GP Großbritannien 2019: Hamilton gewinnt dank Safety Car

GP Großbritannien 2019: Hamilton gewinnt dank Safety Car vor Bottas

Hat der Kerl das Glück des Teufels? Scheint so, denn Lewis Hamilton gewann den GP Großbritannien 2019 vor allem mit (etwas) Glück. Das Safety Car spielte dem Briten nämlich wunderbar in die Hände…

52 Runden standen heute beim GP Großbritannien 2019 an. Bottas ging von der Pole Position ins Rennen, Lewis Hamilton von P2. Dahinter: Leclerc, Verstappen, Gasly, Vettel, Ricciardo, Norris, Albon, Hülkenberg. Am Start ging alles glatt. Bottas hielt den ersten Platz, Hamilton kam am Finnen nicht vorbei. Die Silberpfeile gingen übrigens wie die Red Bull auf dem Medium ins Rennen, Ferrari und der Rest des Feldes hatten den Soft auf den Achsen. Vettel kam dieser zugute, der Deutsche preschte prompt an Gasly vorbei auf P5. Norris ritt eine Attacke auf Ricciardo und überholte den Aussie, Hülkenberg machte ebenfalls einen Platz gut.

Silverstone: Silberpfeile kämpfen um Führung

Die Top 10 zur zweiten Runde: Bottas führte vor Hamilton, Leclerc, Verstappen, Vettel, Gasly, Norris, Ricciardo, Hülkenberg sowie Albon. In der gleichen Runde steuerte bereits Grosjean seine Haas-Box an. Ein Replay klärte auf: Der Franzose war mit seinem Teamkollegen gecrasht, Magnussen kam daher gleich nach Grosjean an die Box. Eine Runde später brannte Bottas die erste Bestzeit in den britischen Asphalt: 1:31,644. Parallel gab die Rennleitung DRS frei. Eine Runde später konterte Hamilton mit einer neuen Bestzeit. Kurz darauf wagte der Brite eine Attacke auf Bottas und war vorbei. Doch Bottas konterte in Copse – und war wieder Erster. Ein Top-Manöver des Finnen.

Kurz darauf senkte der Finne die Bestzeit, gab also Gas. Hamilton war jedoch ebenfalls auf Zack und fuhr prompt unter 1:31. Diese konterte Bottas zwei Runden später, während Magnussen seinen Haas an der Box abstellte. Apropos Haas: Das US-Team zeigte wie gewohnt den Schriftzug von Titelsponsor Rich Energy, nachdem dessen CEO Williams Storey den Vertrag wegen schlechter Leistungen kurz vor Silverstone kündigte. Storey twitterte prompt: „Großartiger Start, Jungs“ – samt dem Bild eines Milchwagens in Rich Energy-Lackierung und dem Chef selbst am Steuer. Die Posse geht also munter weiter. Auf der Strecke schenkten sich Bottas und Hamilton derweil nichts. Hinter den Silberpfeilen ging es ebenfalls zur Sache. Verstappen hing Leclerc im Heck, griff ein um das andere Mal an, kam jedoch nicht vorbei. Gasly machte es besser und kassierte in Runde zwölf Vettel. Der Franzose war anfangs der 13. Runde aber auch der Erste, der (regulär) die Box aufsuchte.

GP Großbritannien 2019: Giovinazzi im Kies…

Eine Runde später holten sich Verstappen sowie Leclerc frische Gummis ab. Die Bullen waren schneller, Verstappen vor Leclerc wieder auf der Strecke. Doch der Franzose machte kurzen Prozess und überholte Verstappen. Der beschwerte sich per Funk: „No grip“. Dennoch machte der Sieger von Österreich Jagd auf Leclerc, kam aber nicht vorbei. Zur 17. Runde rollte Bottas in die Box, Hamilton übernahm die Führung. Der drehte prompt auf und setzte eine neue Bestzeit. Doch vor allem: Der Brite blieb draußen. Das sollte der Schlüssel zum Sieg sein.

Denn in Runde 20 grub sich der Alfa Romeo von Giovinazzi ins Kiesbett. Der Italiener hatte sich wohl überschätzt und war abgeflogen. Die Rennleitung schickte das Safety Car auf die Strecke – und schenkte Hamilton damit den Sieg. Der Brite steuerte prompt die Box an, Bottas hingegen konnte wegen dem Safety Car kein Vollgas geben. So blieb der Champ auch nach seinem Stopp in Front, Bottas war nur noch Zweiter. Vettel, Ricciardo oder Kwjat nutzten das Safety Car ebenfalls. Verstappen und Leclerc kamen sogar prompt zum zweiten Mal rein. Stand zur 23. Runde: Hamilton vor Bottas und Vettel. Dahinter: Gasly, Verstappen, Leclerc, Sainz, Norris, Albon, Hülkenberg.

Silverstone 2019: Red Bull gegen Ferrari

Zur 24. Runde gab die Rennleitung das Rennen wieder frei, Hamilton blieb in Front. Dafür schnappte sich Ricciardo Hülkenberg. Auch Perez versuchte sein Glück am Deutschen, rasierte sich an dessen Hinterreifen jedoch seinen Frontflügel ab. Lachender Dritter: Räikkönen, der P11 damit ohne Kampf erbte. Verstappen wagte eine Attacke auf Leclerc, ging vorbei – und wurde von diesem prompt zurücküberholt. Beinhart drückte Leclerc den Niederländer bei seinem Konter von der Strecke. Hartes Racing, dass an Österreich erinnerte. Und keine Strafe nach sich zog.

Eine Runde später schnappte sich Ricciardo Albon. Kurz darauf war auch Verstappen an Leclerc vorbei. Der fragte wenig später seine Box, ob etwas gebrochen sei. Tatsächlich musste der Monegasse abreißen lassen, sein Ferrari war jedoch heil. Stattdessen schien Verstappen im Vorwärtsdrang und schnupfte gleich auch noch Gasly. Bottas wiederum knallte eine neue Bestzeit in die Bahn, die Hamilton nur eine Runde später unterbot. Bottas fuhr übrigens auf dem Medium, während Hamilton wie Vettel den Hard nutzte. Zur 30. Runde lag nach wie vor Hamilton in Führung. Dahinter: Bottas (+1,5 ), Vettel (+8,9 s), Verstappen (+10,1 s), Gasly (+12,8 s), Leclerc (+13,6 s).

GP Großbritannien 2019: Vettel crasht Verstappen

Das letzte Renndrittel brach an. Leclerc jagte Gasly, Verstappen Vettel. In der 36. Runde konnte Leclerc Gasly schnupfen, der zwar konterte, P5 aber nicht zurückgewann. Das eigentliche blau-rote Drama fand eine Runde später statt. Verstappen überholte Vettel vor der letzten Kurve, doch der Deutsche blieb dran. Direkt hinter dem Red Bull fehlte dem Ferrari beim Bremsen jedoch Anpressdruck, weswegen Vettel Verstappen mit qualmenden Reifen ins Heck krachte. Beide flogen von der Piste, konnten sich jedoch nach dem Schreck aus dem Kies befreien. Verstappen war allerdings nur noch Fünfter, Vettel Sechster.

Logisch, dass der Fall bei den Stewards landete. Eine Strafe für Vettel war kaum eine Frage. Die gab es dann auch ein paar Runden später: zehn Sekunden. Zuvor musste Vettel an die Box, seine Nase war krumm. Zurück auf der Strecke war der Deutsche nur noch Letzter. Leclerc erbte P3, lag somit auf Podiumkurs. Bei Mercedes wurde es hingegen kurios. „Box, Box, Box“ funkten die Mercedes-Mannen in der 45. Runde an Hamilton. Der aber kam nicht. Stattdessen wechselte Bottas auf frische Soft. Nach hinten hatte der Finne genug Luft, womit Bottas Jagd auf die schnellste Runde machen konnte. In der gleichen Runde kassierte Kwjat seinen Teamkollegen Albon, der bis dahin eine Top-Leistung beim GP Großbritannien 2019 zeigte.

Silverstone 2019: Hamilton siegt zum sechsten Mal

Eine Runde zuvor erlebte Renault ein Drama. Hülkenberg rollte nur noch langsam um den Kurs, war plötzlich nur noch Elfter. Zwischenstand fünf Runden vor Schluss: Hamilton vor Bottas und Leclerc, dahinter Gasly, Verstappen, Sainz, Räikkönen, Ricciardo, Kwjat und Albon. Bottas knallte derweil eine neue Bestzeit in die Bahn, hatte auf den Sieg aber keine Chance mehr. Hülkenberg war ebenfalls wieder im Normaltempo unterwegs. Sein Boxennachbar jagte währenddessen Sainz auf P6, kam am McLaren aber nicht vorbei.

Die letzte Runde beim GP Großbritannien 2019 brach an. Hülkenberg schaffte tatsächlich das Kunststück und fing Albon ab. Das war P10 und damit ein Punkt. Derweil querte Hamilton die Ziellinie mit satten Vorsprung als Erster. Mehr noch: Der Brite knallte auf 32 Runden alten Hard eine neue Bestzeit hin: 1:27,369. Davon ab fuhr Hamilton beim GP von Großbritannien seinen sechsten Sieg ein und ist damit neuer Rekordhalter. Jim Clark sowie Alain Prost kommen auf jeweils fünf Siege, Nigel Mansell auf vier. Auch in der WM zieht Hamilton weiter davon und liegt nun mit 223 Punkten satte 39 Zähler vor Bottas (184) und sogar 87 vor Verstappen (136). Vettel (123) liegt nun genau 100 Punkte zurück und hat damit eigentlich keine Chancen mehr. Bei den Teams schaut es sogar noch deutlicher aus: Mercedes (407) liegt 164 Punkte vor Ferrari (243) bzw. sogar 216 vor Red Bull (191).

Das nächste Rennen steigt am 28. Juli – in Hockenheim.

Bild: Daimler

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