Hungaroring 2019 Verlierer: Bottas, Leclerc, Kubica, Renault

Hungaroring 2019 Verlierer: Bottas, Leclerc, Kubica, Renault

Die Formel 1 ist gerade in der Sommerpause, was einigen Piloten sicher schmeckt. Denn auf dem Hungaroring 2019 gab es gleich einige Verlierer, die sich nun ihre Wunden lecken. Zum Beispiel Bottas, Leclerc, Gasly, Kubica…

Bumm, wieder der Dumme. Richtig, ich rede von Valtteri Bottas. Im Qualifying fast zwei Zehntel schneller als Hamilton und nur knapp die Pole verpasst. Knapp hieß beim GP Ungarn 2019: lumpige 18 Hundertstel Sekunden. Quasi nix. Beim Start dann prompt eine Balgerei mit Hamilton, die Bottas in einen Verbremser verleitete. Kurz darauf die nächste Balgerei mit Leclerc, die Bottas den Frontflügel kostete. Der nötige Reparaturstopp kostete böse Zeit, schlussendlich kam der Finne nur auf P8 ins Ziel – während Hamilton gewann. Ergo: Bottas verlor 21 Punkte. Entsprechend liegt der Finne nun satte 62 Punkte zurück. Außerdem nur noch sieben Pünktchen vor Verstappen. Der WM-Zug dürfte damit abgefahren sein. Schlimmer noch: Selbst der Vizetitel ist in Gefahr.

GP Ungarn: Gasly verliert Red Bull-Cockpit

Wobei: Der größte Verlierer auf dem Hungaroring 2019 war Pierre Gasly. Schon im Qualifying verlor der Franzose fast 0,9 (!) Sekunden auf Verstappen. Während der Niederländer seine erste Pole Position einfuhr, stellte Gasly seinen Renner somit nur auf P6. Im Rennen landete Gasly ebenfalls nur auf P6 – obwohl mit Bottas einer der Topfavoriten nur als Achter ins Ziel kam. Stattdessen lag nun Sainz vor Gasly bzw. ein McLaren (!) vor einem Red Bull. Schlimmer noch: Wie in Österreich musste Gasly die Schmach einer Überrundung durch Verstappen hinnehmen. Kein Wunder also, dass die Bullen mit dem Franzosen immer unzufriedener sind. Die Konsequenz folgte kurz nach dem Rennen: Statt Gasly sitzt fortan Albon im zweiten Red Bull. Der Franzose darf immerhin die Saison bei Toro Rosso zu Ende fahren. Aber wohl nur, weil Red Bull schlicht keinen Ersatz hat. Die F1-Karriere von Gasly könnte damit schon vorbei sein.

Leclerc dürfte sein Cockpit bei Ferrari kaum verlieren, hat sich in Ungarn aber ebenfalls nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Zuerst der peinliche Crash in Q1, bei dem er mit viel Glück weiterfahren konnte. Damit zeigte der Monegasse einmal mehr, dass er noch vieles lernen muss. Auch im Rennen. Als Vettel in den letzten Runden nahte wie ein Orkan, war Leclerc ohne Chance. Statt P3 wurde es am Ende nur P4. Selbstverständlich immer noch ein gutes Ergebnis für einen, der gerade mal im zweiten Jahr Formel 1 fährt. Dennoch: Ich hätte dem Jungspund noch ein Jahr bei Sauber bzw. eben Alfa Romeo gegeben. Zumal Räikkönen dort wieder richtig gute Leistungen zeigt. Sicher kaum deswegen, weil bei Alfa weniger Druck herrscht. Sondern weil der Finne einfach freier ist.

Hungaroring 2019: Giovinazzi und Kubica

Alfa ist ein gutes Stichwort. Giovinazzi sah einmal mehr blass gegen den Iceman aus. Nur Q2 und P14, dazu noch drei Strafplätze wegen einer Behinderung von Lance Stroll. So ging der Italiener von P17 ins Rennen. In diesem ging es dann sogar noch mal einen Platz zurück, die schwarz-weiße Flagge sah Giovinazzi als 18. Hinter Stroll, hinter Russel. Räikkönen hingegen rollte als starker Siebter über die Ziellinie – vor Bottas im Mercedes und keine drei Sekunden hinter Gasly im Red Bull. Top! Macht sechs Punkte mehr auf dem WM-Konto des Finnen. Somit nun insgesamt 31 Zähler und damit Platz acht in der WM. Giovinazzi kommt hingegen nur auf ein (!) Pünktchen und WM-Rang 18.

Der letzte meiner „Loser-Fahrer“ ist Kubica. Letzter in der Quali, Letzter im Rennen. Gut, die Gurke namens Williams FW42 ist so blass wie ihre Lackierung. Da geht nicht viel. Oder doch? Durchaus. Russel stellte die Williams-Gurke auf den 16. Startplatz, ging nach der Rückversetzung von Giovinazzi sogar als 15. ins Rennen. Die eigentliche Klatsche für Kubica aber war der Abstand, den ihm der Rookie aufbrannte: 1,3 Sekunden. Im Rennen folgte die nächste Klatsche: Der F2-Champ von 2018 fuhr auf dem Hungaroring 2019 als 16. ins Ziel, Kubica als 19. und damit wie gesagt als Letzter. Und zwar mit einer Runde Rückstand auf Russel. Ich finde es ja Hammer, dass Kubica nach seinem Horrorunfall den Weg zurück in die F1 fand. Aber rein von der Leistung kann ich nur sagen: Robert, deine Zeit ist vorbei. Geh’ nach Haus!

Team-Loser Ungarn 2019 I: Ferrari

Nach den Fahrern habe ich noch zwei Teams auf meiner Ungarn-Loser-Liste. Ferrari sowie Renault. Zuerst Ferrari. Vettel wurde Dritter, Leclerc Vierter. Was es da zu meckern gibt? Die 61 Sekunden Rückstand, die Vettel auf Hamilton nach 70 Runden hatte. Die Roten haben also pro Runde fast eine Sekunde auf Mercedes verloren. Wurden außerdem auch noch von Red Bull abgekocht. Fazit: Ferrari war beim GP Ungarn 2019 nur dritte Kraft. Das kann nicht der Anspruch des Rennstalls sein und das ist er auch nicht. Schon gar nicht nach den Testfahrten im Winter, nach denen Ferrari als haushoher Favorit in die Saison ging. Zwölf Rennen später haben die Boliden mit dem Cavallino Rampante auf der Nase nicht ein einziges gewonnen. Mercedes hingegen zehn, Red Bull und HONDA (!) immerhin zwei. Gut, der böse Abstand nach vorn dürfte am Hungaroring gelegen haben. Dennoch: Auf dem Hungaroring 2019 hatte Ferrari nix zu melden.

Team-Loser Ungarn 2019 I: Renault

Nun Renault. Die Schwarz-Gelben zeigten beim GP Ungarn 2019 erneut eine schwache Show. Im Qualifying nur P11 (Hülk) bzw. P18 (Ricciardo), der sein Timing total verwachste. Im Rennen ging es für Hülk sogar nach hinten, nur P12. Doch das lag nicht am Fahrer: Der Motor des Deutschen war im „Safe Mode“, gab also nicht die volle Leistung frei. Folge: Hülk krebste der Konkurrenz in Ungarn hilflos hinterher und verlor pro 0,3 Sekunden. Das summiert sich nach 70 Runden auf insgesamt 21 Sekunden. Ricciardo kam zwar auf P14 nach vorn, scheiterte jedoch an der rollenden Schikane namens Kevin Magnussen. Fakt ist: Renault hat in Ungarn nicht abgeliefert.

Mich stört allerdings ein anderer Punkt. Und zwar Teamchef Cyril Abiteboul, der nach Deutschland – durchaus zu Recht – Hülk kritisierte. Zugegeben: Nico steht sich bei einem möglichen Podest tatsächlich gern im Weg. Dennoch: Wie oft streikte dieses Jahr bereits die Renault-Technik? Egal ob im Qualifying oder im Rennen. Oft! Statt über den Fahrer zu meckern und gar öffentlich zu kritisieren, sollte Renault endlich mal einen anständigen Wagen auf die Räder stellen. Ungarn hat gut gezeigt, wo Renault steht. Nicht auf P4 in der WM, den die Franzosen eigentlich anpeilen. Sondern eben nur auf Rang sechs mit deutlichem Abstand nach vorn sowie nur wenig nach hinten.

Wer waren deine Verlierer in Ungarn 2019? Lass’ es mich wissen und schreib’ einen Kommentar!

Bild: Renault / XPB / James Moy Photography

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