Italien 2019 Verlierer: Vettel, McLaren, Alfa Romeo, Stroll

Italien 2016 Verlierer: Vettel, McLaren, Räikkönen, Alfa Romeo, Stroll

So wie die Tage der GP von Italien 2019 einige große Sieger hervorbrachte – ich sag’ nur Ferrari sowie Leclerc -, gab es auch den einen oder anderen Verlierer. Vettel zum Beispiel. Oder McLaren, Alfa Romeo und Stroll.

Der größte Verlierer beim GP von Italien 2019? Ganz klar Sebastian Vettel. Bei Red Bull war der Deutsche quasi Super-Seb, bei Ferrari scheint er 2019 auf dem absteigenden Ast. Nachdem Leclerc bereits in Belgien seinen ersten F1-Sieg feierte, legte der Youngster im Tifosi-Land prompt nach. Wieder ein Sieg, hart erkämpft gegen Mercedes. Und Vettel? Der legte in der Ascari einen Dreher hin und räuberte zurück auf die Strecke. Stroll konnte nicht mehr ausweichen und fuhr dem Ferrari über den Frontflügel. Das kostete Vettel erstens einen Reparaturstopp, zweitens eine Stop & Go Penalty von zehn Sekunden. Damit war das Rennen gelaufen. Vettel wurde 13., während Leclerc seinen zweiten Sieg in Folge holte. Dass der Monegasse damit der große Held in Monza war, ist wohl klar.

Vettel als großer Verlierer in Monza

Fakt ist: Vettel gerät gegenüber Leclerc immer mehr ins Hintertreffen. Nach dem Qualifying soll zudem der rote Haussegen böse schiefgehangen haben. Seb hat sich von Charles verarscht gefühlt, nachdem er diesem beim ersten Versuch in Q3 Windschatten spendierte. Als Leclerc im zweiten Versuch – wie zuvor abgesprochen – das gleiche für Vettel tun sollte, bummelte der herum. Danach gab es angeblich einige nicht jugendfreie Worte in Richtung Leclerc. Fakt ist ebenfalls: Leclerc kommt mit dem aktuellen Ferrari SF90 besser zurecht. Dennoch dürfte Ferrari zur neuen Saison sein Konzept ändern, was durchaus für Seb sprechen könnte. Wenn auch nicht, um Vettel einen Gefallen zu tun. Sondern weil das 2019er Konzept gegen Mercedes (meistens) ohne Chance ist. Die Siege in Belgien und Monza waren klar dem überlegenen Motor sowie der schieren Top Speed des SF90 geschuldet.

Loser in Italien 2019: Sainz und McLaren

Neben Vettel sehe ich in Italien noch weitere Verlierer. Sainz und McLaren zum Beispiel. Sainz stellte seinen orangen Rennen gleich hinter den Renaults auf Startplatz sieben. Sicher auch dank des späteren Bummelzugs, wegen dem Albon, Stroll sowie Räikkönen keine Zeit setzen konnten. Dennoch zeigte der Spanier einmal mehr sein Talent. Im Rennen fehlte dann allerdings schlicht das Glück. Als Sechster kam Sainz in Runde 29 zum Pflichtstopp, doch eben diesen verpatzte seine Crew. Vorn rechts war das Rad noch lose, als Sainz grünes Licht bekam. So schaffte es der Spanier kaum noch aus der Box.

McLaren kostete das Dilemma nicht nur sichere Punkte, sondern außerdem eine Strafe von 5.000 Dollar. Wobei die paar Kröten das Team weniger schmerzen als die WM-Zähler. Weil nämlich Renault doppelt punktete und mit 22 Zählern regelrecht abräumte. McLaren nahm hingegen aus Italien 2019 nur einen Punkt mit, dank Norris zehnten Platz. Im Fazit holte Renault also 21 Punkte auf. Lag McLaren vor Monza noch 39 Punkte voraus, sind es nach Italien nur noch 18. Ein dicker Unterschied, der den Kampf um P4 in der Konstrukteurs-WM noch mal richtig spannend machen könnte. Zumindest für Renault…

Verlierer in Monza: Räikkönen und Alfa Romeo

Alfa Romeo stellte sich ebenfalls etwas dilettantisch beim „Heim-GP“ an. Zu welchen Chef Frédéric Vasseur zuvor unbedingt Punkte forderte. Die hat sich Alfa aber teilweise selbst versaut. Kimi war ebenfalls nicht ganz unbeteiligt. Zuerst flog der Finne im Training in der Parabolica ab. Weil das wohl so schön war, machte Kimi das im Qualifying gleich noch mal. Dummerweise musste Alfa nun das Getriebe an seinem Renner wechseln. Das hieß fünf Plätze nach hinten. Alfa Romeo machte aus der Strafe eine Tugend und baute dem Finnen die neueste Ausbaustufe des Ferrari-Motors ein. Also musste Kimi das Rennen aus der Boxengasse starten.

Jetzt langte das Team komplett daneben. Da Kimi es bis in Q3 schaffte, hätte der Finne mit dem Reifensatz aus Q2 starten müssen, mit dem er seine schnellste Runde aufgestellt hatte. Alfa Romeo schnallte ihm jedoch einen brandneuen Satz Medium auf die Achsen. Das aber ist laut Reglement nur erlaubt, wenn ein Team das Monocoque tauscht. Hat Alfa aber nicht, sondern eben nur Getriebe und Motor. Also gab es prompt nach dem Rennstart eine Strafe: eine Stop & Go von zehn Sekunden. Damit war Kimis Rennen endgültig gelaufen, der nur als 15. ins Ziel kam. Fazit: Weder Räikkönen noch Alfa waren in Italien gut drauf. Kimis Aussage eines „Scheißwochenende“ trifft es typisch Iceman auf den Punkt. Immerhin holte Giovinazzi zwei Punkte für das „italienische“ Team.

Stroll als Pechvogel im Königlichen Park

Einen Verlierer habe ich noch: Lance Stroll. Der Kanadier ist sicher kein zweiter (bzw. dritter) Villeneuve. Aber: In Monza ist der europäische Formel 3-Meister von 2016 immer top. Erst drei Mal schaffte es der Kanadier in drei Jahren Formel 1 in Q3: Monza 2017, Monza 2018, Monza 2019. Fällt dir was auf? Korrekt: Monza ist die Paradestrecke des Milliardärs-Söhnchen. Unvergessen vor allem 2017, als Stroll den schon damals schwächelnden Williams auf P4 stellte und aufgrund von Strafen gegen Verstappen und Ricciardo sogar von P2 ins Rennen ging.

2019 schaffte Stroll zwar nur Startplatz neun, dafür hatte der Kanadier seinen höher eingeschätzten Teamkollegen Sergio Perez klar im Griff. Zumal Stroll wie Albon und Räikkönen zu den drei Fahrern in Q3 gehörte, die keine Zeit setzen konnten. Im Rennen schlug allerdings der Teufel zu – in Form von Sebastian Vettel. Nach dessen Dreher konnte Stroll nicht mehr ausweichen, fuhr dem Deutschen über den Frontflügel und drehte sich selbst ins Aus. Wie Vettel fuhr Stroll zudem „blind“ wieder auf die Strecke, was die Stewards mit einer Durchfahrtsstrafe ahndeten. Ergebnis: Stroll wurde nach 52 Runden nur Zwölfter, Perez Siebter.

Und? Wer waren deine Verlierer in Monza? Schreib’ doch einen Kommentar!

Bild: Racing Point

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