Die Verlierer in Bahrain 2019: Ferrari, Vettel, Haas, Renault

Grand Prix Bahrain 2019 Ferrari-Box

Vorbei ist das zweite Rennen, schon gibt es das zweite Mal anno 2019 einige Verlierer. Gar nicht gefallen in Bahrain 2019 haben mir Ferrari und Vettel, Pierre Gasly, Daniel Ricciardo sowie Haas, Renault und Williams.

Was für ein Rennen. Bahrain hatte alles. Dominanz (Leclerc und Ferrari), Dramen (Leclerc und Ferrari, Renault), große Sieger (Leclerc, Hülkenberg, Norris) – sowie viele Verlierer. Allen voran: Ferrari. Schnellste in allen Trainings, Schnellste im Qualifying, Schnellste im Rennen. Aber kein Sieg. Ein Zylinder muckte, Leclerc war wehrlos. Hamilton, Bottas und Mercedes waren prompt zur Stelle und sahnten ab. Dennoch ein verdienter Sieg für Silber, auch wenn ich zugegeben erst anders dachte. Doch Mercedes hat einen Renner, der zuverlässig ist. Ferrari nicht. Sieg verdient gewonnen bzw. verloren? Irgendwie schon. Nur schade für Charles Leclerc, der in Bahrain stärker als die Wüstensonne schien.

Fakt ist: Ferrari dominierte in „al-Bahrain“ (zu Deutsch: „die zwei Meere“), wie das eigentlich schon in Melbourne erwartet war. Nur: In Australien hinkten die Roten warum auch immer ihrer Pace böse hinterher, in Bahrain war man plötzlich wieder in der Spur. Das Maß der Dinge. Doch wenn die Technik nicht hält, hilft das schnellste Auto nichts. Ist halt so. Wobei man Charles zugute halten kann und muss, wie er mit dem Debakel umging. Kein Geheule, kein Gezicke, kein Rumgehacke auf Ferrari. Das war – weltmeisterlich.

GP Bahrain 2019: Warum Vettel der Verlierer ist

Weniger weltmeisterlich schaute hingegen Vettel beim GP Bahrain 2019 aus. Trotz oder vielleicht gerade wegen seiner vier Titel. Da kommt ein Jungspund, der gerade mal eine Saison hinter sich hat und fordert den Altmeister ganz cool heraus. Allein im zweiten Training konnte Seb die Bestmarke setzen. Sonst war Charles schneller. Immer. Überall. Vor allem im Rennen. Sebs schnellste Runde war fast 1,5 Sekunden langsamer als die 1:33,411, die Leclerc in den Wüstenasphalt brannte. Übrigens die schnellste Rennrunde überhaupt, weswegen Charly den neuen Extrapunkt kassierte und so immerhin 16 Punkte mit nach Hause nahm.

Seb sollte jedenfalls eines besonders wurmen: Wenn schon der eine Ferrari muckt, muss der andere zur Stelle sein. Vor allem dann, wenn ein Auto so klar überlegen ist. Auf Siegkurs. Doch Seb war nicht da. Im Gegenteil. Erst ließ er sich von Hamilton kassieren und drehte sich dabei – mal wieder. Dann fetzte es ihm auch noch den Frontflügel weg, weil der Dreher einen Bremsplatten und damit extreme Vibrationen auslöste. Diesen hielt das Material nicht stand, weswegen der Flügel spektakulär Ciao sagte. Sah toll aus im Fernsehen. Doch für Vettel hieß das: noch ein Boxenstopp, nur Platz fünf, magere zehn Punkte. Und das mit einem Siegerauto.

Die Verlierer-Teams: Renault, Haas, Williams

Wobei Ferrari nicht der einzige, dennoch der größte Verlierer war. Schließlich gibt es kaum mehr zu verlieren als einen Sieg. Gut, einen Titel. Der ist nach zwei Rennen aber noch weit weg. Wobei ein Sieg im zweiten GP durchaus auf dem Weg zu diesem geholfen hätte. Egal, neben Ferrari gab es in der Wüste weitere Looser. Stichwort Renault. Vier Rennen vor der Checkered Flagg standen beide schwarz-gelben Renner am Streckenrand. Quasi an gleicher Stelle. Kollision? Nee. Ricciardo rollte einfach saft- und kraftlos aus, was einen Defekt in der Elektronik vermuten lässt. Bei Hülk ging klar erkennbar der Motor hoch. Damit endete das Top-Rennen des Deutschen, dass diesen von Startplatz 17 bis auf Rang sechs spülte, in Qualm und Rauch. Puh…

Haas war ebenfalls nicht gut drauf. In der Quali rasten die neuerdings schwarz-goldenen statt grauen Boliden noch auf die tollen Startplätze sechs (Magnussen) sowie acht (Grosjean). Im Rennen ging dann nichts mehr. Grosjean war gleich am Anfang (unverschuldet) in einen Unfall verwickelt und gab später auf. Magnussen fiel Runde für Runde zurück. Nach dem Rennen hieß es vom Dänen, dass er null Grip und eine schlechte Top Speed hatte. So fuhr die Konkurrenz Kreise um den Haas. Zu Williams muss ich hingegen kaum noch was sagen. Das einstige Weltmeisterteam ist das neue Minardi. Traurig, aber wahr. Schlimmer noch: Kubica schimpft über zwei komplett unterschiedliche Boliden, die trotz gleicher Abstimmung große Unterschiede zeigen. Woran das liegt, weiß Williams nicht. Das sagt wohl alles.

GP Bahrain 2019: Gasly, Ricciardo, Giovinazzi

Ein paar Fahrer haben sich ebenfalls in der Riege der Looser klassiert. Zuerst Gasly. Der Franzose schaffte es in Bahrain zugegeben erstmals in die Punkte – als Achter. Für einen Red Bull zu wenig. Zumal Verstappen in Australien Dritter und just in Bahrain erneut Vierter wurde. So steht es nach Punkten nun 27 zu 4 Punkten, für Verstappen versteht sich. Fakt ist: Gegen Max schaut Pierre alt aus. Und Red Bull ist nicht gerade für Geduld bekannt. Oder für Samthandschuhe.

Ein weiterer Verlierer ist für mich Ricciardo. Gegen unseren Hulk scheint der Aussie ebenfalls wenig gut drauf. Gut, für den Ausfall kann Ric nichts. Das geht auf Renaults schwarz-gelbe Kappe. Die falsche Strategie geht ebenfalls eher zu Renaults Lasten. Dennoch: Wenn ein Hülkenberg von 17 auf sechs vorfährt, dann sollte ein Ricciardo mit einem zehnten Startplatz doch zumindest vor seinem Teamkollegen liegen. Lag er aber nicht. Dennoch: Vom Dauergrinser aus Down Under erwarte ich mir im Laufe der Saison deutlich mehr. Ich schätze, zum Jahresende liegen Ric und Hulk auf Augenhöhe.

Last but not least in der Riege der Verlierer: Antonio Giovinazzi. Gegen Räikkönen – mittlerweile immerhin 37 (?) Jahre alt – sieht der junge Italiener kein Land. Von einem Ferrari-Junior sollte man doch eigentlich mehr erwarten können. Doch auch hier denke ich, dass wie 2018 bei Leclerc in ein paar Rennen der Knoten platzt. Vielleicht sollte der Jungspund mehr auf die Sauber- bzw. nun Alfa-Ingenieure hören? Möglich, dass das Problem aber auch ganz ein anderes ist.

Wer sind deine Verlierer des #BahrainGP? Lass’ es mich wissen…

Bild: Ferrari

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