Die Gewinner in Österreich 2019: Honda, Verstappen, Giovinazzi

Max Verstappen & Red Bull-Honda gewinnen in Österreich 2019

Bamm: Österreich 2019 war endlich mal wieder ein F1-Rennen, dass zu sehen lohnte. Die großen Gewinner waren natürlich Max Verstappen sowie Red Bull. Doch halt: Der eigentliche Sieger hieß Honda…

Es geht doch! Nach den letzten Langweilern zeigte die Formel 1 auf dem Red-Bull-Ring mal wieder ein richtiges Rennen. Es ging rund in Österreich, von der ersten bis zur letzten Runde. Mit einem Sieger Max Verstappen rechnete aber wohl keiner. Schon gar nicht nach dem miesen Start des Niederländers. Von zwei fiel der sang- und klanglos auf P7 zurück. Mittlerweile ist bekannt: Sein Honda-V6 ging in den Anti-Stall-Modus. Eine Art Schutz gegen das Abwürgen. Anti-Stall hält den Motor am Laufen, drückt jedoch die Power nach unten. Max blieb wie angewurzelt stehen. Beide Mercedes vorbei, ebenso wie Norris, Räikkönen, Vettel. Oh je…

Sieger Österreich 2019: Verstappen, Red Bull, Honda

Bis zu seinem Boxenstopp war mit dem Niederländer auch nicht viel los. Lediglich Norris sowie Räikkönen konnte Max schnappen, das war P5. Doch nach seinem Stopp pflügte Verstappen durch das Feld wie das berühmte Messer durch die heiße Butter. Vettel, Bottas, schließlich sogar Leclerc: Verstappen drängte vorwärts wie ein wütender Bulle auf Steroide. Zugegeben. Das Manöver gegen Leclerc war an der Grenze. Eine Strafe bekam Verstappen zu seinem Glück nicht. Schlecht für Leclerc, gut für den Sport. Sowie für Honda.

Denn die Japaner waren die eigentlichen Sieger in Österreich 2019. Der erste Sieg seit 13 Jahren. Seit Ungarn 2006, wo Jenson Button im Werks-Honda gewann. Der gerade mal zweite Sieg in den letzten 27 Jahren und Adelaide 1992, wo Gerhard Berger gewann – im McLaren-Honda. Apropos McLaren: Die Briten dürften vor Blödheit am (heißen) Auspuff knabbern. So wie man Honda damals wegekelte und wie diese nun mit Red Bull performen? Gleich in Australien das erste Podest, jetzt gar ein Sieg. Mit McLaren kam Honda in drei Jahren nicht über P5 hinaus. Ach ja und Red Bull: Helmut Marko hält nach wie vor an fünf Siegen 2019 fest. Ich bin gespannt. Fünf (und mehr) Siege schaffte die Bullen zuletzt in ihrem letzten WM-Jahr 2013.

Wobei die Bullen mit ihrem letzten Motorenpartner (Renault) ebenfalls nicht zimperlich waren. Honda hingegen schmiert man Honig ums Maul. Doch dieser Honig ist verdient. Immerhin gewann man auf einer Motorenstrecke mit 70 (!) Prozent Vollgasanteil. Mit Bergaufpassagen. Laut Marko gab Honda außerdem „in den letzten 30 Runden die volle Power“ frei. Der Honda-V6 hielt. Respekt. Das war bei McLaren doch noch anders. Dennoch durften die Japaner in Österreich 2019 schmunzeln. In der Supercar-Legendenparade brannte am Sonntag ein McLaren Senna ab – mit McLaren-Motor. Ironie des Schicksals?

Gewinner in Österreich 2019: Ferrari und Leclerc

Des einen Freud’, des anderen Leid. So wie Red Bull und Honda jubelte, so wenig war Leclerc und Ferrari zum jubeln. Wieder den ersten Sieg vor Augen – dann kam Verstappen. Dass Leclerc und Ferrari dessen Manöver nicht unbedingt als sauber ansahen, verständlich. Dass Ferrari dennoch auf einen Protest verzichtet, Respekt.

Fakt ist: Die Roten waren in Österreich 2019 endlich mal wieder schneller als die Silberpfeile. Gut, die 2,5 Zehntel Vorsprung auf Hamilton im Qualifying waren nicht die Welt. Trotzdem: So gut wie Mercedes 2019 bisher performte, war die Leclerc-Pole eine Klatsche für das silberne Lager. Dass Verstappen plötzlich so aufdrehte bzw. überhaupt aufdrehen konnte, war wohl für alle überraschend. Wobei man im Bullenlager sicher keine Rücksicht darauf nahm, ob der Honda-Motor auch das nächste Rennen übersteht.

Leclerc jedenfalls hatte – wie schon in Bahrain – seinen ersten Sieg vor Augen. Dass ihn Verstappen quasi vor der Ziellinie abfing, erklärt seine sauertöpfische Mine auf dem Podium. Zumal das Manöver tatsächlich alles andere als sauber war. Im Fazit hat es mit dem ersten Sieg wieder nicht geklappt. Doch die Saison ist noch lang. Zumal Leclerc (wieder) das ganze Wochenende über Vettel im Griff hatte. Der Jungspund dreht in seinem erst zweiten Jahr mächtig auf. Die Botschaft ist klar: Ich, Charles Leclerc, bin die Zukunft von Ferrari. Pass’ auf, Seb!

Gewinner in Österreich 2019: McLaren, Norris, Sainz

Ein weiteres Team, dass in Österreich 2019 positiv auffiel: McLaren. Norris stellte seinen orangen Renner auf einen tollen fünften Startplatz, beim Start legte sich der Rookie prompt mit Hamilton an. Norris ging sogar vorbei, doch der Champ konterte. Dass Norris später gegen Vettel und Verstappen keine Chance hatte, war klar. Trotzdem: Norris zeigte erneut eine tolle Leistung. P6 sowie die acht Punkte sind mehr als verdient. Glückwunsch.

Wobei Sainz in Österreich 2019 sogar noch besser performte. Schließlich ging der Spanier nur von P18 ins Rennen. Nicht weil er zu langsam in der Quali war, sondern weil McLaren den kompletten Antrieb in seinem Boliden tauschte. Dass Sainz dennoch als Achter die schwarz-weiße Flagge sah, top. Seine vier Punkte plus die acht von Norris machen übrigens zwölf Zähler für das Team. So konnte McLaren Platz vier in der WM zementieren. Zumal Renault vom Red-Bull-Ring gar keine Punkte mitnahm. Entsprechend liegt das Kundenteam mit 52 Punkten nun 20 Punkte vor dem Werksteam (32 Punkte). Renault: Ihr müsst echt aufwachen!

Gewinner in Österreich: Alfa Romeo & Antonio Giovinazzi

zuletzt die Mannen von Alfa Romeo. Die waren beim GP Österreich ebenfalls wieder top. Beide Autos in Q3. Räikkönen ging von P7 ins Rennen, Giovinazzi von P8. Zugegeben: Vettel konnte keine Zeit setzen, doch Gasly im Red Bull schlug das Alfa-Duo aus eigener Kraft. Wer bitte hätte das noch vor zwei drei Jahren gedacht? Beim Start stürmte Kimi prompt auf P4 vier vor. Dass sich der Finne später nicht gegen Verstappen und Vettel verteidigen konnte, war logo. Dass Kimi auch gegen McLaren keine große Chance hatte, ist ebenfalls eher dem Alfa Romeo anzukreiden. Egal, der Altmeister zeigte in Österreich 2019 erneut eine Topleistung.

Zumal Alfa Romeo endlich mit beiden Autos punktete. Räikkönen querte die Ziellinie als Neunter, Giovinazzi als Zehnter. Endlich konnte der Italiener anschreiben. Der erste Punkt. Es wurde auch langsam Zeit. Platz damit der berühmte Knoten? Ich hoffe es. Anzeichen dafür gibt es durchaus. Im Ziel trennten die beiden Alfa Romeo keine sieben Zehntel. In der Quali lag Giovinazzi nur 13 Tausendstel zurück. Fazit: „Toni“ ist ran. Nach dem ersten Punkt für Giovinazzi kam es im Alfa-Motorhome übrigens zu einer kuriosen „Jagd“. Alfa-Chef Frédéric Vasseur „schnitt“ dem Italiener die Haare. Da gab es zuvor wohl eine Art Versprechen. So im Falle des ersten Punktes. Alfa Romeo war auf dem Red-Bull-Ring jedenfalls gut drauf. Ebenso wie Kimi Räikkönen und Antonio Giovinazzi.

Wer waren deine Gewinner in Österreich 2019? Lass’ es mich wissen und schreib’ einen Kommentar!

Bild: Getty Images / Red Bull Content Pool

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