Die Verlierer in Le Castellet 2019: Bottas, Gasly, Vettel, Haas

Die Verlierer in Le Castellet 2019: Bottas, Gasly, Vettel, Haas

Gewinner gab es beim GP Frankreich einige, ebenso wie auch ein paar Verlierer. Negativ aufgefallen in Le Castellet 2019 sind mir Bottas, Vettel, Gasly, Giovinazzi sowie Haas. Wieso und weshalb? Deswegen…

Zuerst Sebastian Vettel. Vier Mal holte sich unser Seb den Titel, als jüngster Weltmeister überhaupt. Danach bügelte ihn Ricciardo ohne Erbarmen, Vettel wanderte zu Ferrari ab. Seinem großen Vorbild – Michael Schumacher – wollte Seb es gleichtun. Den Titel auf Ferrari holen. Im nunmehr fünften Jahr bei den Roten klappt es mit ziemlicher Sicherheit wieder nicht. Schlimmer noch: Mit Charles Leclerc hat Vettel einen jungen Wilden an seine Seite bekommen. In Bahrain war Leclerc schon einmal deutlich schneller, in Le Castellet hatte der Jungspund den Altmeister wieder klar im Griff. Und zwar in FT1, FT2, FT3, Qualifying und Rennen. In jeder Session lag der Monegasse vorn. Die schnellste Rennrunde von Vettel auf neuen Reifen mal außen vor.

So oder so: Der junge Charles läuft dem „alten“ Seb langsam den Rang ab. Manche munkeln gar schon von einem baldigen Rücktritt des Champs. Vettel selbst erklärte jüngst, definitiv weiterfahren zu wollen. Ob das auch noch so ist, wenn er bis Ende des Jahres nicht mal ein Rennen gewinnt? Oder ihm Leclerc mehr und mehr um die Ohren fährt? Oder ihn Ferrari gar fallenlässt?

Verlierer Le Castellet 2019: Bottas und Gasly

Ein weiterer Verlierer in Frankreich ist Valtteri Bottas. Von den ersten vier Rennen konnte der Finne zwei gewinnen: Australien sowie Aserbaidschan. Nach Baku hatte Bottas sogar die WM-Führung inne. Doch seit Spanien eilt Hamilton von Sieg zu Sieg. Nach einem mäßigen Start in die Saison scheint der Brite sich nun im neuen Silberpfeil wohlzufühlen. Bottas scheint auf zweite Plätze festgelegt. Zugegeben: In der WM ist der Schweiger aus Südfinnland Zweiter. Für den Titel muss Bottas jedoch mehr geben. In FT2 und FT3 hat das geklappt. Im Qualifying und im Rennen war jedoch Hamilton der Schnellere. Wobei Hamilton im Rennen nicht nur schneller war, sondern obendrein seine Reifen besser managte. Wenn es drauf ankommt, kann Hamilton immer noch mal nachlegen. Bottas nicht. Zugunsten des Finnen sei allerdings gesagt, dass dessen Motor laut ams ab Runde 46 an Fehlzündungen litt. Das erklärt, warum Leclerc plötzlich in Bottas Getriebe hing.

Wobei es um Bottas noch gut ausschaut – um Gasly nicht. Um es überhaupt in Q3 zu schaffen, brauchte der Franzose den Soft. Trotzdem langte es nur zu Startplatz neun. Hinter Ricciardo und beiden McLaren. Verstappen stellte seinen Red Bull hingegen auf P4 und war über sieben Zehntel schneller. Im gleichen Auto. Im Rennen entpuppte sich der Soft schnell als Handicap. Während Verstappen Vierter wurde, kam Gasly als Elfter ins Ziel. Nur dank der doppelten Zeitstrafe gegen Ricciardo erbte der Franzose ein Pünktchen. Im Vergleich zu Verstappen sieht Gasly jedenfalls verdammt blass aus. Der Niederländer war nie schlechter als Fünfter, Gasly hingegen nie besser als Fünfter. Hält Verstappen derzeit bei 100 Punkten, sind es bei Gasly gerade mal 37. Etwas mehr als ein Drittel. Fängt der Franzose nicht langsam an zu performen, dürfte Verstappen nächstes Jahr einen neuen Teamkollegen bekommen. Vielleicht Fernando Alonso? Wer weiß…

Die Loser in Le Castellet 2019: Giovinazzi & Haas

Der nächste Verlierer in Le Castellet 2019 heißt Antonio Giovinazzi. Endlich mal wieder schneller als Räikkönen, Einzug in Q3, P10. Immerhin. Doch dafür opferte der Italiener schon im Voraus sein Rennen. Denn Q3 war dem Italiener nur auf dem Soft möglich. Kimi hingegen begnügte sich mit P12 und konnte auf dem Medium starten. So cruiste der Finne in typisch cooler Manier auf P8 und erbte wegen der Strafe gegen Ricciardo außerdem P7. Macht sechs WM-Punkte. Und Giovinazzi? Der musste wegen seinen Soft schon in Runde sieben stoppen. Sowie später noch mal in Runde 34. Punkte waren so keine möglich. Im Gegenteil: Der Ferrari-Junior kam nur als 16. ins Ziel. Sein WM-Konto steht nach wie vor bei null. Räikkönen kommt hingegen auf 19. Giovinazzi gewann übrigens die Tage die „Trofeo Lorenzo Bandini“. Als – kein Witz – „bester Formel 1-Neueinsteiger des Jahres“. Die hätten wohl Norris, Albon und Russel eher verdient.

Zuletzt Haas. Bei den Testfahrten im Winter noch die Geheimfavoriten, in Australien immerhin acht Punkte eingesackt. Ohne einen Fehler beim Boxenstopp – wie schon 2018 – wären es sogar mehr gewesen. Danach: drei Rennen ohne Punkte. In Monaco wieder obenauf: In der Quali mit Magnussen Sechster, im Rennen dann mit Grosjean nur Zehnter. Allerdings nicht aus mangelndem Speed, sondern wegen dem Safety Car. In Kanada sahen die Amis wieder alt aus, in Frankreich noch mehr. Magnussen wurde 17, Grosjean nahm man aus taktischen Gründen aus dem Rennen. Weil man nun ohne Strafe dessen Getriebe wechseln kann. So außerdem die neue hydraulische Hinterradaufhängung einbauen kann, die Magnussen schon seit Kanada nutzt. So oder so: Die Amis kommen 2019 nicht zurecht. Teamchef Günther Steiner ganz direkt: „Wir stecken tief in der Scheiße!“ Problem: Man weiß nicht, warum.

Und? Wer waren deine Loser in Le Castellet 2019?

Bild: Ferrari

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