Hockenheim 2019 Verlierer: Bottas, Hülkenberg, Leclerc, Gasly

Hockenheim 2019 Verlierer: Bottas, Hülkenberg, Leclerc, Gasly

Oh je, da wäre was gegangen. Das hätte ich dick Punkte aufholen können. So dürfte Bottas nach Hockenheim 2019 denken. Weitere Verlierer beim German GP: Leclerc, Gasly, Hülkenberg, Ferrari und Renault.

39 Punkte lag Valtteri Bottas vor dem Grand Prix von Deutschland hinter Lewis Hamilton zurück. Der kam gesundheitlich angeschlagen nach Hockenheim und leistete sich im Rennen seltene Fehler. Dumm nur: Bottas machte es ihm nach und flog in der Nordkurve mit Karacho in die Reifenstapel. Aus. Dabei wäre ein zweiter Platz wohl drin gewesen. 18 Punkte weniger Rückstand. Stattdessen krachte der Finne in die Bande, Hamilton kam als Elfter ins Ziel. Nach der Strafe gegen beide Alfa Romeo rückte der Brite auf P9 vor. Macht immerhin zwei Punkte. Somit nun 41 Punkte Vorsprung. Wäre Bottas hingegen Zweiter geworden, wäre Hamilton nur als Zehnter ins Ziel gekommen. 18 gegen einen Punkt. Rückstand: statt 41 nur 22 Punkte. So wäre die WM doch wieder etwas spannender. Stattdessen… Na du weißt schon.

Fakt ist: Hamilton performt endlich mal richtig schlecht. Doch die Chance lässt der Finne liegen. So wirst du niemals Weltmeister, Valtteri. Leider.

Deutschland: Mercedes als großer Verlierer?

Kleines Aber: Auch Bottas (und Hamiltons) Team Mercedes sah in Hockenheim 2019 eher schlecht aus. Gut, dafür, dass die Piloten ihre Rennen verkorksten, kann das Team um Toto Wolff nichts. Aber: Der große Vorsprung schien in Deutschland dahin. Oder zumindest deutlich geschrumpft. Im ersten Training setzte Vettel die Bestzeit. Der beste Silberpfeil (Hamilton) lag drei Zehntel zurück auf P3. In FT2 war Leclerc Schnellster. Bester Mercedes: wieder Hamilton. Wieder P3. Aber nur noch 1,5 Zehntel zurück. In FT3 dann der Hammer: Leclerc war wieder der schnellste Mann. Bottas als bester Mercedes auf P4 lag fünf Zehntel zurück, Hamilton auf P6 sogar fast sechs Zehntel.

Kurios dabei: War es am Freitag in Hockenheim 2019 noch richtig heiß, war der Samstag schon kühler. Das hätte eigentlich den Silbernen in die Tasche spielen sollen. Tat es aber nicht. Hielt sich Mercedes zurück? Oder war man tatsächlich langsam? Gute Frage. Das Hamilton die Pole holte, war (nicht nur, aber auch) dem Versagen von Ferrari geschuldet. Vettel konnte wegen einem Defekt gar keine Zeit setzen, für Leclerc kam das Aus in Q3. In Q1 war Leclerc jedenfalls noch der Schnellste und lag mit einer 1:12,229 sechs Zehntel vor Hamilton (P3). In Q2 war dann Hamilton der Schnellste und zwar mit einer 1:12,149. Leclerc auf P2 lag knappe zwei Zehntel zurück. In Q3 knallte Hamilton schließlich eine 1:11,767 hin. Verstappen auf P2 hatte 3,5 Zehntel Rückstand.

Hat Mercedes bis Q3 also geblufft? Wäre Leclerc ebenfalls schneller gewesen? Ich denke schon. Schließlich konnte auch Verstappen in Q3 eine 1:12,113 fahren. Also über zwei Zehntel schneller als Leclercs 1:12,344 in Q2. Schade, dass wir die Antwort nie erfahren…

Hockenheim: Charles Leclerc versaut’s selbst

Wobei das wohl am meisten Leclerc selbst ärgert. Der Monegasse hatte es – mal wieder – in der Hand. Und hat es – mal wieder – versemmelt. Mal wieder? Na klar. Ich sag’ nur die versaute Pole in Baku. Oder die Rambo-Fahrt in Monaco. So wie das Rennen in Hockenheim lief, hatte Leclerc Chancen auf den Sieg. Seinen ersten Sieg. Okay, für die technischen Probleme kann der Monegasse nichts. Für seinen Abflug aber schon. Wobei dieser sogar leicht erklärt ist: mangelnde Erfahrung. Sowie eine (noch) zu ungestüme Fahrweise. Auf der anderen Seite: Auch Hamilton, Bottas, Räikkönen oder Hülkenberg legten eine Segeltour abseits der Piste ein. Allesamt gestandene Rennfahrer mit zig Jahren F1-Praxis. Dennoch: Der Sieg wäre für Leclerc möglich gewesen. Im Ergebnis war es aber ein Nuller.

Apropos Ferrari: Die Roten lieferten in Hockenheim 2019 keine Glanzleistung ab. Speziell im Qualifying. Vettel konnte wegen einem Defekt am Turbo keine Zeit setzen und ging daher als Letzter ins Rennen. Leclerc schaffte es immerhin in Q3. Dort war wegen einem Problem mit der Benzinzufuhr aber ebenfalls Schluss. So ging Leclerc als Zehnter an den Start. Die WM gewinnt Ferrari so natürlich nicht. Wenn ich da noch an die weiteren Fehler der letzten Monate denke, oh je. Irgendwie erinnert mich die Scuderia fast an die Chaotentruppe, die man Anfang der 1990er war. Bis Schumi kam und quasi deutsche Ordnung einführte. Dass man dennoch auf das Podium fuhr, ist allein Vettel zu verdanken. Gut, der Ferrari war in Hockenheim 2019 recht schnell. Doch der WM-Zug ist abgefahren. Mittlerweile drückt ja sogar Red Bull von hinten.

Hockenheim 2019: Nico Hülkenberg & Renault

Weiter geht’s mit Hülkenberg. Wieder war ein Podium greifbar nahe, der dritte Platz wäre locker drin gewesen. Doch was macht unser Nico: Kracht in der Südkurve in die Bande. Aus die Maus. Der hülkenbergsche Podiumsfluch. Hülk ist unbestritten ein guter F1-Fahrer. Aber so wie es um das Podium geht, mutiert Nico zum Fahranfänger. Gut, auch anderen wurde die Südkurve zum Verhängnis. Bzw. überhaupt der Hockenheimring. Sowie das Wetter. Dennoch: Hülk hätte endlich sein erstes F1-Podium holen können. Doch wieder hat er es weggeschmissen. Keine Ahnung, was ich noch sagen soll…

Renault sah in Hockenheim 2019 übrigens auch nicht gerade gut aus. Für Hülks Ausfall kann Renault nix, logo. Aber das Aus von Ricciardo geht klar zu Lasten Renaults. Leck im Auspuff. Immerhin: Die Rauchwolke, die der Aussie hinter sich herzog, war schon spektakulär. So was sieht man ja heute selten. Wegen Hülks Aus „feierten“ die Franzosen jedenfalls nach Bahrain ihren zweiten Totalausfall. Der starke Auftritt von Toro Rosso verdrängte Renault zudem von P5 in der WM auf P6. McLaren liegt dank dem starken fünften Platz von Sainz nun 31 Punkte voraus. Apropos McLaren: Auch der Ausfall von Norris geht auf Renaults Kappe. Keine Leistung mehr.

GP Deutschland: Sergio Perez & Pierre Gasly

Zwei Loser hab’ ich nicht: Sergio Perez sowie Pierre Gasly. Zuerst Perez. Der Mexikaner knallte schon in der zweiten Runde in die Mauer, das war’s. Stroll – der allgemein und speziell bei mir als der Schwächere der beiden Racing Point gilt – kam hingegen auf P4 ins Ziel. Zeitweise führte der Kanadier sogar das Rennen an. Kwjat im Toro Rosso fuhr auf P3. Das hätte Checo ebenfalls schaffen können. Schaffen müssen. Hat er aber nicht. Gut, andere – ja, ich wiederhole mich – hat es ebenfalls von der Bahn gewischt. Selbst Hamilton. Den übrigens gleich zwei Mal, das zweite Mal sogar hinter dem Safety Car. Peinlich. Checo haute es jedoch schon in der Runde zwei raus. So war die mexikanische Fiesta beendet, bevor sie überhaupt anfangen konnte.

Zuletzt Gasly. Mmh, was zur Hölle soll ich zum Franzosen sagen? Während der Teamkollege gewinnt, kommt Gasly nicht mal ins Ziel. Null Punkte. Österreich lässt grüßen. Fakt ist: Da hätte was für den Franzosen gehen können. Hätte. Stattdessen rumst der Bengel in Albon – und damit quasi in einen Teamkollegen – und muss die Segel streichen. Dr. Marko wird’s (nicht) gern gesehen haben. Dennoch soll Gasly sein Cockpit bis Ende des Jahres sicher haben. Allerdings wohl eher deswegen, weil Red Bull die Alternativen fehlen. Wenn Kwjat aber noch ein zwei Rennen wie Hockenheim 2019 gelingen, würde es mich nicht wundern, wenn der Russe 2020 wieder im Red Bull sitzt. Spätestens. Gasly hingegen kann dann froh sein, wenn er noch mal den Toro Rosse fahren darf.

Wer waren deine Hockenheim-Loser? Lass’ es mich wissen!

Bild: Renault / XPB / James Moy Photography

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.