Die Gewinner in Australien 2019: Bottas, Honda, Haas

GP Australien 2019 Valtteri Bottas

Das erste F1-Rennen 2019 ist Geschichte, als Sieger raste Valtteri Bottas über die Ziellinie. Doch nicht nur der stille Finne durfte sich in Down Under als Gewinner fühlen. Sondern auch Honda, Haas, Russel, Stroll oder Hülkenberg.

Keine Frage: Der große Sieger in Australien heißt Valtteri Bottas. Basta. Sein Sieg in Down Under war blitzsauber, absolut kontrolliert und finnisch-cool nach Haus gebracht. Der Grundstein für den Sieg war natürlich der Start, bei welchem der Mercedes-Pilot seinen Teamkollegen Lewis Hamilton eiskalt ausbeschleunigte. Danach war der Australien Grand Prix 2019 die reinste Bottas-Show. Bis auf zwei gehen alle Führungsrunden an den Finnen. Die schnellste Rennrunde holte sich der WM-Dritte von 2017 ebenfalls. Dank dem neuen Extrapunkt gehen somit 26 Punkte auf das Konto des Finnen – Rekord.

Fazit: Bottas hat in Australien alles richtig gemacht. Nach 2018 – kein einziger Sieg, während Hamilton elf (!) Rennen gewann – muss dieser Triumph dem Finnen runtergehen wie Öl. Was hatte die Presse Bottas letztes Jahr zerrissen. Der Finne verdiene das silberne Cockpit nicht, spätestens 2020 nimmt ihn Ocon den Platz weg. Selbst in Australien kam aus mancher Ecke gleich wieder Schelte. Altmeister Jacques Villeneuve schrieb den Nordmann bereits ab, weil dieser seinen Renner nur auf Startplatz zwei stellte. Nur? Also bitte. Startplatz zwei ist erste Reihe. Valtteri lag gerade mal eine Zehntel hinter der Pole-Zeit von Hamilton. Und jeder weiß, wie schnell Lewis vor allem auf einer Runde ist.

Der Start war der Schlüssel zum Sieg

Am Start gab Bottas finnisch-cool die Antwort. Während Hamiltons Räder auf dem australischen Asphalt durchdrehten, zog der „nur“ Zweite am Polesetter vorbei. Bamm, Führung. Genauso cool baute Bottas seinen Vorsprung Runde um Runde aus. Als dann Ferrari Vettel reinholte und Mercedes prompt konterte, legte Bottas erst richtig los. Zeitweise lag er 35 Sekunden vor Hamilton, im Ziel schließlich knappe 21 Sekunden. Gut, mittlerweile hat Mercedes enthüllt, dass Hamiltons Bolide ein Loch im Unterboden hatte. Dennoch behaupte ich: Valtteri hätte in Down Under so oder so gewonnen. Der Kerl hat seinen Kopf einen fetten Reset verpasst. Wie? Keine Ahnung. Nach der bösen Schlappe 2018 sehen wir diese Saison jedenfalls wie angekündigt einen neuen Bottas. Mit Bart, Bleifuß und Siegeswillen. Ob es so bleibt?

Spannend dürfte obendrein die Frage sein, ob Hamiltons bis dato gutes Verhältnis zu seinem „Wingman“ so gut bleibt, wenn dieser in der WM tatsächlich zur Gefahr mutiert. Ich drücke dem Finnen die Daumen. Mach’ Lewis Konkurrenz! Mach’ den Rosberg! Gib Gummi!

Wer sonst noch in Australien „gewonnen“ hat

Und sonst? Honda trumpfte in Down Under ebenfalls mächtig auf. Wie Bottas zerrissen Presse, Team, Fahrer – ich sag’ nur Alonso und GP2-Motor – sowie Fans die Japaner. Öffentlich. Und das seit deren Wiedereinstieg bei McLaren anno 2015. Mit Toro Rosso ging es letztes Jahr schon dezent bergauf. Pierre Gasly schaffte gleich im zweiten Rennen Platz vier und damit das beste Ergebnis seit dem Honda-Comeback. Zwar musste die Toro Rossos 2018 Strafen ohne Ende einstecken, dafür entwickelte Honda wie blöde. Das hat sich gelohnt, wie Red Bull und Verstappen beim GP Australien 2019 zeigten: Platz drei und das erste Podest seit 2008. Damals fuhr Rubens Barrichello in Silverstone ebenfalls auf Platz drei.

Ganz nebenbei führte Honda – wenn auch nur zwei Runden – mit Verstappen das Rennen sogar kurzzeitig an. Das gab es zuletzt 2008 in Kanada, auch da saß Barrichello am Volant. Davon ab dominierte Honda die Top Speed. Drei Fahrer der ersten vier hatten in Australien Honda-Power im Heck: Pierre Gasly (321,9 km/h), Max Verstappen (319,9 km/h) sowie Daniil Kwjat (319,8). Der Russe teilte sich Rang drei übrigens mit Lance Stroll im Racing Point (Mercedes). Respekt.

Apropos Kwjat: Der 2018er Simulatorfahrer von Ferrari feierte in Australien ein gelungenes Comeback. Rang zehn vor Pierre Gasly im (eigentlich) überlegenen Red Bull, nicht schlecht. Auch Stroll hat mir gefallen. Im Qualifying unterlag der Kanadier (nicht überraschend) Perez, im Rennen dann Rang neun und zwei Punkte. Über die Saison sehe ich aber eher Perez vorn.

Russel, Norris, Hülkenberg, Haas, Magnussen

Ansonsten haben mir die zwei Rookies Russel und Norris gefallen. Norris stellte seinen McLaren prompt auf Startplatz acht. Im Rennen ging der junge Brite zwar unter, aber Startplatz acht ist top und war von einem McLaren eigentlich nicht zu erwarten. George Russel konnte im Williams zugegeben keine Glanzlichter setzen, hatte aber Robert Kubica klar im Griff. Und zwar das ganze Wochenende. Ob sich Robert mit seinem Comeback wirklich einen Gefallen getan hat? Obendrein bei Williams? Mmh…

Nico Hülkenberg holte im R.S.19 raus was ging und bewies einmal mehr seinen Ruf als Punktegarant. Über Platz sieben und damit sechs Punkte nach einem schlechten Qualifying mit technischen Problemen kann man jedenfalls nicht meckern. Dass Hülk und Renault allerdings hinter dem Haas-Team liegen, dürfte weder dem Deutschen noch den Franzosen schmecken. Haas zeigte in Australien klar als vierte Kraft auf. Für eine kleine Truppe absolut top. Ohne den Ausfall von Grosjean hätte man sogar wohl beide Autos vor Renault ins Ziel oder zumindest in die Punkte gebracht. Das es wieder ein Desaster beim Boxenstopp gab, kann die gute Form der Amis aber nicht schmälern. Zumal Magnussen keine Fehler machte und Platz sechs nach Hause fuhr. Über die Saison sollte Renault Haas jedoch auf- und vor allem überholen. Ansonsten fährt Renault seinem großen Plan hinterher…

Wer sind deine Gewinner des #AustralianGP2019?

Bild: Daimler

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