GP Italien 2019: Leclerc sichert Ferrari ersten Monza-Sieg seit 2010

GP Italien 2019: Leclerc sichert Ferrari ersten Monza-Sieg seit 2010

Erst vor sieben Tagen holte sich Charles Leclerc seinen ersten F1-Sieg, beim GP Italien 2019 folgte bereits der zweite. Quasi nebenbei sicherte der Monegasse Ferrari den ersten Monza-Sieg seit Fernando Alonso 2010.

Bamm: Vor einer Woche gewann Leclerc in Spa sein erstes Rennen in der Königsklasse. Sieben Tage später legt der Jungspund nach und triumphiert in Monza. Den Grundstein legte der Monegasse bereits im Qualifying. Pole Position #4 – nach Belgien, Österreich sowie Bahrain. Die Top 10 der Startaufstellung hieß beim GP Italien 2019: Leclerc vor Hamilton, Bottas, Vettel, Ricciardo, Hülkenberg, Sainz, Albon, Stroll und Giovinazzi. All diese Fahrer gingen auf dem Soft ins Rennen.

Beim Start kam Hamilton gut weg, dennoch blieb Leclerc vorn. Dafür musste sich Hamilton plötzlich gegen Bottas wehren, der in der Schikane schon am Champ vorbei war. Hamilton zog jedoch ausgangs wieder am Finnen vorbei. Hülkenberg hingegen kassierte Vettel. Doch Ende der ersten Runde nutzte der viermalige Champ den Top Speed-Vorteil seines Ferrari und war Ende Start-Ziel wieder am Renault vorbei.

GP Italien 2019: Dreher von Vettel

Derweil musste Verstappen – wegen einem Antriebswechsel von ganz hinten gestartet – bereits das erste Mal an die Box und sich eine neue Nase abholen. Kurz darauf brannte Leclerc die erste Bestzeit in den Asphalt. Albon wiederum ritt eine Attacke auf Sainz, doch der Spanier konterte prompt vor der ersten Lesmo. Albon kam dabei von der Strecke ab und räuberte in bester Rallye-Maier durch das Kiesbett. In der fünften Runde wagte Ricciardo einen Angriff auf Hülkenberg – und überholte den Deutschen.

Nur eine Runde später dann eine entscheidende Szene: Vettel drehte sich in der Variante Ascari von der Strecke – ohne Feindkontakt. Dabei gingen dem Deutschen wohl einmal mehr die Sicherungen durch: Ohne Rücksicht fuhr Vettel zurück auf die Strecke. Stroll konnte nicht mehr reagieren und fuhr dem Deutschen über dessen Frontflügel. Schuldlos drehte sich nun der Kanadier von Strecke. Kurios: Wie Vettel schaute der Racing Point-Pilot weder rechts noch links, weswegen Gasly ins Kiesbett ausweichen musste. Logisch, dass Vettel an die Box musste. Neben einem neuen Flügel holte sich der Ferrari-Star dabei einen Satz neuer Hard ab. Zurück auf der Strecke war Vettel allerdings nur noch 19.

Monza 2019: Strafe für Sebastian Vettel

Logisch, dass die unsichere Rückfahrt von Vettel – sowie Stroll – von den Stewards untersucht wurde. Eine Strafe war keine Überraschung. Vettel bekam eine Stop & Go-Penalty von zehn Sekunden, Stroll eine Durchfahrtsstrafe. Vettel saß seine Strafe prompt ab – und war nur noch 20. und damit Letzter. Ferrari hatte nur noch ein Eisen im Monza-Feuer. Das aber brannte lodernd: Leclerc führte unbeeindruckt vor Hamilton und Bottas, wobei vor allem der Brite Druck machte.

Dennoch: Vorbei kam Hamilton am Monegassen nicht. Im Gegenteil klang es fast schon verzweifelt, als der Weltmeister an seine Crew funkte: „Er ist schneller als wir“. Also versuchte es Mercedes mit einem Trick: Zur 17. Runde machten sich die Silberpfeile für einen Boxenstopp bereit. Doch weder Hamilton noch Bottas kamen zum Service, stattdessen „räumte“ Mercedes wieder ab. Ferrari fiel auf die Finte allerdings nicht herein. Zur 19. Runde war das „1-Stopp-Fenster“ erreicht. Nun konnten die Fahrer ihre Gummis wechseln und auf diesen das Rennen zu Ende fahren. Hamilton war prompt der Erste, der seinen Soft gegen Medium tauschte.

Italien: Strafen gegen Albon und Räikkönen

Derweil gab es weitere Strafen. Albon hatte im Zweikampf die Strecke verlassen und dabei einen Vorteil gehabt. Dafür bekam der Gasly-Ersatz fünf Sekunden aufgebrummt. Räikkönen kassierte hingegen eine Stop & Go von zehn Sekunden. Alfa hatte dem Finnen die falschen Reifen montiert. Interessanter war aber der Zweikampf an der Spitze. Denn in Runde 20 kam Leclerc an die Box. Statt Medium zog Ferrari dem Monegassen jedoch den Hard auf. Zurück kam Leclerc vor Hamilton, der auf seinem Medium prompt wieder Druck machte. Zumal der Brite sogar DRS nutzen konnte.

Doch Leclerc hatte Glück: Hülkenberg lag nur knapp vor ihm, womit auch der Monegasse DRS aktivieren konnte. Hamilton ritt eine Attacke nach der anderen, vorbei kam der Brite trotzdem nicht. In der Parabolica ging Leclerc dann an Hülkenberg vorbei, Hamilton im Windschatten. Der Brite wagte einen erneuten Angriff und war schon neben Leclerc, doch der blieb hart auf seiner Linie – Hamilton musste in der Variante della Roggia durch den Notausgang. Prompt beschwerte sich der Brite am Funk und tatsächlich gab es für Leclerc die „neue“ schwarz-weiße Flagge. Der Monegasse war somit verwarnt.

GP Italien 2019: Hamilton jagt Leclerc

Leclerc bliebt jedenfalls vorn. Und wieder klang Hamilton am Funk fast schon verzweifelt: „Er [Leclerc] ist superschnell auf den Geraden!“ Quasi zur Bestätigung hatte Leclerc gerade eine neue Bestzeit gesetzt. Führender beim GP Italien 2019 war zur 29. Runde – und damit quasi Halbzeit – allerdings Bottas. Dahinter: Leclerc und Hamilton. Ebenfalls in den Top 10: Ricciardo, Hülkenberg, Sainz, Albon, Kwjat, Perez, Verstappen. Eine Runde später wechselte Bottas seine Schlappen, der Finne zog einen Satz Medium auf. Gleichzeitig war Sainz in der Box. Beim Spanier ging der Box böse schief. Vorn rechts gab es Probleme, kaum aus der Box heraus blieb der Spanier stehen. Das Rad war lose.

Die Rennleitung rief das Virtual Safety Car aus, die Piloten mussten ihr Tempo um 40 Prozent drosseln. Leclerc lag übrigens wieder in Front. Dahinter Hamilton und Ricciardo, Bottas war Vierter vor Hülkenberg. Kaum war das Rennen wieder freigegeben, stand der Toro Rosso von Kwjat rauchend am Streckenrand. Prompt gab es das nächste VSC. Zuvor ging Bottas noch an Ricciardo vorbei und Hülkenberg in die Box. Ricciardo nutzte wiederum ebenso wie Grosjean die Chance zum „kostenlosen“ Reifenwechsel. So lag Hülkenberg plötzlich fast 20 Sekunden hinter dem Aussie.

Monza 2019: Böser Verbremser von Hamilton

In Front lag hingegen nach wie vor Leclerc, allerdings hing Hamilton dem Monegassen direkt im Diffusor. Bottas war gute fünf Sekunden weg. Hamilton schien schon wieder am Rande der Verzweiflung: „Ich brauche mehr Power, Jungs“. Dennoch hielt der Brite die Fühlung und konnte Leclerc unter Druck setzen. In der 36. Runde zeigte Leclerc Nerven, der Belgien-Sieger verbremste sich in der Rettifilo. Prompt war Hamilton dran und wagte einen Angriff vor der della Roggia, kam aber erneut nicht vorbei. Stattdessen holte Bottas Sekunde um Sekunde auf. Kein Wunder: Der Finne hatte die frischesten Reifen auf den Achsen. Während Hamiltons Gummis in Runde 39 schon 19 Runden „alt“ waren, kamen Bottas Walzen nur auf elf Runden.

Vorbei an Hamilton kam der Finne dann sogar kampflos. Der Brite verbremste sich anfangs der 42. Runde in der Rettifilo und musste durch den Notausgang. Bottas ging vorbei und war damit neuer Zweiter. Nun war der Finne der erste Leclerc-Jäger. Zehn Runden vor Schluss hieß die Top 10 somit: Leclerc vor Bottas und Hamilton. Dahinter: Ricciardo, Hülkenberg, Albon, Perez, Verstappen, Giovinazzi und Norris.

GP Italien 2019: Leclerc lässt Tifosi jubeln

Bottas schien derweil zu fliegen. Der Finne war drei vier Zehntel pro Runde schneller als Leclerc. Freilich kein Wunder, hatte Bottas doch den Medium auf den Achsen, Leclerc den Hard. Davon ab waren Bottas Reifen sieben Runden frischer. Dass Magnussen in Runde 45 seinen Haas in der Box abstellte, ging bei dem Duell Rot gegen Silber regelrecht unter. Mercedes stachelte den Finnen per Funk an: „Gib Gas, Valtteri, dass ist dein Sieg“.

Doch gegen den schieren Top Speed des Ferrari hatte Bottas keine Chance. Zwar kam Bottas noch ins DRS-Fenster, aber nicht am Ferrari vorbei. Stattdessen wechselte Hamilton kurz vor Schluss auf den Soft und holte sich den Extrapunkt für die schnellste Rennrunde. Bottas wiederum lag drei Runden vor Rennende nur noch eine halbe Sekunden hinter Leclerc, doch der ließ sich nicht beirren. Kurz darauf fiel die schwarz-weiße Flagge und Leclerc gewann mit nur acht Zehntel Vorsprung vor Bottas. Hamilton kam als Dritter ins Ziel. Ebenfalls in den Top 10: Ricciardo und Hülkenberg, Albon, Perez, Verstappen, Giovinazzi sowie Norris. Und Vettel? Der wurde nur 13…

Leclerc schenkte den Tifosi damit den ersten Ferrari-Heimsieg seit 2010 und Fernando Alonso. In der WM kann der Monegasse obendrein Vettel überholen und damit Platz vier übernehmen. Selbst auf Verstappen fehlen Leclerc nur noch drei Punkte. Das nächste Rennen steht mit dem GP Singapur am 22. September an.

Bild: Ferrari

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