Die Verlierer in China 2019: Renault, Ferrari, Haas, Giovinazzi

Die Verlierer in China 2019: Renault, Ferrari, Haas, Giovinazzi

Gewinner zeigte der GP von China 2019 einige, ebenso wie aber auch Verlierer. Bei den Teams sind das Ferrari, Red Bull, Renault und Haas. Bei den Fahrern Lance Stroll, Antonio Giovinazzi sowie Robert Kubica.

Ohne große Worte: Spannend war der Große Preis #1.000 nicht. Dennoch: Neben einigen großen Gewinnern gab es in China auch einige große Verlierer. Zum Beispiel Ferrari. Wegen der langen Geraden galten die Roten – wie schon in Bahrain – als Favorit. Im ersten Training wurde die Scuderia dieser Rolle noch gerecht. Doch schon im zweiten Training war mit Bottas ein Mercedes vorn. Ebenso wie im dritten Training. Im Qualifying fand sogar Hamilton an den Ferrari vorbei, womit die Roten nur in Reihe zwei standen. In Reihe eins hingegen: beide Mercedes.

Auch im Rennen hechelte Ferrari den Silbernen hinterher. Wobei Ferrari durchaus schnelle Rundenzeiten setzte. Vettel fuhr in China 2019 eine 1:34,836, womit lediglich Gasly – auf frischen Soft – schneller war. Der Franzose holte sich mit einer 1:34,742 den Extrapunkt für die schnellste Rennrunde. Leclerc schaffte eine 1:34,860. Bottas mit einer 1:34,872 hingegen nur die viertschnellste Zeit. Hamilton sogar nur die fünftschnellste mit einer 1:35,592. Dennoch waren die Silberpfeile über die Distanz konstanter und damit schneller. Nach drei Doppelsiegen in drei Rennen liegt Mercedes klar vorn. In Ferraris Bilanz stehen dagegen gerade mal zwei dritte Plätze. Noch deutlicher schaut es nach Punkten aus: 130 zu 73 – für Mercedes…

Verlierer in China 2019: Renault, Red Bull, Haas

Wobei Ferrari in China 2019 nicht allein als Loser dastand. Renault hat mir ebenfalls nicht gefallen. Wieder ein Ausfall, wieder Hülk, wieder die MGU-K. Renault-Sprachrohr Alain Prost erklärte die Tage, dass man aktuell für mehr Performance ans Limit gehe. Welche Performance? Nach wie vor ist Renault vierte Kraft, maximal. Haas und Alfa Romeo liegen in Lauerstellung, fahren mitunter auf gleichem Niveau. Viel Performance scheint Renault also nicht gewonnen zu haben. Dennoch häufen sich die Defekte.

Apropos Haas: Die Amis zeigen ebenfalls ein Schema. Im Quali top, im Rennen hingegen Flop. Wie schon in Bahrain kam Haas im Rennen erneut nicht zurecht. Die Boliden bringen die Reifen nicht ins richtige Fenster. Fakt ist: Haas hat wie schon 2018 ein schnelles Auto gebaut. Aber scheinbar nur für eine schnelle Runde. Nicht über die Distanz. Angeblich hat man aber nach dem Bahrain-Test Antworten gefunden. Was fehlt, sind ein paar neue Teile, um die Probleme in den Griff zu kriegen. Ich bin gespannt.

McLaren war im Vergleich zu Bahrain ebenfalls von der Rolle. Aber: Die Briten hatten vorhergesehen, das ihr Renner nicht zum Kurs in Schanghai passt. Erwartet hatte man sich in China 2019 daher nichts. Ob das auch für Red Bull gilt? Vor der Saison tönte Helmut Marko von mindestens fünf Siegen. Danach schaut es derzeit eher wenig aus. Wobei Red Bull – ganz im Gegensatz zu früher – nicht auf den (neuen) Motorenpartner herumhackt, sondern sein eigenes Chassis an den Pranger stellt. Immerhin: In punkto Entwicklungstempo macht Red Bull kaum einer im GP-Zirkus was vor.

Verlierer China 2019: Stroll, Giovinazzi, Kubica

Bei den Fahrern sehe ich drei Verlierer: Antonio Giovinazzi, Lance Stroll sowie Robert Kubica. Zuerst Giovinazzi. Zugegeben: Der Italiener konnte in China 2019 nichts für die fehlende Fahrpraxis wegen technischen Problemen. Dennoch: Nach drei Rennen ist der Ferrari-Junior nach wie vor ohne Punkte. Derweil steht Teamkollege Räikkönen – der nur noch aus Hobby fährt – bei zwölf Zählern. Dank diesen liegt Alfa Romeo auf Platz fünf in der Teamwertung. Punktgleich mit Renault, die nur dank zweier besserer Resultate Vierter sind. Lange Rede, kurzer Sinn: Giovinazzi muss langsam mal aufwachen. Aber das war bei Leclerc ja nicht anders.

Lance Stroll hingegen schießt sich in Papis neuen Team Racing Point immer mehr ins Aus. Drei Rennen, drei Mal gescheitert in Q1. In Australien konnte der Kanadier immerhin (auf Anhieb) zwei Punkte holen. Seither läuft es aber weniger rund für Stroll junior. Während Teamkollege Sergio Perez einkassiert, was geht. Nach der Nullnummer in Down Under steht Checo nun bei zwei Top 10-Ergebnissen und fünf Punkten. Doch auch hier ein Aber: Wohl kaum jemand hat erwartet, dass Stroll Perez bügelt. Mal schauen, wie die Saison bei den pinken Panthern weitergeht.

Zuletzt Robert Kubica. Ich sagte es schon mal: Ich bin mir alles andere als sicher, ob sich der Pole mit seinem Comeback einen Gefallen tut. Weniger wegen Williams. Glänzen kann hier weder Kubica noch Russell. Aber der Brite besteht zumindest gegen seinen Teamkollegen. In allen drei Qualifyings verlor Kubica gegen den 2018er Formel 2-Meister, ebenso wie in allen drei Rennen. Für jemanden mit über 70 GP-Starts, zwölf Podien und einen Sieg auf der Haben-Seite ist das zu wenig. Russell sollte er mit seiner Erfahrung im Griff haben. Hat er aber nicht. Sein Dreher in der Aufwärmrunde zum Grand Prix von China 2019 war ebenfalls kurios. Allerdings passierte dieser auch einem Verstappen.

Wer ist in deinen Augen ein „China-Verlierer“? Lass’ es mich wissen…

Bild: Renault / XPB / James Moy Photography

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