsors Hackern zum Opfer fiel. Doch der Tweet von Mittwoch ist auch am Donnerstag (11.07.2019) noch online. Prompt gibt es den nächsten Verdacht: ein lange vorbereiteter PR-Gag, wie formel1.de meint. Die Vermutung scheint nahe, schließlich bekäme Rich Energy als britisches Unternehmen so in Silverstone noch mehr Aufmerksamkeit.

Wobei der Energy Drink-Hersteller in der Formel 1 nicht gerade als der seriöseste Sponsor gilt. Zuerst wollten die Briten Force India kaufen, dann bei Williams als Sponsor einsteigen. Die Unterzeichnung des Vertrags mit Williams ließ man aber kurzfristig platzen. Stattdessen stieg man bei Haas F1 ein. Angeblich zu einem „Bruchteil des Investments“, dass bei Williams fällig gewesen wäre. Kurios: Bis dahin (Okt. 2018) stand noch nicht eine Dose des Energy Drinks in einem britischen Supermarkt. Dennoch kündete man Red Bull vollmundig den Kampf an. Im Supermarkt ebenso wie auf der Rennstrecke.

Logo: Rechtsstreit um das Hirschgeweih

Vom Haas-Team gibt es zur Kündigung des Sponsorings übrigens noch kein Statement. Es dürfte spannend sein, wie das US-Team zum GP von Großbritannien dieses Wochenende antritt. Die schwarze Lackierung ist so kurzfristig kaum zu ändern, die goldenen Logos von Rich Energy dürften aber kaum noch auf den Boliden aufblitzen.

Apropos Logo: Dieses darf Rich Energy ab dem 18. Juli 2019 nicht mehr nutzen. Denn das Hirschgeweih ähnelt extrem dem des britischen Fahrradherstellers Whyte Bikes. Das von Ex-F1-Ingenieur John Whyte gegründete Unternehmen gewann kürzlich einen Rechtsstreit vor Gericht gegen Rich Energy sowie William Storey und Logodesigner Staxoweb wegen Urheberrechtsverletzung. Daher ist auf den Haas-Boliden schon seit Kanada nur noch der Schriftzug des (Ex)Sponsors zu sehen, nicht aber das Geweih.

Die Sponsoren-Posse zweiter Teil…

Mittlerweile ist wohl klar, dass Haas in Silverstone mit seiner typischen Lackierung und dem Schriftzug seines Sponsors antritt. Wobei der Fall immer kurioser scheint. Williams Storey will das Sponsoring mit aller Macht kündigen, seine Partner und Investoren – die Firma Brandsellers Holdings sowie Robert Lee, Charlie Simpson, Lloyd Tunicliffe und Neville Weston – aber nicht. Zumal das Ende des Sponsorings mit diesen nicht abgesprochen war. Storey hat angeblich auch gar nicht das Recht, in Eigenregie zu handeln. formel1.de redet von einem Machtkampf hinter den Kulissen.

Storey soll laut formel1.de jedenfalls poltern:
„Das sind nette Leute bei Haas, aber das Auto wird immer schlechter. Wir sind ein besseres Produkt als Red Bull. Da ist ein Milchwagen am Ende der Startaufstellung ein Desaster für uns.“

Ob der Werbedeal weitergeht, ist derzeit unklar. Aufmerksamkeit ist William Storey und seinem Energy Drink beim Heimrennen aber auf jeden Fall gewiss.

Update: Storey abgesetzt, neuer Firmenname

Die Posse um Rich Energy scheint nach dem GP Großbritannien beendet. Wie formel.de heute Mittwoch (17.07.2019 meldet, ist der bisherige CEO Williams Storey abgesetzt und hat seine Anteile verkauft. Rich Energy erhält zudem einen neuen Firmennamen: Lightning Volt. Wie sich das auf das Sponsoring des F1-Teams Haas auswirkt, ist derzeit noch unklar. Neue Logos und eventuell gar eine komplette neue Lackierung sind jedoch mehr als wahrscheinlich.

Bild: Haas F1

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