Die Gewinner in China 2019: Mercedes, Hamilton, Albon

Die Gewinner in China 2019: Mercedes, Hamilton, Albon, Räikkönen

Der Große Preise von China 2019 geht nicht als Thriller in die Analen der F1 ein, dennoch konnte sich manch einer hervortun. Zuerst natürlich Mercedes und Hamilton. Außerdem Albon, Räikkönen, Perez, Ricciardo…

Bei den Testfahrten stapelte Mercedes – wie vor jeder Saison – mal wieder böse tief. Und tatsächlich galt Ferrari allgemein als der große Favorit. Drei Rennen später schaut das alles anders aus. Drei Doppelsiege für Mercedes in allen drei Rennen, zugegeben auch mit Glück. Ich sage nur Bahrain und der Motordefekt bei Leclerc. In Australien und jetzt wieder in China aber waren die Silberpfeile erste Kraft. Gut, in Bahrain deutlich weniger dominant als in Australien. Dennoch: Ferrari war ohne Chance. Mehr noch: Die Silbernen zeigen eine Top-Zuverlässigkeit. So holt man Siege. In China 2019 übrigens Sieg Nummer 90. Noch wichtiger: So holt man Titel.

Fazit: Mercedes macht einen Bombenjob. Die Silbernen waren nicht in allen drei Rennen die schnellsten, aber zuverlässig. Drei Doppelsiege zum Saisonstart schaffte zuletzt übrigens ein gewisses Williams-Team 1992. Damals allerdings mit überlegener Technik und quasi ohne Gegner. Das schaut 2019 für Mercedes doch anders aus. Dennoch: Mercedes feiert mit drei Doppelsiegen in drei Rennen seinen besten Saisonstart ever. Hut ab!

Gewinner China: Hamilton rast zum 75. Sieg

Einen guten Job machte in China außerdem Lewis Hamilton. Das ganze Wochenende stand der Champ klar im Schatten von Australien-Sieger Bottas. Selbst in der Quali nur Platz zwei, wenn auch denkbar knapp. Im Rennen dann einen Blitzstart und damit die Führung, die Lewis nicht wiederabgeben sollte. Ergebnis: Sieg #75. Damit rückt er unserem Schumi immer mehr auf die Pelle. Gefällt mir gar nicht, gebe ich ehrlich zu. Dennoch: Respekt!

China 2019: Alexander Albon und Kimi Räikkönen

Noch mehr überzeugt hat mich in China 2019 allerdings ein Mann aus dem Red Bull-Kader: Alexander Albon. In Australien habe ich Albon noch als Verlierer und Notlösung abgestempelt, just in China fuhr er das zweite Mal hintereinander in die Punkte. Wohlgemerkt mit einem Start aus der Boxengasse. Schließlich crashte Albon im dritten freien Training und konnte an der Quali gar nicht teilnehmen. Im Rennen war der Thai-Brite aber ganz cool und schnappte sich einen Konkurrenten nach dem anderen. Platz zehn und ein Punkt sind daher mehr als verdient. Daniil Kwjat muss sogar langsam aufpassen, dass ihm der Rookie nicht den Rang abfährt. Im Quali-Duell steht es bereits 2:1 für Albon. Ebenso wie nach WM-Punkten, wo Albon mit 3:1 Zählen führt.

Ein weiterer Gewinner in China 2019: Kimi Räikkönen. Er fährt nur noch aus Hobby, hieß es die Tage vor dem Rennen. Klingt wenig motiviert, doch Kimi liefert. Achter in Australien, Siebter in Bahrain, jetzt Neunter in China. Macht zwölf WM-Punkte. Entsprechend liegt der Hobby-Rennfahrer aus Finnland auf WM-Rang sieben. Nur einen Punkt hinter Pierre Gasly, der in einem Red Bull sitzt. Kimi scheint das „Hobby“ Formel 1 wieder richtig Spaß zu machen. Mir gefällt er sogar besser, als die letzten Jahre im Ferrari. Bei Sauber, Pardon, bei Alfa Romeo erlebt der Weltmeister von 2007 und 21-fache Grand Prix-Sieger scheinbar seinen zweiten Frühling. Mach weiter so, Kimi!

China 2019: Perez, Ricciardo und Gasly

Einen weiteren Gewinner brachte der GP von China 2019 mit Sergio „Checo“ Perez hervor. Der Racing Point (ehemals Force India) scheint noch lange nicht auf der Höhe, doch der Mexikaner ist wie immer da, wenn es was zu holen gibt. Mit nun fünf WM-Punkten hat Checo schon fünf mehr als sein neuer Teamkollege Lance Stroll. Davon ab führt Perez 3:0 im Quali-Duell. Stroll scheiterte derweil in allen drei Qualifyings in Q1. In Papas neuen Team degradiert sich der Kanadier so immer mehr zur Nummer zwei. Hat aber wohl auch jeder so erwartet…

Aufzutauen scheint außerdem langsam Ricciardo. Endlich in der Quali schneller als Hulk – Bahrain rechne ich wegen den technischen Problemen nicht -, wenn auch nur wenige Tausendstel. Aber immerhin. Viel wichtiger: Ric holte in China 2019 seine ersten sechs Punkte für Renault. Die gebeutelten Franzosen, die Hulk mit einem Defekt schon wieder das Rennen versauten, können diese sechs Punkte gut gebrauchen. Im Rennen sah der Aussi zugegeben alles andere als schnell aus, als Einstopper waren aber keine Quali-Runden zu erwarten. Ergo: Ric hat geliefert, gut ist.

Zuletzt Pierre Gasly. Wobei ich lange überlegt habe, den Red Bull-Neuling zu einem der „Sieger“ zu küren. Platz sechs in einem Red Bull ist kein „Sieg“. Für den Franzosen aber immerhin das beste Ergebnis für sein neues Team. Ein Ergebnis, das ihm hoffentlich Selbstvertrauen und neuen Speed gibt. Klar ist: Gegen Verstappen sieht Gasly derzeit kein Land. In allen drei Qualis war der Franzose deutlich langsamer als der Niederländer, nach Punkten steht es 39:13. Gasly hat also gerade mal ein Drittel der Punkte seines Boxennachbarn. Wenn sich Gasly jetzt nicht langsam zusammenreißt, wird er gnadenlos gebügelt. Von daher ist das „gute“ Ergebnis wichtig. Lob aus der Chefetage gab es ebenfalls.

Bild: Daimler

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