Großbritannien Gewinner: Silverstone, Hamilton, Leclerc, Sainz

Großbritannien Gewinner: Hamilton, Leclerc, Sainz, Kwjat, Räikkönen

Der GP von Großbritannien war ein echter Hammer. Okay, Mercedes spielte wieder in seiner eigenen Liga. Doch es ging rund. Das Beste: Die Rennstrecke bekam just zum Rennen einen neuen Vertrag.

Juhu, der britische Grand Prix ist gerettet. Wegen der horrenden Antrittsgelder, die Jahr für Jahr steigen sollten, hatte der BRDC (British Racing Drivers’ Club) als Besitzer des Silverstone Circuit das F1-Rennen bekanntlich gekündigt. Zum GP Großbritannien gab es jedoch die Erlösung, einen neuen Vertrag. Zu (wahrscheinlich) deutlich besseren, sprich günstigeren Konditionen. Was Silverstone fortan an Liberty Media zahlen muss, ist zwar nicht bekannt. Weniger als die bis zu 23 Millionen Dollar anno 2026 (nach altem Vertrag) sind es aber sicher. Offiziell ist: Der neue Kontrakt geht über fünf Jahre, der Silverstone Circuit ist somit bis 2024 fix.

Silverstone ist daher für mich der größte Gewinner. Und zwar aus gleich mehreren Gründen. Weil

  1. die britischen Fans wohl zu den größten überhaupt zählen
  2. hier am 13. Mai 1950 das erste F1-Rennen überhaupt stattfand
  3. daher hier 2020 der 70. Jahrestag der ersten F1-Runde ansteht
  4. allein am Renn-Sonntag 2018 ganze 140.500 Fans kamen
  5. am gesamten GP-Wochenende 2018 sogar 340.000 Fans an die Strecke strömten
  6. hier bereits 51 F1-Rennen stattfanden
  7. die Strecke einfach tolle Rennen verspricht

Der BRDC dürfte also alles richtig gemacht haben. Die Briten haben gepokert und bessere Konditionen herausgeholt. Mit dem alten Vertrag wäre die Strecke hingegen böse in die roten Zahlen gerutscht, zumal es keine staatlichen Gelder gibt. Von daher: Glückwunsch. An Silverstone, an die Formel 1, an die britischen Fans.

Großbritannien-Sieger: Mercedes & Hamilton

Logo, dass sonst vor allem Mercedes sowie Hamilton als die großen Sieger aus Silverstone nach Hause gehen. Mercedes, weil man wieder in der Spur und Österreich (wie erwartet) nur ein Ausrutscher war. In Spielberg war es den Silberpfeilen zu heiß, deren Kühlung extrem am Limit ist. Lässt das für weitere Hitzerennen hoffen? Eher nicht, denn die Silbernen haben reagiert und für entsprechende Rennen – zum Beispiel Ungarn oder Mexiko – ein entsprechendes Update entwickelt. Eine Wiederholung von Österreich schließt das silberne Lager daher aus. Schade. Aber wer weiß…

Hamilton wiederum zeigte sich in Großbritannien mal wieder als echtes Glückskind. In der Quali (verdammt knapp) von Bottas geschlagen, beim Start auf P2 festgenagelt. Nach ein paar Runden dann der große Angriff. Hamilton ging an Bottas vorbei, doch der Finne konterte ganz cool nur eine Kurve später. So hätte das Rennen zu Ende gegen können. Ging es aber nicht. Das Safety Car mischte die Karten neu. Bottas war schon in der Box, Hamilton nicht. So kam der Brite zu einem Gratis-Stopp, behielt die durch den frühen Bottas-Stopp geerbte Führung und gab diese nicht mehr her. Besser konnte es für Hamilton nicht laufen. In der WM hat der Brite nun 39 (?) Punkte Vorsprung, das sagt alles…

Silverstone 2019: Leclerc, Gasly, Räikkönen

Immerhin: Es gab noch ein paar weitere Sieger in Großbritannien. Leclerc zum Beispiel. Wieder Dritter. Wie schon in Österreich, Frankreich sowie Kanada. Ergo zum vierten Mal in Folge. Wieder großartige Kämpfe mit Verstappen. Die beiden balgten sich über Runden, kämpften mit harten Bandagen. Leclerc drängte Verstappen sogar einmal von der Strecke, eine Strafe gab es dafür nicht. Gott sei Dank! Davon ab war Leclerc wieder schneller als Vettel. Was gibt es da noch zu sagen…

Gasly hat mich in Silverstone ebenfalls überzeugt. Endlich. Warum? Erstens: Der Bengel kann doch überholen, wie er gegen Vettel zeigte. Ein Punkt, der zuletzt bei Dr. Marko in der Kritik stand. Zweitens: Gasly zeigte mal Speed. Dieser ist aber wohl kein Wunder. Wie aus dem Bullenlager zu hören war, drückte man dem Franzosen in Silverstone das Setup von Verstappen auf. Zuvor verrannte sich der 2016er GP2-Meister in zu vielen Details. Dass Red Bull nun quasi ein Setup vorschreibt, scheint zu helfen. Mal schauen, wie es für Gasly in Hockenheim läuft.

Mein nächstes Highlight unter den Fahrern: Kimi Räikkönen. Zugegeben: Der Finne sah im Rennen eigentlich eher blass aus. Doch mit seiner finnisch-supercoolen Art fuhr der Weltmeister von 2007 auf P8 vor und heimste damit schon wieder vier Punkte ein. So hält der Finne nun bei 25 Zähler und liegt auf WM-Rang 8. Kimi jedenfalls hielt sich aus allem raus, spielte seine Erfahrung aus und staubte ab. Für Sauber bzw. Alfa bleibt der Iceman damit die sichere Bank. Bravo.

Großbritannien: Sainz, Kwjat, Russel, Red Bull

Carlos Sainz schaffte im Rennen sogar P6, dabei war der Spanier nur als 13. ins Rennen gestartet. Gut, Sainz jr. kam das Safety Car zugute. Dennoch: Der Iberer zeigte in Großbritannien eine Topleistung. McLaren entpuppte sich zudem erneut als viertstärkstes Team. Renault konnte allerdings doppelt punkten und büßte so nur einen WM-Punkt ein. Dennoch: McLaren hat nun 21 Zähler Vorsprung und scheint nicht langsamer werden zu wollen.

Ebenfalls top in Silverstone: Daniil Kwjat. In der Quali schaffte der Russe nur P17 und flog schon in Q1 raus. Ganz im Gegensatz zu seinem Boxennachbar Albon, der es in Q3 und auf P9 schaffte. Im Rennen zeigte der Russe dann aber durchaus am Klasse und holte sich – auch dank dem Safety Car – P9 und zwei Punkte. Gut gemacht.

Auch George Russel muss ich loben. Der Jungspund kam zwar nur auf P14 ins Ziel, aber (mal wieder) vor seinem erfahrenen Teamkollegen Robert Kubica. Apropos Kubica: Dem Polen drückte Russel in der Quali mal wieder satte fünf Zehntel auf. Im gleichen Auto eine Welt. Zumal Kubica nicht irgendwer ist, sondern in seiner ersten Karriere schon als Weltmeister galt. 2020 dürfte der Pole aber wohl nicht mehr im Williams sitzen. Dafür ist er gegen einen Rookie zu schwach und verlor bisher alle zehn Qualifyings. Oh je…

Zuletzt noch Red Bull. Zum einen scheinen die Bullen mittlerweile gleichauf mit Ferrari. Respekt. Zum anderen knackten die Blauen den Rekord der schnellsten Boxenstopps. Nur 1,91 Sekunden brauchten die Red Bull-Mannen, um bei Gasly alle vier Gummis zu wechseln.

Wer waren deine Sieger in Großbritannien? Schreib’ doch einen Kommentar!

Bild: FCA / Alfa Romeo

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