GP Russland 2019: Hamilton gewinnt nach Vettel-Ausfall & Safety Car

GP Russland 2019: Hamilton gewinnt nach Vettel-Ausfall & Safety Car

Fünf Mal gastierte bisher die Formel 1 in Sotschi, fünf Mal hieß der Sieger Mercedes. Für den GP Russland 2019 schien hingegen alles für Ferrari angerichtet. Doch ein Safety Car schenkte Lewis Hamilton den Sieg.

Als Favorit war Mercedes nach Sotschi angereist, doch Trainings und Qualifying dominierte Rot. Leclerc holte nach Belgien, Italien und Singapur seine vierte Pole in Folge. Dahinter parkten Hamilton, Vettel, Bottas, Sainz, Hülk, Norris, Grosjean, Verstappen und Ricciardo ihre Boliden. Verstappen hätte eigentlich auf P4 gestanden, bekam allerdings fünf Plätze wegen einem Wechsel des Motors aufgebrummt. Teamkollege Albon musste sogar aus der Box starten. Der Rookie hatte im Qualifying seinen Red Bull zerlegt, worauf das Team etliche Teile wechseln musste.

Beim Start preschte dann prompt Vettel vor. Hamilton war quasi ohne Chance, bis zur ersten Kurve packte Vettel zudem noch Leclerc. Hamilton musste sich hingegen Sainz erwehren. Der Spanier war schon am Briten vorbei, eine Kurve später konnte Hamilton kontern. Weiter hinten krachte es sogar: Grosjean stellte seinen Haas ab, Ricciardo schleppte sich mit einem Plattfuß an die Box. Was war da denn passiert? Das Replay klärte auf: Giovinazzi geriet zwischen Grosjean und Ricciardo, wurde von beiden eingekeilt, es kam zum Crash. Safety Car. Das nutzte Kubica prompt für seinen Pflichtstopp. Ebenso wie Ricciardo, dessen Stop wegen dem Platten allerdings nicht wirklich freiwillig war.

Absprache gebrochen? Funk-Stunk bei Ferrari

Ferrari lag jedenfalls vorn: Vettel führte vor Leclerc und Hamilton. Das schaute gar nicht gut aus für die Silberpfeile. Noch nie hatte Mercedes in Russland verloren. Drei Mal gewann Hamilton, jeweils ein Mal Bottas und Rosberg. Doch Mercedes setzte auf Taktik: Während die Top 10 allesamt den Soft auf den Achsen hatte, fuhren Hamilton und Bottas den Medium. So konnten die Silbernen länger draußen bleiben. Dafür war der Medium jedoch 0,6 Sekunden langsamer als der Medium, der Hard nochmals 0,6 Sekunden als der Medium.

In der vierten Runde gab die Rennleitung das Rennen wieder frei. Prompt schnappte sich Magnussen Hülkenberg auf P9. Zwei Runden später war auch DRS frei. Zu der Zeit hatten die Roten schon eine kleine Lücke auf Hamilton, vor allem Vettel drehte böse auf. Dann jedoch ging bei Ferrari der Stunk am Funk los. Ferrari an Vettel: „Let Charles by!“. Wie jetzt? Vettel sollte Leclerc überholen lassen?

Korrekt. Angeblich gab es eine Absprache vor dem Start, dass Leclerc Vettel Windschatten geben sollte, damit dieser Hamilton knacken konnte. Jetzt sollte Vettel die Position wieder herausrücken. Der aber dachte gar nicht daran. Zu Recht? Der Deutsche brannte eine Bestzeit nach der anderen in den russischen Asphalt. Die Diskussion am Funk – speziell das Gejammere von Leclerc – wurde immer erbärmlicher. Zumal der Monegasse jede Runde zwei drei Zehntel verlor. So oder so: Vettel war zu der Zeit der klar schnellere Mann auf der Strecke.

GP Russland. Räikkönen legt Frühstart hin

Derweil gab es eine Strafe für Räikkönen, nämlich eine Drive Through Penalty wegen Frühstarts. Damit war das Rennen des Finnen wohl gelaufen. Auf der Strecke wiederum packte Bottas Sainz auf P4, Verstappen Perez auf P7 und auch Hülk war plötzlich wieder an Magnussen vorbei. Vorn an der Spitze änderte sich nichts. Nach zehn von 53 Runden führte Vettel rund zwei Sekunden vor Leclerc. Der Deutsche dachte nicht daran, die Führung abzugeben. Stattdessen baute Vettel seinen Vorsprung Runde für Runde aus. Hinter den Roten folgten mit durchaus deutlichen Abstand Hamilton, Bottas, Sainz, Norris, Verstappen, Perez, Hülkenberg und Magnussen.

In Runde zwölf schnappte sich Verstappen Norris auf P6. Drei Runden später kassierte Hülk Perez auf P8. In Runde 16 stellte Hamilton eine neue Bestzeit auf. Gab der Soft etwa schon nach? Vettel lag knapp drei Sekunden in Front. Leclerc fiel also mehr und mehr zurück. Schlimmer noch: Hamilton kam tatsächlich näher. Ferrari funkte daher an den Monegassen: „Du kannst jetzt puschen“. Doch wer Gas gab, war Vettel: Der Deutsche unterbot Hamiltons Bestzeit. Hülkenberg erledigte derweil in Runde 17 seinen Pflichtstopp und tauschte seinen Soft gegen den Medium. Leider ging der Stopp schief, der zum Ende der Saison gekündigte Deutsche stand 7,2 Sekunden. Parallel schnappte sich Verstappen Sainz auf P5.

Sotschi 2019: Schmutziges Spiel von Ferrari?

Auch Hamilton holte weiterhin auf. Zur 21. Runde betrug der Abstand des Briten auf Leclerc nur noch 2,8 Sekunden. In der gleichen Runde holte sich Norris bei seinen Mannen einen Satz frischer Mediums ab, eine Runde später tat es im Sainz gleich. Wieder eine Runde später holte Ferrari Leclerc rein. Auch der Monegasse bekam den Medium auf die Achsen. Wollte Ferrari seinen Youngster etwa mit einem Undercut an Vettel vorbeihieven?

Zurück auf der Strecke war Leclerc jedenfalls Vierter. Zur 24. Runde kam Perez zum Stopp, während Albon von Gasly P8 eroberte. Nur zur Erinnerung: Der Rookie war aus der Box gestartet. Kurz darauf verlor der Franzose an Kwjat und Sainz zwei weitere Positionen. Derweil knallte Leclerc eine neue Bestzeit in die Bahn. In Runde 26 stellte Ricciardo seinen Renault an der Box ab, der Crash am Start war wohl schlimmer als gedacht. Eine Runde später holte Ferrari endlich Vettel rein – vier Runden nach Leclerc. Und es kam, wie Ferrari es scheinbar wollte: Nach dem Stopp war Vettel nur noch Vierter hinter Leclerc.

Doch es kam noch dicker: Kaum gab Vettel Gas, wurde sein Ferrari plötzlich langsamer. Wenige Kurven später parkte Vettel seinen SF90 am Streckenrand. Virtual Safety Car. Jetzt schlug die Stunde der Spätstopper. Stroll war der erste an der Box. Magnussen, Kwjat, Giovinazzi, Räikkönen, Hamilton, Bottas und Verstappen folgten.

GP Russland 2019: Hamilton geht in Führung

Nach der Boxenstopp-Orgie lag plötzlich Hamilton in Führung, Leclerc war Zweiter, Bottas Dritter. Ebenfalls in den Top 10: Verstappen, Albon, Sainz, Magnussen, Norris, Perez, Hülkenberg. Kaum gab die Rennleitung wieder grün, rauschte Russel geradeaus in die Mauer. Jetzt gab es das echte Safety Car. Gleichzeitig kam Kubica an die Box und stellte seinen FW42 ab. Doppelausfall für Williams.

Das Safety Car nutzte mancher für einen (weiteren) Stopp. Konkret Albon, Hülkenberg und Kwjat. Die Überraschung: Auch Ferrari holte Leclerc noch mal rein und verpasste dem Monegassen den Soft. Damit hatte Leclerc nun zwar zwei Runden frischere Reifen als Hamilton und Bottas, dafür war P2 futsch. Scheinbar setzte Ferrari auf seine schiere Topspeed und die lange Gerade in Sotschi.

Ende der 32. Runde holte die Rennleitung das Safety Car wieder grün. Die Top 3 waren nun allesamt auf dem Soft. Zwei Runden später war zudem wieder DRS möglich. Hamilton lag beim GP Russland 2019 nach wie vor in Front. Dahinter Bottas, der sich mit Müh und Not Leclerc erwehrte. Vorbei kam der Monegasse allerdings nicht. Weder mit dem Plus an Topspeed, noch mit DRS. Dahinter ging es munterer zu. Albon überholte Norris auf P7, der prompt kontern konnte. Doch schon war Albon erneut an Norris vorbei, ebenso wie obendrein Perez. Damit war der Youngster in McLaren-Diensten nur noch Neunter.

Sotschi: Hamilton staubt vierten Sieg ab…

Kwjat schnappte sich wiederum seinen Teamkollegen Gasly auf P12. Eine Runde später kickte Hülkenberg Stroll aus den Top 10. Gasly wagte eine Attacke auf Kwjat, um P12 zurück zu erobern. Diese aber ging schief, der Franzose verbremste sich und raste in Kurve eins geradeaus. Damit verlor Gasly auch noch P13 an Räikkönen. Leclerc war zu dieser Zeit klar schneller als Bottas, doch der Finne machte sich breit. Davon ab verlor der Monegasse ausgerechnet in Sektor drei, weswegen Leclerc auf der Start-Ziel-Geraden zu weit weg war.

Die letzten Runde plätscherten vor sich hin, Action gab es nur wenig. Albon krallte sich Magnussen auf P6, eine Runde später war auch Perez am Dänen vorbei. Kein Wunder, leistete sich Magnussen doch in Kurve zwei einen Verbremser und kam dabei von der Strecke ab. Das sollte Folgen ab: in Form einer 5-Sekunden-Strafe wegen Verlassens der Strecke. War da nicht was mit „let them race“?

Kurz darauf konnte Albon noch P5 von Sainz erringen, das war es dann quasi. Fünf Runden später querte Hamilton als Erster die Ziellinie und gewann den GP Russland 2019 vor Bottas und Leclerc. Verstappen, Albon, Sainz, Perez, Magnussen, Norris sowie Hülkenberg machten die Top 10 voll. Magnussen verlor allerdings wegen der Strafe P8 und wurde nur Neunter. Norris rückte somit beim GP Russland 2019 auf P8 vor.

Bild: Daimler

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.