Marina Bay Circuit 2019 Verlierer: Mercedes, Bottas, Leclerc, Kwjat

Marina Bay Circuit 2019 Verlierer: Mercedes, Bottas, Leclerc, Kwjat

Mit Vettel und Ferrari gab es auf dem Marina Bay Circuit 2019 strahlende Sieger. Anders schauten dagegen regelrecht blass aus. Mercedes zum Beispiel. Oder auch Valtteri Bottas. Oder Daniil Kwjat.

Vettel und Ferrari waren in Singapur die großen Sieger. Mercedes hingegen der große Loser. Dabei galten die Silberpfeile als die Favoriten schlechthin. Schließlich war der Straßenkurs geradezu maßgeschneidert für den 2019er Mercedes. Nicht jedoch für den Ferrari SF90. Zugegeben: Ferrari hat vor allem über die Strategie gewonnen. Dennoch war der rote Rennen in Singapur (unerwartet) schnell. Die Pole holte Leclerc aus eigener Kraft. Und zwar mit satten zwei Zehntel Vorsprung vor Hamilton. Der wiederum hatte gerade mal drei Hundertstel Vorsprung vor Vettel. Quasi nichts. Ferraris Sieg war also keine Glückssache, sondern verdient.

Interessant finde ich dabei vor allem den Punkt, dass Mercedes seit der Sommerpause kein einziges Rennen mehr gewonnen hat. Belgien, Italien, nun Singapur: alle Rennen gingen an Ferrari. Wobei die Roten schon zuvor etliche Rennen nur durch Pech oder Fehler verloren. Ich sage nur Bahrain (Leclerc) und Kanada (Vettel). Oder Österreich, wo Verstappen kurz vor Schluss Leclerc noch knacken konnte. So oder so: Ferrari ist Mercedes mittlerweile ebenbürtig. Oder fast ebenbürtig. Die letzten sechs Rennen könnten daher noch mal richtig Spannung versprechen. Die Titel dürfte Mercedes hingegen nur noch mit sehr viel Pech verlieren.

Verlierer in Singapur: Bottas und Leclerc

Apropos Silber: Ein weiterer Verlierer auf dem Marina Bay Circuit 2019 ist Valtteri Bottas. Zugegeben: Hamilton war nicht viel besser. Aber dass sich der Finne vom Team einbremsen ließ, damit Hamilton beim Stopp nicht noch mehr Plätze verliert, geht gar nicht. Bottas trat 2019 mit der Devise an, den Titel zu holen. So aber klappt das sicher nicht. Surer Urteil „wie ein braver Soldat“ trifft den Nagel auf den Punkt. Denn in der WM zählt jeder Zähler. Stattdessen machte Bottas schön langsam und überließ seinem ärgsten Rivalen P4. Damit baute Hamilton seinen Vorsprung erneut um zwei Punkte auf nun 65 Zähler aus. Hätte Bottas stattdessen Gas gegeben und somit P4 übernommen, wäre Hamilton wohl nur Sechster geworden. Damit hätte Bottas Punkte gutgemacht: Hamilton stünde nun bei 292 Punkten, Bottas bei 233. Abstand: 59 Punkte.

Ein weiterer Verlierer: Charles Leclerc. So sehr ich Sebastian Vettel den Sieg gönne, ohne den Undercut wäre Seb nicht an Charles vorbeigekommen. Auf der anderen Seiten: Vettel ist verdammt gut gefahren. In der Outlap nach seinem Stopp machte der Deutsche 3,9 Sekunden gut. Das war der Schlüssel. Wobei selbst Ferrari und ebenso Mercedes überrascht waren, dass der Undercut in Singapur so viel bringen würde. Zur Entschuldigung von Ferrari muss man zudem sagen: Die Roten konterten mit dem frühen Vettel-Stopp die Taktik von Red Bull. Verstappen kam ebenfalls in Runde 20 an die Box. Das bekam Ferrari mit und sicherte daraufhin Vettel ab. Obendrein konnte Ferrari damit Hamilton auf P2 angreifen. Dass Vettel plötzlich vor Leclerc lag, war nicht nicht gewollt. Letzten Endes für Ferrari aber egal, da man in der WM eh keine Chancen mehr sieht.

Marina Bay Circuit 2019: Räikkönen und Kwjat

Weiter geht es mit Räikkönen und Kwjat. Der Finne wirkte schon in Monza neben der Spur. Zwei Crashes an der selben Stelle hießen einen ungeplanten Getriebewechsel und den letzten Startplatz. Während Giovinazzi Neunter wurde, kam Räikkönen nur auf P15 ins Ziel. In Singapur war das Bild nicht viel besser. Zumal der Italiener in der Quali nun sogar 1,5 Zehntel schneller war als der Finne. So startete Giovinazzi von P12, Räikkönen nur von P14. Auch im Rennen lief es für Giovinazzi deutlich besser – inklusive den ersten Führungsrunden für einen Boliden, der nicht Mercedes, Ferrari oder Red Bull hieß. Räikkönen hingegen leistete sich eine Kollision mit Kwjat und schied aus. Wobei ich die Schuld für den Crash beim Russen sehe.

Da sind wir auch schon bei Kwjat. Der Russe hat sich auf dem Marina Bay Circuit 2019 nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Allein in der Quali brannte ihm Neo-Teamkollege Gasly fast eine Sekunde auf. So flog der Russe bereits in Q1 raus, Gasly schaffte immerhin P13. Wegen einer Strafe für Perez und der Disqualifikation von Ricciardo wurde es gar P11. Auch im Rennen kannte Gasly nur eine Richtung: vorwärts. P8 hießen schließlich vier Punkte. Kwjat kam hingegen lediglich auf P15 ins Ziel. Der Witz: Während der Russe seit dem ersten Rennen 2019 im Toro Rosso sitzt, kehrte Gasly erst in Belgien zu den Jungbullen zurück. Entsprechend müsste Kwjat also den Toro Rosso besser kennen als Gasly – und vorn sein.

Singapur GP: Renault und Racing Point

Zuletzt habe ich noch drei Teams auf meiner Loser-Liste. Zuerst Renault. Bei Ricciardo sorgte zu viel Hybridleistung für eine Disqualifikation im Qualifying. Mit Sondergenehmigung durfte der Aussie immerhin am Rennen teilnehmen. Die „Mehrleistung“ kam übrigens durch Wheelspin zustande, durch welche das System für eine Mikrosekunde (!) zu viel Leistung freigab. Einen Vorteil hatte Ricciardo damit nicht, doch Reglement ist Reglement. Ein Einspruch von Renault lehnten die Stewards daher ab. Bei Hülkenberg wieder muckte im Rennen das Getriebe, trotzdem konnte der mittlerweile gekündigte Deutsche immerhin noch zwei Punkte holen. Gegenüber McLaren verlor Renault jedoch erneut an Boden. Daran war das Team nicht ganz unschuldig.

Zweitens Racing Point. Perez war top unterwegs, rollte dann jedoch mit einem Ölleck aus. Wie zu hören ist, kann Checo den Motor aber weiter nutzen. Gut so, denn sein Kontingent hat der Mexikaner bereits ausgeschöpft. Stroll hingegen knallte in die Mauer und musste mit einem Plattfuß an die Box. Ergebnis: nur P13. Perez wäre wohl in die Top 10 gefahren. Apropos: Während Checo seinen Racing Point auf Startplatz elf stellte, war für Stroll – mal wieder – in Q1 Schluss. Nur P17. Meine Meinung: Wäre Papa Stroll nicht Besitzer des Teams, wäre Stroll Junior schon gefeuert. Beziehungsweise erst gar nicht angeheuert worden.

Marina Bay Circuit: Plastiktüte legt Haas lahm

Drittes Haas. Die Amis waren in Singapur endlich mal wieder gut unterwegs. Speziell mit Magnussen. Der Däne lag zehn Runden vor Schluss in den Top 10 auf P8. Doch dann: der Einbruch. Schuld waren dieses Mal aber nicht die Reifen, sondern eine transparente Plastiktüte, die sich im Frontflügel verfangen hatte. Klingt nicht dramatisch, kostete laut Haas aber satte vier Sekunden pro Runde. Die Plastiktüte war auch der Grund, warum Haas den Dänen in Runde 56 zu einem zweiten Stopp holte. Weil die Haas-Crew dachte, dass der Frontflügel gebrochen sei. Auf frischen Gummis drehte Magnussen prompt die schnellste Rennrunde. Da der Haas-Pilot aber nicht in den Top 10 ins Ziel kam, gab es erstmals keinen Extrapunkt.

Wer waren deine Loser in Singapur? Lass’ es mich wissen…

Bild: Daimler

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