GP Monaco 2019: Lewis Hamilton siegt in den Häuserschluchten

GP Monaco 2019: Lewis Hamilton siegt in den Häuserschluchten

Monaco ist wohl das Rennen des Jahres, wenn auch leider nicht von der Action her. Der GP Monaco 2019 war dann aber doch spannender als erwartet. Als Sieger raste schließlich Lewis Hamilton über die Ziellinie.

Zugegeben: Die meisten Rennstrecken bieten mehr Action als die engen Gassen von Monte Carlo. Zumal im Grunde schon vor dem Qualifying klar war, wer das Rennen gewinnt. Eben Mercedes. Den sechsten Doppelsieg in Folge schafften die Silbernen beim GP Monaco 2019 aber doch nicht. Dabei standen die Silberpfeile noch geschlossen in Reihe eins. Hinter Hamilton sowie Bottas lauerte Verstappen. Dahinter obendrein Vettel, Magnussen, Ricciardo, Kwjat, Gasly, Sainz und Albon.

Der Start verlief fast harmlos. Hamilton blieb vorn, Verstappen wagte eine Attacke auf Bottas. Der Finne hielt jedoch außen gegen. Gut gemacht. Ricciardo kassierte Magnussen, war damit prompt Fünfter. Auch Kubica kam gut weg und tauchte nach einer Runde im Klassement auf Rang 18 auf. Mit Wut im Bauch war außerdem Leclerc unterwegs. Ferrari hatte das Qualifying des Monegassen vergeigt, so dass der Lokalmatador lediglich von 15 ins Rennen ging. Schon in Runde zwei kassierte Leclerc in der Grand Hotel Haarnadel (ex Loews) Norris. Damit war Leclerc schon auf Platz 13.

GP Monaco 2019: Leclerc sorgt für Safety Car

In Runde drei die erste Bestzeit: Hamilton setzte eine 1:17,129. Parallel gab die Rennleitung DRS frei. Eine Runde später schraubte Hamilton die Bestzeit auf 1:16,720 runter. Bottas unterbot diese im nächsten Durchlauf prompt mit einer 1:16,339. Vettel war in Runde acht der nächste: 1:16,278. Leclerc schnupfte derweil Grosjean – in der Rascasse. Das Manöver war so überraschend wie waghalsig, aber gelang. Doch damit hatte der Monegasse sein Glück aufgebraucht. Eine Runde später ritt der Ferrari-Youngster die nächste Attacke. Dieses Mal auf Hülkenberg, wieder in Rascasse. Das Manöver ging schief, der Monegasse drehte sich.

Doch der große Ärger stand Leclerc noch bevor. Während Bottas eine neue Bestzeit (1:16,146) in den Asphalt von Monte Carlo brannte, funkte der Ferrari-Youngster an seinen Mannen: Reifenschaden. Kurz darauf hing Leclercs rechter Hinterreifen schon in Fetzen. Der Monegasse rollte – ebenso wie Hülkenberg – prompt an die Box. Die Rennleitung schickte hingegen das Safety Car auf die Strecke, um diese von Leclercs Gummifetzen zu säubern.

Logisch, dass es nun in der Box voll wurde. Hamilton, Bottas, Verstappen sowie Vettel kamen im Quartett. Red Bull schien wenig achtsam und gab Verstappen die Freigabe, als gerade Bottas vorbei wollte. Die beiden berührten sich, dennoch quetschte sich Verstappen durch. Ein Unsafe Release? Kurz darauf fassten Ricciardo, Magnussen und Perez neue Reifen ab. Auch Bottas rollte noch mal an die Box, eine beschädigte Felge sorgte für einen schleichenden Plattfuß. Der Finne lag nun hinter Vettel, wegen dem Safety Car aber immer noch auf Platz vier.

Nach Safety Car: Erneuter Ärger in Rascasse…

In Runde 15 gab die Rennleitung das Rennen wieder frei. Doch nur eine Runde später gab es in der Rascasse erneut Ärger. Giovinazzi versuchte Kubica zu überholen und drehte diesen dabei um. Beide standen mitten in der Kurve und provozierten einen Stau. Glück im Unglück: Sowohl der Williams wie der Alfa Romeo konnten weiterfahren, der Stau löste sich quasi von selbst auf. Kurz darauf rollte Leclerc erneut an die Box, fuhr wieder raus und wieder an die Box. Das Aus für den Monegassen.

Derweil untersuchte die Rennleitung die Kollision zwischen Bottas und Verstappen in der Box sowie die zwischen Giovinazzi und Kubica in Rascasse. Verstappen kassierte wenig später eine Zeitstrafe von fünf Sekunden, Giovinazzi eine von zehn Sekunden. In Runde 24 nährten Funksprüche die Spannung, die leichten Regen in fünf Minuten vorhersagten. Bis auf vereinzelte ängstliche Tröpfchen fiel allerdings nichts von Himmel. Stattdessen holte sich Gasly in Runde 28 einen Satz Medium ab, drei Runden später wechselte Sainz seine Gummis. Wieder zwei Runden darauf fasste Kwjat frische Walzen ab, während Sainz mit einer 1:15,891 eine neue Bestzeit setzte.

Apropos Reifen: Während Verstappen, Vettel und Bottas den Hard auf den Achsen hatten, fuhr Hamilton auf Medium. Kein Wunder also, dass Hamilton schon seit Runden mit seiner Crew über neue Gummis diskutierte. Zumal der Champ sich trotz weicherer Reifen nicht von seinen Verfolgern absetzen konnte. War Hamilton im Schongang unterwegs oder konnte er schlicht nicht schneller? Zur Halbzeit lag der Brite jedenfalls nur fünf sechs Zehntel vor Verstappen, der dem Mercedes seit dem Safety Car direkt im Getriebe hing. Vettel und Bottas waren ebenfalls nah dran und folgten den zwei innerhalb von jeweils ein bis zwei Sekunden.

GP Monaco 2019: Verstappen attackiert Hamilton

Zwischenstand zur Halbzeit: Hamilton führte wie gehabt vor Verstappen, Vettel und Bottas. Ebenfalls in den Top 10: Grosjean, Gasly, Sainz, das Toro Rosso-Duo Kwjat und Albon sowie Norris. Grosjean war allerdings wie Norris noch nicht in der Box gewesen. Magnussen sowie Ricciardo waren hingegen die Verlierer des Safety Cars.

In Runde 40 wechselte übrigens Stroll seine Reifen, in Runde 41 Albon. Der drehte kurz darauf tatsächlich die schnellste Rennrunde: 1:15,607. Allerdings entpuppte sich der GP Monaco 2019 nun als der erwartete Langweiler, das Feld fuhr brav hintereinander her. Überholen ist in den Straßenschluchten von Monte Carlo quasi unmöglich. Immerhin: Das letzte Viertel konnte doch noch Spannung bieten. Gasly suchte in Runde 63 das zweite Mal seine Box auf und ließ sich frische Gummis aufziehen. Da schielte Red Bull doch auf den Extrapunkt für die schnellste Runde. Diese ging in Runde 66 aber erst einmal an Bottas: 1:15,163. Gasly unterbot diese jedoch prompt: 1:14,567.

Ab Runde 70 kam noch einmal Action auf: Verstappen durfte seinen Honda-Motor in „Mode 7“ stellen. Hieß das etwa mehr Power? Wahrscheinlich, denn der Niederländer drehte tatsächlich auf. Doch auch Vettel und Bottas gaben nun wieder Gas und verkürzten ihre Rückstände deutlich. Kein Wunder, hatte Verstappen doch noch eine 5-Sekunden-Straße abzusitzen. Der Niederländer jagte jedenfalls Hamilton Runde um Runde. In der 76. versuchte es Verstappen schließlich mit der Brechstange. Am Ausgang des Tunnels setzte sich Mad Max innen neben den Silberpfeil, rutschte diesem jedoch dezent in die Kiste. Hamilton musste geradeaus, Verstappen bekam die Schikane ebenfalls nicht richtig.

Hamilton siegt, Verstappen fällt zurück

Verstappen war zwar schnell wieder am Mercedes heran, vorbei kam der Niederländer aber nicht. Stattdessen gewann Hamilton den GP Monaco 2019 vor Verstappen, Vettel und Bottas. Da beim Red Bull-Piloten aber noch fünf Sekunden hinzukamen, fiel dieser hinter Vettel und Bottas auf Rang vier zurück. Zuvor senkte Gasly die schnellste Rennrunde noch mal auf 1:14,279. Grosjean kassierte außerdem eine 5-Sekunden-Strafe.

Die Top 10 machten übrigens Gasly, Sainz, Kwjat, Albon und Ricciardo voll. Ebenfalls top: Russel auf Rang 15, womit der Formel 2-Champ tatsächlich einen Racing Point (Stroll) sowie beide Alfa Romeo hinter sich lassen konnte. Hamilton feierte jedenfalls seinen dritten Sieg in Monaco (nach 2008 und 2016) und seinen 77. insgesamt. In der WM baut der Brite seinen Vorsprung ebenfalls aus. Hier führt Hamilton nun mit 137 Punkten vor Bottas, dessen Konto 120 Zähler aufweist. Vettel ist mit 82 Punkten neuer Dritter, Verstappen mit 78 Punkten nur noch Vierter.

Noch klarer ist die WM-Führung von Mercedes in der Wertung der Teams. Die Silberpfeile kommen auf 257 Punkte, Ferrari und Red Bull nur auf 139 bzw. 110 Punkte. McLaren (30) sichert Platz vier ab, während dahinter nun Toro Rosso mitmischt. Mit 16 Punkten sind die Jungbullen quasi gleichauf mit Racing Point (17), Haas (16), Renault (14) sowie Alfa Romeo (13). Ohne Punkte ist und bleibt einzig Williams.

Dass Hamilton seinen Sieg dem verstorbenen Niki Lauda widmet, dürfte keine Überraschung sein. Mercedes lässt zudem einen seiner zahlreichen Sterne auf der Motorhaube dauerhaft in „Lauda-Rot“ erstrahlen. Ruhe in Frieden, Niki.

Bild: Daimler

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