Montreal 2019 Verlierer: FIA, Ferrari, Haas, Bottas, Kubica

Montreal 2019 Verlierer: FIA, Ferrari, Haas, Red Bull, Bottas, Kubica

Das F1-Rennen in Montreal 2019 endete – sagen wir es nett – mit einem faden Beigeschmack. Tatsächlich ist für mich der größte Kanada-Verlierer die FIA als Sporthoheit. Weitere Loser: Ferrari, Haas, Red Bull, Bottas, Kubica…

Bamm, das hat gesessen und Millionen Fans böse enttäuscht. Obwohl Sebastian Vettel beim Grand Prix von Kanada 2019 als Erster die Ziellinie querte, stand Lewis Hamilton als Gewinner ganz oben auf dem Treppchen. Mit der Strafe gegen Vettel hat sich die FIA keinen Gefallen getan. Die Fahrer fordern schon seit Jahren weniger Strafen sowie Transparenz. Die ist bei den ständig wechselnden Kommissaren der Rennleitung aber nicht gegeben. Die DTM macht das anders, da hocken immer die gleiche „Richter“.

Fakt ist: Die Strafe für Vettel verstehen viele nicht. Selbst viele frühere Weltmeister wie Jacques Villeneuve, Nigel Mansell, Damon Hill oder Jenson Button. Dass man mit der Strafe dann auch noch ausgerechnet Mercedes den Sieg schenkte, dürfte bei vielen Fans wohl für noch noch mehr Würgereiz gesorgt haben. Nichts gegen Mercedes, die „englischen Schwaben“ machen einen verdammt guten Job. Aber immer das gleiche Team vorn? Irgendwann ist das nur noch stinklangweilig. Das war selbst bei Schumi und Ferrari oder Vettel und Red Bull so. Von daher sollte die FIA weniger Strafen aussprechen. Zumal, wenn erstens niemand gefährdet wurde. Zweitens, wenn sich der Bestrafte keinen Vorteil verschaffte. Hat Vettel nicht und ob Hamilton wirklich so „gefährdet“ war, ich weiß nicht. Für mich war das Racing, basta.

Der große Verlierer in Montreal 2019: Ferrari

Logo, dass der eigentliche Verlierer aber nicht die FIA, sondern Ferrari war. Sowie Sebastian Vettel. Endlich konnte die Scuderia Mercedes niederkämpfen. Die Roten waren tatsächlich siegfähig. Nicht wirklich schneller als die Silberpfeile, aber auf Augenhöhe. Das, was wir Fans doch sehen wollen. Und dann? Dann kommt die FIA mit einer Strafe, weil Vettel von der Strecke abkommt und mit Müh und Not seinen Renner wieder auf die Strecke bringt. Noch mal: Vettel hatte durch den Ausritt keinen Vorteil. Im Gegenteil, Hamilton war prompt ran. Entsprechend hat Vettel der Ausritt Zeit gekostet. Zugegeben: Ungefährlich war die Rückkehr auf die Strecke nicht. Sowohl für Hamilton, der bremsen musste, wie auch für Vettel, der seinen Wagen kaum unter Kontrolle hatte. Zuletzt sollte jedoch der Aspekt überwiegen, dass eben keine Absicht vorlag. Zumal eben nix passiert ist.

Auch wenn ich mich wiederhole: Für mich ist das einfach Racing. Dass einige wenige – Stichwort Nico Rosberg sowie Ralf Schuhmacher – da eine andere Sicht haben, okay. Der Zuschauer und insbesondere Ferrari-Fan fühlt sich wegen der Strafe aber einfach nur beschissen. Meine Meinung. Dass Vettel im Parc Ferme das Schild mit der „1“ schließlich vor seinen Renner stellte und dem Silberpfeil von Hamilton die „2“ zuschob, war in meinen Augen ebenfalls weder „peinlich“ noch „respektlos“ (O-Ton Rosberg). Für mich war das schlicht ein Ausdruck ungefilterter Emotionen. Tausende Fans an der Rennstrecke sahen das ähnlich, wie der aufbrandende Jubel verriet. Dass Ferrari daheim in Maranello seine ebenso wie die italienische Flagge hisste – wie nach jeden Sieg – war ein weiteres Zeichen purer Emotion. Und zwar, dass sich die Roten um den Sieg betrogen fühlten.

Apropos: Dass die FIA Vettel für seine „Schilder-Aktion“ im Parc Ferme nicht bestrafte, lag allein an dessen „hohen Emotionen und dem großen Druck“, wie Sportkommissar Hans-Gerd Ennser verriet. Aha…

Verlierer in Montreal 2019: Hass & Magnussen

Ebenfalls in die Riege der Verlierer ordne ich Haas und Magnussen ein. Zuerst das Team: Nach dem Top-Rennen in Monaco, in welchen man nur durch Pech Punkte verlor, fiel das Team in Kanada in alte Muster zurück. Im Rennen waren die Amis langsam, nur P14 (Grosjean) und P17 (Magnussen). Dabei schaute es im Qualifying noch gut aus. Magnussen lag auf P10, krachte dann aber Ende Q2 in die legendäre Wall of Champions. Den schwarz-goldenen Renner mutierte zum Pingpong. Was von diesem irgendwann stehenblieb, war nur noch ein Wrack. Magnussen versaute mit seinem Crash jedenfalls etlichen anderen Fahrern – wie Teamkollege Grosjean – ihre schnelle Runde. So stellte Grosjean seinen Haas lediglich auf P14.

Apropos Magnussen: Der Unfall war klar Schuld des Dänen, der bis dahin eine Top-Leistung abrief. Die Haas-Mechaniker bauten über Nacht den Wagen neu auf, nur um sich im Rennen Magnussens Gezicke über ein unfahrbares Auto anzuhören. Das dänische Gezicke artete so aus, dass sich schließlich Teamchef Günther Steiner einschaltete, um Magnussen zusammen zu stauchen. Zu Recht. Denn ein Danke an die Mechaniker für eine schlaflose Nacht klingt anders. Fazit Magnussen: schlechtes Rennen, schlechter Ton, schlechter Stil. Und das allein aus Eigenverschulden.

Loser Montreal 2019: Red Bull hat nix zu melden

Red Bull hatte in Kanada ebenfalls nicht viel zu melden – was allerdings von den Briten auch erwartet war. Schon die Qualy war für die Bullen ein kleines Debakel. Gasly stellte seinen Renner auf P5, hinter dem Renault eines gewissen Daniel Ricciardo. Verstappen wurde gar nur Elfter, konnte der Niederländer doch nach dem Magnussen-Crash in Q2 keine Zeit mehr setzen. Wegen dessen Start aus der Boxengasse sowie einer Strafe für Sainz (+3 Startplätze) durfte Mad Max immerhin als Neunter ins Rennen gehen. Verstappen war es dann auch, der für Red Bull mal wieder die Kohlen aus dem kanadischen Feuer holte. Platz fünf war das Optimum. Gasly hingegen kam auf P8 ins Ziel, nun hinter beiden Renault. Gegen Max schaut der Franzose nach wie vor blass aus. Es würde es mich nicht wundern, wenn Red Bull das Cockpit spätestens 2020 neu besetzt.

Bottas dagegen dürfte keine Angst um sein Cockpit haben. Zwar sehen die typischen Kritiker schon wieder einen Einbruch des Finnen, ich kann mich da aber nicht anschließen. Der Fehler im Qualifying war blöd und geht zugegeben auf Bottas silberne Kappe. Aber: Erstens hatte auch Hamilton in FT2 einen (seltenen) Crash. Zweitens war die Kühlung der Mercedes – wie mittlerweile bekannt ist – für die erste, zweite Startreihe ausgelegt. So hatten sowohl Hamilton wie auch Bottas im Rennen Probleme und konnten nicht so Gas geben, wie sie wollten. Das erklärt vieles. Zum Beispiel, warum Bottas ewig hinter Ricciardo festhing. Drittens hat Hamilton immer ein Heidenglück. Nur Zweiter auf der Strecke, trotzdem Sieger dank der Strafe gegen Vettel. Bottas liegt in der WM daher nun schon 29 Punkte hinten. Ein Ausfall von Hamilton in Frankreich würde der WM durchaus gut tun…

Verlierer Montreal 2019: Alfa, Räikkönen, Kubica

Drei Loser habe ich noch. Zum einen Alfa Romeo. Nach einem tollen Start in die Saison mit vier Top-10-Platzierungen läuft bei den Italo-Schweizern seit Spanien nichts mehr. Montreal 2019 war das dritte Rennen ohne Punkte. Dabei kamen beide Fahrer ins Ziel – auf P13 (Giovinazzi) und P15 (Räikkönen). Apropos: Giovinazzi (P12) stand schon in der Startaufstellung vor dem Finnen (P16). Für Punkte langte es dennoch nicht. Stattdessen leistete sich der Italiener im Rennen einen beherzten Dreher.

Aber egal, seinen Teamkollegen hatte Giovinazzi im Griff. Dass es nicht für die ersten Punkte reichte, schade. Räikkönen hingegen sah in Kanada kein Land gegen Giovinazzi, in dem viele wohl nicht gerade einen künftigen Weltmeister sehen. In den ersten vier Rennen hat mir der Finne jedenfalls deutlich besser gefallen. Hoffentlich kommen Alfa und Räikkönen wieder in die Spur.

Zuletzt Robert Kubica. Sieben Rennen, null Punkte. Okay, im Williams FW42 sind diese kaum möglich. Außer bei einer Massenkarambolage, bei der mindestens neun Autos ausfallen. Trotzdem: Gegenüber Rookie George Russel schaut der Pole – immerhin ein GP-Sieger – wie ein blutiger Anfänger aus. In allen sieben Qualifyings hatte Russel die Oberhand. Allein in Montreal brummte der 2018er F2-Meister dem Polen knappe acht Zehntel (!) auf. Im Rennen kam der Brite bisher immer vor Kubica ins Ziel. Der übrigens tatsächlich mal als kommender Weltmeister galt. Fazit: Kubicas Zeit in der Formel 1 dürfte Ende der Saison vorbei sein. Gerüchten zufolge könnte Kubica sogar schon in der Saison sein Cockpit räumen. Und zwar an Nicholas Latifi. Papa Latifi ist Milliardär und würde bei einem Platzwechsel wohl die Millionen von Kubica-Sponsor PKN Orlen ausgleichen. Kubicas Vertrag enthält zudem (angeblich) eine Klausel, die einen Wechsel in der Saison erlauben soll. Sagt zumindest grandpx.news

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Bild: Haas F1

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