GP Österreich 2019: Verstappen & Red Bull brechen Mercedes-Serie

GP Österreich 2019

Das war doch endlich mal wieder ein geiles Rennen. Mercedes beim GP Österreich 2019 ohne Chance. Dafür balgen sich Ferrari und Red Bull bzw. Charles Leclerc und Max Verstappen knallhart um den Sieg…

Schon vor dem Rennen auf dem Red-Bull-Ring war gewiss: Die Silberpfeile sind endlich mal nicht Favorit. Im Qualifying brummte Leclerc Hamilton 2,5 Zehntel auf. Doch es kam noch dicker. Wegen der Blockade von Kimi Räikkönen bekam Hamilton gleich noch einen aufgebrummt. Nämlich plus fünf Startplätze von der Rennleitung. Hamiltons Glück: Weil Magnussen auf P5 ebenfalls eine Strafe absitzen musste, wurde es Startplatz vier. Wegen etlicher Strafen stand die finale Startaufstellung zum GP Österreich 2019 übrigens erst heute morgen fest. Die Top 10: Leclerc, Verstappen, Bottas, Hamilton, Norris, Räikkönen, Giovinazzi, Gasly, Vettel, Magnussen. Vettel konnte in Q3 keine Zeit setzen, da sein Ferrari muckte. So stand Seb lediglich auf P10 bzw. wegen der Strafe gegen Magnussen auf P9.

GP Österreich 2019: Verstappen verbockt Start

Rund ging es dann schon zum Start, den Verstappen komplett verbockte. Beide Mercedes zogen vorbei, Hamilton musste zur Vermeidung eines Unfalls sogar einen harten Schlenker machen. Dadurch kam Hamilton selbst unter Beschuss, Lando Norris (!) im McLaren (!) wagte eine Attacke. Der Rookie ging tatsächlich vorbei, allerdings konnte der Champ kontern. Verstappen jedenfalls war nach der ersten Runde nur noch Siebter. Vettel hingegen machte am Start drei Plätze gut und war damit Sechster. Ein ähnliches Stühlerücken gab es bei Renault. Während Ricciardo zwei Plätze verlor, machte Hülkenberg drei gut. Die Top 10 nach der ersten Österreich-Runde stellte Leclerc vor Bottas, Hamilton, Räikkönen (!), Norris (!), Vettel, Verstappen, Gasly, Giovinazzi sowie Magnussen.

Zur dritten Runde gab die Rennleitung DRS frei, doch da war Leclerc schon aus dem 1-Sekunden-Fenster. Kein Wunder, der Monegasse hatte gerade mit einer 1:09,282 die erste Bestzeit gesetzt. Weiter hinten schnappte sich Sainz Grosjean, Albon wiederum Kubica. Nur eine Runde später kassierte Vettel Norris, war damit Fünfter. Zwei Runden später war zudem Räikkönen fällig, Vettel nun Vierter. Wieder eine Runde später ging Verstappen an Norris vorbei, P6. Zwei Runden später – man beachte die Parallele zu Vettel – war Verstappen an Räikkönen vorbei. Zur selben Zeit musste sich außerdem Magnussen Sainz beugen. Leclerc war dem Feld bzw. Bottas derweil schon um 2,5 Sekunden enteilt.

Red-Bull-Ring: Haas fällt wieder weit zurück…

Apropos Haas: Das US-Team zeigte ein tolles Qualifying, fiel im Rennen aber wieder gnadenlos zurück. Magnussen lag nach der Sainz-Attacke nur noch auf P15, Grosjean auf P16. Kurz darauf war der Franzose sogar nur noch 17., weil Albon vorbeizog. Magnussen war es dann auch, der als Erster in die Box kam – anfangs Runde zwölf. Der Däne ließ sich jedenfalls den Hard anschnallen. Zurück auf der Strecke war Magnussen Letzter. Kurz darauf eroberte Norris in Kurve drei P6 von Räikkönen. Die Reifen waren übrigens beim GP Österreich 2019 ein interessantes Thema. Im Gegensatz zu Verstappen und den Silberpfeilen auf Medium waren die Ferrari auf Soft unterwegs. Die Alfas, Norris und Gasly hatten ebenfalls den Soft auf den Achsen. Perez – mittlerweile Zehnter – wieder den Medium. Für Magnussen kam es jedenfalls noch dicker: Dem Dänen brummte man eine Drive Through Penalty auf.

Dann ging es in der Boxengasse richtig rund. Erst kam Kubica zum Reifenwechsel (Runde 21), anschließend im Paarflug Bottas und Vettel (Runde 22). Beim Deutschen ging der Stopp schief, es lagen keine Reifen parat. Später stellte sich heraus: Die Roten hatten Probleme mit dem Funk, weswegen die Mechaniker schlicht nicht Bescheid wussten. Vettels Aufholjagd auf Hamilton bekam daher einen bösen Dämpfer, satte 6,1 Sekunden stand der Ferrari still. Die Action in der Box nahm dennoch nicht ab. In Runde 24 fasste Leclerc frische Gummis ab, in Runde 25 Räikkönen. So schlecht war der Soft auf dem Red-Bull-Ring also nicht. Es folgten Gasly, Norris sowie Stroll (Runde 26), Hülkenberg (27), Russel (29), Perez (30). In Runde 31 erledigte auch Hamilton seinen Stopp. Wobei der Silberpfeil nicht nur frische Walzen bekam, sondern außerdem eine brandneue Nase.

GP Österreich 2019: Verstappen auf roter Jagd

Wegen seinem längeren Stopp (11 s) fiel Hamilton tatsächlich hinter Vettel auf P5 zurück. Der wieder brannte prompt eine neue Bestzeit in den Asphalt: 1:08,345. Der Zwischenstand zur Halbzeit (Runde 35): Leclerc führte wieder vor Bottas, neuer Dritter war nun Vettel. Dahinter: Verstappen, Hamilton, Sainz, Ricciardo, Norris, Gasly und Räikkönen. Leclerc setzte zudem prompt eine neue Bestzeit: 1:08,344. Danach passierte erst einmal wenig, die Abstände blieben allerdings klein. In Runde 42 packte schließlich Norris Ricciardo. Der Aussie war immer noch auf dem Medium unterwegs, war daher kein wirklicher Gegner. Parallel steuerte Sainz seine McLaren-Box an. Kurz darauf brannte Verstappen mit 1:08,317 eine neue Bestzeit in die Bahn. Der Niederländer kam auf dem Red-Bull-Ring nach seinem verpatzten Start immer besser in Fahrt und lag nur noch zwei Sekunden hinter Vettel. Teamkollege Gasly konnte wiederum Ricciardo knacken, der in Runde 48 endlich in die Box rollte.

Derweil war Verstappen fast schon im DRS-Fenster zu Vettel. In Runde 49 folgte die erste Attacke des Niederländers, die Vettel allerdings blocken konnte. Eine Runde später war Mad Max aber doch am Deutschen vorbei, was die vielen Niederländer am Ring aufjubeln ließ. Parallel schnupfte Sainz Perez auf P10. Dann die Überraschung: Vettel steuerte anfangs Runde 51 erneut die Box an und holte sich einen Satz Soft ab, womit der Deutsche hinter Hamilton auf P5 zurückfiel. Abstand: rund acht Sekunden. Doch Vettel gab munter Gas und setzte in Runde 54 mit 1:07,787 eine neue Bestzeit. Damit verkürzte er den Abstand auf Hamilton prompt auf 6,5 s. Zur gleichen Zeit lag Sainz bereits auf P8, der Spanier hatte erst Giovinazzi, dann Räikkönen kassiert.

Wie 2018: Max Verstappen rast zum Sieg…

Der Mann der Stunde war jedoch Verstappen, der bereits Bottas im silbernen Heck hing. In Runde 55 erfolgte die erste Attacke, die noch schiefging. Schlimmer noch: Der Niederländer funkte an seine Red Bull-Mannen „Loosing Power“. Gab etwa der Honda-V6 seinen Geist auf? Scheinbar nicht. Red Bull gab ein paar Anweisungen, in Kurve drei ging der Niederländer dann am Finnen vorbei. Das war P2. Abstand auf Leclerc: 5,5 s. Bei noch 15 Runden. Und der Niederländer holte auf. Allein in der 58. Runde nahm Verstappen Leclerc fast acht Zehntel ab. Der Abstand auf den Führenden schrumpfte so auf 4,9 s. Kein Wunder: Die Gummis von Verstappen waren um neun Runden jünger als jene von Leclerc. Allerdings machte nicht nur der Niederländer Dampf, sondern auch Vettel. In Runde 62 hatte Verstappen den Abstand auf Leclerc auf 3,5 s verkürzt, Vettel seinen auf Hamilton auf 2,5 s.

Nur zwei Runden später lag Verstappen nur noch 2,6 s zurück, Vettel wiederum 2,0 s. Die Schlussphase war Spannung pur. Dann Runde 66: Verstappen hatte es ins DRS-Fenster zu Leclerc geschafft. Die erste Attacke ritt der Niederländer bereits eine Runde später. Leclerc blieb vorn. Der nächste Angriff folgte prompt in Runde 68, wieder in Kurve 3. Dieses Mal schaffte es der Niederländer neben den Ferrari, doch es wurde eng. Verstappen ließ sich weit raustragen, es kam zum Kontakt, Leclerc von der Strecke ab – und der Red Bull war vorbei. Dennoch: Das Manöver dürften sich die Kommissare wohl noch mal anschauen.

GP Österreich 2019: Untersuchung gegen Verstappen

Verstappen jedenfalls war an Leclerc vorbei, der seinen Unmut lauthals per Funk bekundete. In der vorletzten Runde ritt dann auch Vettel eine Attacke gegen Hamilton – und ging am Briten vorbei. Damit war Seb wieder auf P4. Kurz darauf raste Max Verstappen beim GP Österreich 2019 – wie schon im Vorjahr – als Erster über die Ziellinie. Auf zwei und drei folgten Leclerc sowie Bottas. Dahinter: Vettel, Hamilton, Norris, Gasly, Sainz, Räikkönen und Giovinazzi. Der Italiener holte damit endlich seinen ersten WM-Punkt. Glückwunsch. Ebenso wie an Honda. Für die Japaner war der GP Österreich 2019 der erste Sieg seit dem Comeback 2015 sowie Ungarn 2006 durch Jenson Button.

Kurz darauf folgte allerdings im TV die Einblendung, dass die Szene zwischen Verstappen und Leclerc von den Stewards untersucht wird. Bei der Siegerehrung stand Verstappen ganz oben auf dem Podium, Leclerc als Zweiter mehr als zerknirscht daneben. Anschließend mussten die Streithähne zum Rapport vor die Kommissare. Diese ließen sich Zeit, weswegen das offizielle Endergebnis erst gegen halb neun abends feststand: Verstappen behielt den Sieg.

In der Begründung der Stewards hieß es, dass Verstappen zwar Leclerc berührte, dabei jedoch „volle Kontrolle“ über sein Fahrzeug hatte. Entsprechend hakten die Kommissare die Aktion als „Rennzwischenfall“ ab. Ferrari nahm die Entscheidung sportlich und verkündete, keine Berufung einzulegen. Leclerc muss also noch etwas länger auf seinen ersten Sieg warten. Ebenso wie Ferrari. In Österreich gewannen die Roten übrigens zuletzt 2003 – mit Michael Schumacher.

Bild: Daimler

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.