GP Deutschland 2019: Verstappen siegt vor Vettel und Kwjat

GP Deutschland 2019

So muss Formel 1 sein: Der GP Deutschland 2019 fiel quasi ins Wasser, was das Feld komplett durcheinander würfelte. Beide Silberpfeile stellten sich selbst ein Bein, so dass Verstappen gewinnen konnte. Vor Vettel und Kwjat!

Bamm, das war Verstappens zweiter Streich. Und Red Bulls. Und Hondas. Was für ein Rennen in Hockenheim. Das 2020 wohl nicht mehr stattfindet. Schade. Für die Formel 1 sowie für die Fans. Weil das 2019er Rennen einfach Hammer war. Dabei schaute schon alles nach einer Spazierfahrt für Hamilton aus. Nachdem sich Ferrari im Qualifying selbst demontierte, war die Pole Position für Lewis quasi Formsache. Immerhin: Verstappen mogelte sich zwischen das silberne Sandwich auf P2. Leclerc ging nur von P10 ins Rennen, Vettel gar nur von P20. Beim ersten streikte in Q3 die Benzinzufuhr, beim letzten die Zuluft für den Turbo. Und zwar schon in Q1, so dass Vettel nicht mal eine gezeitete Runde fahren konnte. Die Startaufstellung der Top 10 zum GP Deutschland 2019 hieß jedenfalls Hamilton, Verstappen, Bottas, Gasly, Räikkönen, Grosjean, Sainz, Perez, Hülkenberg und Leclerc.

Start in Hockenheim fällt ins Wasser…

Zum Sonntag öffnete dann der Himmel – wie eigentlich schon für die Samstag versprochen – seine Schleusen. Der Porsche Super Cup zeigte am Vormittag, was der F1 bevorstehen könnte. Spitzenreiter Dylan Pereira flog ab, außerdem gab es zig Unfälle. So kam es auch in der Königsklasse. Beim Start war die Strecke patschnass, also ging das Feld geschlossen auf dem Full Wet hinter dem Safety Car ins Rennen. Die erste Installationsrunde mutierte zu einem kleinen Marathon. Dann endlich die Info: Safety Car comes in, standing start. Diesen verbockte Verstappen mal wieder völlig. Der Niederländer fiel von zwei auf vier zurück. Ich fühlte mich prompt an Österreich erinnert. Ein gutes Omen?

Die Überraschung war Kimi, der mit seinem Alfa plötzlich Dritter und damit erster Verfolger der Silberpfeile war. Yeah. Hülk hatte ebenfalls Plätze gut gemacht und war Fünfter. Und Vettel? Der lag nach der ersten Runde bereits auf P14, Leclerc auf P6. Da musste doch was gehen! Vettel schnappte sich dann auch prompt Ricciardo, P13. In der Spitzkehre ging Verstappen an Räikkönen vorbei, P3. Kurz darauf krachte Perez in Kurve elf in die Bande. Aus für Checo, Safety Car für die anderen. Obwohl gerade erst die dritte Runde anbrach, nutzen das die ersten für einen Boxenstopp. Nämlich Vettel sowie Albon. Eine Runde später folgten Hamilton, Bottas, Verstappen, Räikkönen, Hülkenberg, Grosjean, Gasly, Sainz, Giovinazzi, Ricciardo.

GP Deutschland 2019: Safety Car Phase eins…

In Runde fünf gab es schon wieder grün, das Feld wieder Gas. Dieses war natürlich nun (erstmals) durcheinander gewürfelt. Zwar führte nach wie vor Hamilton, dafür lag Magnussen nun vor Bottas auf P2. Eine weitere Überraschung: Stroll auf P5. Die zwei waren jedoch Kanonenfutter. Bottas schnappte sich prompt Magnussen, Leclerc Stroll. Dann war auch Verstappen an Magnussen vorbei. In Runde sechs verlor der Däne erneut zwei Plätze. Erst an Leclerc, dann an Hülkenberg. Vettel war mittlerweile schon wieder Neunter. Apropos: Die Rennleitung hatte die Distanz wegen den „Installationsrunden“ hinter dem SC mittlerweile von 67 auf 64 Runden verkürzt.

Räikkönen und Vettel kassierten derweil Stroll. Räikkönen wagte prompt die nächste Attacke auf Magnussen, verbremste sich aber, so dass der Däne kontern konnte. Eine Runde später klappte es doch, der Finne war nun Sechster. Leclerc hatte wiederum Hülk überholt. Anfangs der neunten Runde rollte Magnussen an die Box, zuvor ging Vettel noch am Dänen vorbei. Gegen Leclerc lief übrigens eine Untersuchung: Ferrari hatte den Monegassen bei dessen Stopp etwas arg früh grün gegeben, obwohl Grosjean anrollte. Interessanter war jedoch ein Funkspruch von Mercedes: leichter Regen in der Boxengasse.

Hockenheim: Ricciardo platzt der Renault-Motor

In Runde 15 erlebte Renault sein erstes Hockenheim-Drama: Ricciardos Motor ging in Rauch auf, das Aus für den Aussie. Die Rennleitung rief das Virtual Safety Car aus, sofort fassten Leclerc sowie Hülk an der Box frische Inter ab. Die Jungs in Hockenheim bargen flott den Renault, schon gab es in Runde 16 wieder grün. Eine Runde später gab die Rennleitung außerdem DRS frei, das bisher wegen der nassen Strecke nicht erlaubt war. Verstappen ritt prompt in der Spitzkehre eine Attacke auf Bottas, kam wegen einem leichten Schlenker aber nicht am Finnen vorbei. Dafür eroberte Hülkenberg P5 von Räikkönen. Kurz darauf leistete sich Sainz einen Verbremser in der Südkurve vor Start-Ziel, die im Laufe des Rennens etliche weitere „Opfer“ fordern sollte.

Zur 22. Runde gab es erneut Regen in der Boxengasse, dennoch wechselte Magnussen nur eine Runde später auf den Soft. Also auf Slicks. Kurz darauf wagte auch Vettel den Wechsel auf den Soft, obwohl die Pitlane patschnass war. Zur 26. Runde wechselte Verstappen, allerdings zog der Niederländer den Medium auf. Ebenso wie Bottas, der eine Runde darauf stoppte. Derweil zeigte Verstappen jedoch im Stadion mit einem 360-Grad-Dreher, dass es speziell dem Medium wohl doch noch zu kalt war. Während der Niederländer weiterfahren konnte, rollte Norris aus. Keine Power. Wieder gab es ein VSC, was Leclerc für einen Wechsel auf den Soft nutzte.

GP Deutschland 2019: Leclerc crasht in

Zurück auf der Strecke war der Monegasse der schnellste Mann. Fix holte Mercedes Hamilton rein, doch dessen Stopp in Runde 29 dauerte arg lang. Spielte das Leclerc auf P2 in die Hände? Die Antwort bliebt Leclerc schuldig, der Monegasse krachte in den Reifenstapel. Wieder die Südkurve. Wieder Safety Car. Vettel und Hülkenberg nutzen dieses für einen Stopp. Ende der gleichen Runde entschärfte es dann auch Hamilton. Der Champ flog ebenfalls in der Südkurve von der Bahn und rasierte sich die Hälfte seines Frontflügels ab. Hamilton zog prompt quer rüber zur Boxeneinfahrt und holte sich eine neue Nase samt neuen Inter ab. Dieses Manöver sollte allerdings Folgen haben.

Neuer Erster war jedenfalls Bottas. Hamilton war nur noch Fünfter, Hülkenberg Dritter. Der Finne erhielt allerdings schon den Funkspruch: „Box, Box, Box“. Eine Runde später kam Bottas rein und erhielt einen Satz neuer Intermediates. Jetzt führte Verstappen. Parallel kam die Info: Untersuchung gegen Hamilton. Mittlerweile war das Rennen übrigens schon eine Stunde im Gange, 31 von 64 Runden absolviert. Ob der GP Deutschland 2019 – Stichwort Zeitlimit (2 h) – über die volle Distanz gehen würde? Zur Halbzeit führte übrigens Verstappen vor Hülkenberg, Bottas, Albon, Hamilton, Sainz, Räikkönen, Vettel, Gasly und Giovinazzi.

Hockenheim 2019: Renaults zweites Drama

Endlich holte die Rennleitung das Safety Car wieder rein, zur 35. Runde gab es die grüne Flagge. Außerdem die Bestätigung: Zeitstrafe für Lewis Hamilton. Für die unsichere Einfahrt in die Box bekam der Brite fünf Sekunden aufgebrummt. Trotzdem (oder eben deswegen) gab der Brite Gas und kassierte gleich mal Albon auf P4. Bottas wiederum überholte Hülkenberg in der Spitzkehre. In Runde 38 musste sich der Deutsche auch Hamilton beugen, womit Hülk nur noch Vierter war. In der 40. Runde forderte die Südkurve ihr nächstes Opfer: Räikkönen. Der Finne konnte zwar weiterfahren, war aber nur noch Neunter.

Eine Runde später erwischte es Hülkenberg. Der Deutsche hatte weniger Glück und schlitterte in die Bande, Aus. Damit war Renaults Hockenheim-Drama perfekt. Die Rennleitung hingegen schickte wieder das Safety Car auf die Strecke. Prompt holten sich Verstappen sowie Vettel einen neuen Satz Inter ab. Stroll setzte hingegen auf Risiko und ließ sich mit dem Soft Slicks anschnallen. Zurück auf der Strecke lag Verstappen nach wie vor auf P1, Vettel nur noch auf P10. Anfangs Runde 46 gab es wieder grün. Vettel schnupfte erst Giovinazzi, kurz darauf auch Albon. Der Brite mit thailändischen Wurzeln war überhaupt der Verlierer des Neustarts, denn auch Gasly und Räikkönen konnte der Toro Rosso-Rookie nicht halten. Weiter vorn wagte Sainz gar einen Angriff auf Hamilton, doch der Brite hielt P3 – wenn auch nur mit Mühe.

GP Deutschland 2019: Abflug von Bottas

47. Runde: Jetzt wechselte auch Verstappen auf Slicks, konkret auf den Soft. Ebenso wie Sainz und Bottas. Damit war Hamilton wieder Erster, doch schon kam der Funkspruch: „Box, Box, Box“. Eine Runde später rollte der Brite zusammen mit Räikkönen und Vettel zum Service. Hamilton musste allerdings zuerst seine Zeitstrafe absitzen. Zurück auf der Strecke war der Weltmeister daher nur noch Zwölfter. Neuer Führender: Lance Stroll.

Munter ging es beim GP Deutschland 2019 weiter. Albon schnappte sich erst Gasly, dann Magnussen. Damit war der Youngster schon wieder Sechster. Verstappen hatte ebenfalls P1 zurückerobert. Eine Runde später ging Vettel an Gasly vorbei. Kwjat wiederum an Stroll, Vettel obendrein an Magnussen. Noch zehn Runden. Verstappen führte vor Kwjat und Stroll. Ebenfalls in den Top 10: Bottas, Sainz, Vettel, Albon, Gasly, Grosjean, Räikkönen. Hamilton fuhr nur noch auf P15, der Brite hatte sich ausgangs Nordkurve (Kurve eins) den nächsten Dreher geleistet. Glück im Unglück: Hamilton konnte weiterfahren, steuerte aber erneut seine Box an.

Räikkönen schnappte sich derweil Grosjean, war damit Neunter. Die Amis erlebten kurz darauf ihr nächstes Déjà-vu. Grosjean und Magnussen krachten (mal wieder) zusammen, blieben jedoch im Rennen. In der gleichen Runde der nächste Abflug: Bottas schlitterte in die Reifenstapel und zerfetzte sich die Front. Übrigens in der Nordkurve, wo zuvor schon Hamilton abgeflogen war.

Hockenheim 2019. Strafe für beide Alfa Romeo

Wieder schickte die Rennleitung das Safety Car raus. Doch die Jungs in Hockenheim waren schnell, in Runde 60 gab es beim GP Deutschland 2019 wieder grün. Noch fünf Runden. Vettel schnupfte Sainz, war damit nun Vierter. Gasly kassierte Albon, Giovinazzi Grosjean. Der Franzose konnte jedoch kontern und prompt wieder am Italiener vorbeiziehen. Ein paar Kurven schaffte Giovinazzi es dann aber doch, den Haas auszubremsen. Gasly wiederum leistete sich den nächsten Schnitzer und flog ab, das war das Aus für den Franzosen.

Die letzten Runden wurden überhaupt noch mal richtig turbulent. Vettel schnupfte erst Stroll, dann Kwjat. Das war P2. An Verstappen kam der Deutsche aber nicht mehr heran. So gewann der Niederländer nach Österreich sein zweites Saisonrennen. Und zwar vor Vettel und Kwjat. Damit feierte Honda ein Doppelpodium. Stroll, Sainz, Albon, Räikkönen, Giovinazzi, Grosjean sowie Magnussen rundeten die Top 10 ab.

Hamilton kam nur als Elfter ins Ziel, dahinter Kubica und Russel. Die Plätze elf und zwölf sollten noch interessant werden, denn gegen beide Alfa Romeo lag eine Untersuchung vor. Grund: eine falsch eingestellte Kupplung. Und tatsächlich: Die Stewards sprachen später eine Strafe gegen die Schweizer mit italienischen Anstrich aus. Beide Fahrer erhielten 30 Sekunden. Entsprechend flogen Räikkönen und Giovinazzi aus den Punkten, wovon vor allem Hamilton und Kubica profitierten. Der Brite und der Pole rückten auf P9 bzw. P10 vor. Lewis hatte also mal wieder richtig Glück, Kubica holte seinen ersten WM-Punkt seit zig Jahren…

Bild: Daimler

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