Die Verlierer in Spanien 2019: Renault, Ferrari, Norris, Kubica

Die Verlierer in Spanien 2019: Renault, Ferrari, Norris, Kubica

So wie der Grand Prix von Spanien 2019 einige Sieger hervorbrachte, gab es natürlich auch den einen oder anderen Verlierer. Als solche sehe ich Renault, Ferrari, Racing Point, Alfa Romeo oder Grosjean und Norris.

Wobei: Der erste Verlierer des Grand Prix von Spanien 2019 war der Grand Prix selbst. Barcelona ist als überholfeindlich bekannt, entsprechend entpuppte sich das Rennen als Langweiler. Einzig der Start sowie das letzte Viertel waren sehenswert. Gut, Kwjat zum Beispiel zeigte ein paar tolle Manöver. So sollte der Russe immer fahren.

Egal. Heute geht um die Loser. Da gab es nämlich einige. Etwa Ferrari. Ein fettes Update-Paket hatten die Italiener mitgebracht, samt einem Motor-Update. Gebracht hat’s nix. Im Gegenteil: Fast neun Zehntel brummte Polesetter Bottas dem besten Ferrari (Vettel) auf Platz drei auf. Eine Welt. Zumal sich mit Verstappen auch noch ein Red Bull zwischen die Roten schob. Gerade mal eine Zehntel lag der Niederländer zurück. Keine Welt.

Im Rennen dann die nächste Watsche: Verstappen zog an Vettel vorbei und hielt den dritten Platz bis ins Ziel. Bamm, das hat gesessen. Ist Ferraris Update also verpufft? Scheint so. Zumindest war Red Bull auf Augenhöhe, Mercedes hingegen Meilen weg. Mit dem fünften Doppelsieg im fünften Rennen rasen die Silbernen nicht nur zum neuen Rekord, sondern auch in der WM immer weiter weg. In der Teamwertung fehlen Ferrari bereits 96 Punkte, in der Fahrer-WM 48 Zähler. Das sind zwei Siege – bei gleichzeitigem Ausfall beider Mercedes. Zumal Verstappen auch in der WM den Spielverderber macht, liegt der Niederländer doch nun auf Platz drei. Das Ferrari-Duo Vettel und Verstappen dagegen nur auf vier und fünf. Oh je…

Grand Prix von Spanien 2019: Verlierer Teams

Überhaupt sehe ich vor allem einige Teams als Verlierer in Spanien. Etwa Renault. In Spanien hatte die Equipe nichts zu melden. Im Quali nur Zehnter (Ric) und 16. (Hülk). Der Fehler in Q1 von Hülkenberg geht klar auf dessen Kappe, allzu viel schneller als Ricciardo wäre Hulk aber wohl kaum gewesen. Dass Renault (wohl aus Mangel an Ersatzteilen) einen anderen Frontflügel anbaute, ist Schuld des Teams. Dass sich Hülk und Renault vor den Kommissaren uneins waren, ob nun ein alter oder neuer Flügel angeschraubt wurde, „kurios“. Im Rennen kamen die Schwarz-Gelben dann im Paarflug auf zwölf (Ric) und 13 (Hülk). Für ein Werksteam war das nix. Leid tut mir ja vor allem Hülkenberg, der sich als Werksfahrer im mittlerweile vierten Renault-Jahr sicher mehr erhoffte.

Weitere Verlierer sind Alfa Romeo und Racing Point. Auch diese Teams hatten in Spanien 2019 nix zu sagen. Punkte? Nö. Besonders für Alfa eine kleine Watschn, konnte das frühere Sauber-Team doch zuvor in allen Rennen punkten. Die Serie endete in Spanien. Racing Point wiederum hatte ein Update-Paket dabei, das nix brachte. In der Quali 15 (Perez) und 17 (Stroll), im Rennen dann 15. (Perez) und Ausfall (Stroll). Fazit: Racing Point hechelt der früheren Force India-Form hinterher.

Zuletzt Haas. Haas? Korrekt. Die Amis fuhren in Spanien 2019 endlich wieder in die Punkte. Magnussen Siebter, Grosjean Zehnter. Macht sieben Zähler. Es hätten jedoch mehr sein können. Wenn sich die zwei Piloten nicht gegenseitig beharkt hätten. Steiner war zu Recht sauer. Wobei ich die Schuld vor allem bei Grosjean sehe. Mit nun 33 Jahren sollte der Franzose langsam mal cooler agieren. Siehe Max Verstappen. Grosjean dürfte sich mit seinen Attacken bei Teamchef Steiner jedenfalls keinen Gefallen getan haben.

Grand Prix von Spanien: Verlierer Fahrer

Apropos Fahrer, auch hier gab es einige Verlierer. Kubica zum Beispiel. So sehr mich das Comeback des Polen freute, so sehr erscheint es mir mittlerweile (leider) als Debakel. Vor Spanien tauschte Williams die Chassis. Kubica fuhr im Russel-Boliden, der wieder im Wagen des Polen. Dennoch brummte der Youngster dem Polen in der Quali 1,2 (!) Sekunden auf. Das ist quasi voll in die Fresse mit Anlauf. Dass sich die Boliden unterschiedlich verhalten, kann Kubica nun nicht mehr als Ausrede benutzten. Eine Ablöse mitten in der Saison ist trotzdem unwahrscheinlich. Erstens wegen Kubica-Sponsor und Tankstellenbetreiber PNK-Orlen, der Williams für 2019 geschätzte zehn Millionen Dollar überweist. Zweites: Egal, wer in der Gurke namens FW42 sitzt, Punkte fährt damit keiner ein. Zumindest nicht aus eigener Kraft.

Auch Norris wusste beim Grand Prix von Spanien nicht gerade zu glänzen. Mit seinem Manöver gegen Stroll zeigte der McLaren-Newbie schlicht seine mangelnde Erfahrung. Gut, Stroll hätte mehr Platz lassen können. Aber Norris war klar hinten. Die Kommissare taten den Crash als normalen Rennunfall ab, ich sehe die Schuld eher bei Norris. Egal, denn im Fazit sollte Norris zumindest Einsicht zeigen, dass er da zu viel wollte. Tut er aber nicht.

Zuletzt Gasly. Während Verstappen erneut als Dritter brilliert und sogar die Ferrari schlägt, fuhr der Franzose ein eher unauffälliges Rennen. Platz sechs im Qualifying, Platz sechs im Rennen. Wenn Kwjat weiter so gute Rennen liefert, kann es ganz schnell passieren, dass Marko die beiden in das Cockpit des jeweils anderen setzt. Selbst mitten in der Saison. Kwjat kann davon ein Liedchen singen. Oder Verstappen.

Das war’s. Wer sind deine Verlierer in Spanien?

Bild: Renault / XPB / James Moy Photography

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