GP Aserbaidschan 2019: Sieg und WM-Führung für Bottas

GP Aserbaidschan 2019: Sieg und WM-Führung für Bottas

Letztes Jahr der tragische Held, dieses Jahr quasi die Wiedergutmachung: Valtteri Bottas gewann den GP Aserbaidschan 2019 vor seinem Teamkollegen Lewis Hamilton. Sebastian Vettel wurde Dritter.

Erst Pole Position, dann Sieg: Valtteri Bottas triumphierte in Baku und holte sich damit quasi den Sieg zurück, den ihm 2018 ein geplatzter Reifen kurz vor Schluss raubte. Mehr noch: Lewis Hamilton beendete den GP Aserbaidschan auf Platz zwei. Mercedes feierte damit im vierten Rennen den vierten Doppelsieg. Neuer Rekord! Ferrari war hingegen keine große Gefahr. Tatsächlich hatten die Roten im Rennen nicht viel zu melden. Auch sonst war das Rennen im engen Baku – die schmalste Stelle des Stadtkurses misst gerade mal 7,6 m – dieses Jahr furchtbar unspektakulär. Man könnte auch sagen: langweilig.

GP Aserbaidschan 2019: Bottas gewinnt Start

Der erste der wenigen Aufreger in Baku war der Start. Bottas kam weniger gut weg als Hamilton, womit die beiden Silberpfeile Rad an Rad in die ersten zwei Kurven gingen. Doch der Finne blieb außen auf dem Gas – und damit vorn. So führte Bottas nach der ersten von 51 Runden vor Hamilton, Vettel, Perez, Verstappen, Norris, Kwjat, Sainz, Ricciardo sowie Leclerc. Perez, Norris, Sainz und Ricciardo hatten übrigens jeweils einen Platz gut gemacht. Kwjat hingegen einen, Leclerc sogar zwei verloren. Doch der Monegasse gab munter Gas. In Runde drei war Ricciardo fällig, eine Runde später Kwjat. Parallel schnappe sich nun auch Stroll Ricciardo. Leclerc wiederum eine Runde danach Sainz, während Albon Kwjat überholte.

In Runde sechs holte sich Verstappen von Perez den vierten Platz zurück. Bottas brannte derweil eine neue Bestzeit in die Bahn: 1:47,550. Eine Runde später schnappte sich Leclerc Perez, Gasly wiederum Hülkenberg. Räikkönen bog derweil in die Box ab. Den ersten Stopp hatte allerdings in Runde fünf schon Kwjat absolviert. Anfangs der achten Runde holten sich Magnussen und Giovinazzi frische Gummis. In Runde neun attackierte Sainz seinen Teamkollegen und war vorbei. Hülk wechselte seine Soft gegen Medium.

Nur eine Runde später kassierte Leclerc Verstappen und war damit Vierter. Gasly machte es dem Monegassen nach und schnappte sich Stroll. Der bog allerdings prompt in die Box ab, ebenso wie Perez und Ricciardo. Vettel folgte eine Runde später. Grosjean überholte derweil Albon, Kwjat wiederum Kubica. in Runde 13 wechselten Bottas, Sainz sowie Albon auf Medium. Hamilton machte es dem Trio eine Runde später nach. Plötzlich lag Leclerc beim GP Aserbaidschan 2019 in Führung.

GP Bau 2019: Durchfahrtsstrafe für Kubica

Gleichzeitig bekam Kubica eine Drive Through Penalty. Der Pole war aus der Boxengasse gestartet, stand allerdings zu früh in der Boxenausfahrt. Williams bekleckert sich 2019 wahrlich nicht mit Ruhm. In Runde 15 besuchte Verstappen seine Red Bull-Mannen in der Box, Perez kassierte Grosjean. Ein Viertel des Rennens war rum. Leclerc führte weiterhin vor Bottas und Hamilton. Dahinter: Vettel, Gasly, Verstappen, Perez, Grosjean, Norris, Sainz. Eine Runde später setzte Hamilton mit 1:46,588 eine neue Bestmarke, Norris und Ricciardo schnappten sich Grosjean bzw. Russel.

Nun gab Hamilton Gas, mit einer 1:46,246 setzte der Champ eine neue Bestzeit. Währenddessen kassierte Verstappen Gasly, Sainz wiederum Grosjean. Beide hatten allerdings den Vorteil frischer Walzen. Jetzt drehte Bottas auf und markierte in Runde 18 eine 1:46,087. Doch Hamilton konterte prompt. Erst mit einer 1:45,683, eine Runde später mit einer 1:45,570. Doch Verstappen war noch mal einen Wimpernschlag schneller: 1:45,569. Und der Niederländer ließ nicht locker: In Runde 22 folgte eine 1:45,529. Mittlerweile war das Feld übrigens geschlossen auf dem Medium unterwegs.

Kurz vor Halbzeit: Verstappen brannte eine 1:45,387 in die Bahn. Eine Runde später ging Kubica in die Box. In dieser 25. Runde stand außerdem Grosjean plötzlich im Notausgang. Der Franzose leistete sich auf alten Gummis einen Verbremser, der ihn etliche Plätze kostete. Vorn führte hingegen nach wie vor Leclerc vor Bottas und Hamilton. Dahinter: Vettel, Verstappen, Gasly, Perez, Norris, Sainz, Kwjat. Munterer ging es im Mittelfeld zu. Hülk und Giovinazzi kassierten Grosjean im Paarflug, kurz darauf schnupfte der Italiener den Deutschen. Grosjean verlor derweil einen weiteren Platz an Albon. In Runde 27 musste sich Magnussen Räikkönen beugen, ebenso wie Hülk Albon.

GP Aserbaidschan 2019: Bottas vs. Leclerc

An der Spitze holten derweil die Silberpfeile Sekunde um Sekunde auf. Kein Wunder, Leclerc war nach wie vor auf seinem ersten Satz Medium unterwegs. In Runde 29 gab Mercedes schließlich Bottas die Erlaubnis zum Angriff. Der Finne gab jetzt richtig Gas und verkürzte den Abstand Kurve um Kurve. Innerhalb von nur drei Runden war Bottas im DRS-Fenster, in Runde 32 folgte die Attacke. Mercedes war wieder in Führung.

In der gleichen Runde gab es auch den kuriosesten Zwischenfall beim GP Aserbaidschan 2019. Ricciardo versuchte Kwjat auszubremsen, schlitterte allerdings in den Notausgang. Der Russe bekam daher die Kurve nicht vor und stand vor der Bande – im Heck von Ricciardo. Ricciardo übersah den Toro Rosso in de Hektik, legte den Rückwärtsgang ein und krachte in den Toro Rosso. Verstappen bekam davon nichts mit und knallte eine 1:45,051 in den Baku-Asphalt. Eine Runde später kassierte Hamilton Leclerc, während Rückwärts-Crasher Ricciardo seinen Renault in der Box abstellte.

Kurz darauf war auch Vettel an Leclerc vorbei und damit wieder Dritter. Verstappen drehte derweil die nächste schnellste Runde: 1:45,046. Dann kam Leclerc endlich an die Box und wechselte seine Medium gegen Soft. Ebenfalls in Runde 35 rollte Kwjat an die Box, Aus. Sein Bolide zeigte im Unterboden ein großes Loch vom Unfall mit Ricciardo. Der Australier muss für seinen Rempler in Spanien übrigens drei Startplätze nach hinten, zwei Strafpunkte gab es als Zugabe. Kurz ließ sich Hülkenberg neue Gummis anschnallen. Leclerc wiederum schnappte sich Gasly.

Baku 2019: Gasly löst virtuelles Safety Car aus

Das nächste Drama folgte in Runde 39: Gasly stellte seinen Red Bull im Notausgang ab. Der Funkspruch „I lost power“ ließ zuerst Motorprobleme vermuten, später gaben die Bullen ein Defekt an der Antriebswelle bekannt. Die Rennleitung löste jedenfalls das virtuelle Safety Car aus. Schon gab es den nächsten Ausfall: Grosjean stellte seinen Haas ab. Das virtuelle Safety Car dauerte jedenfalls nicht lang, schon in Runde 41 gab es die grüne Flagge.

Noch zehn Runden. Bottas führte wie gehabt vor Hamilton und Vettel. Ebenfalls in den Top 10: Verstappen, Leclerc, Perez, Sainz, Norris, Stroll – und Räikkönen. Der Finne hatte wegen einem zu biegsamen Frontflügel seinen neuen Startplatz verloren und war aus der Box gestartet. Mittlerweile kurvte der Iceman mit seinem Alfa Romeo aber schon wieder auf Platz zehn durch Baku. Hamilton schimpfte hingegen am Funk, hinter dem virtuellen Safety Car Zeit verloren zu haben. Tatsächlich lag der Brite plötzlich drei Sekunden hinter Bottas. Der Finne brannte zudem eine neue schnellste Runde in den Asphalt: 1:44,488. Doch Hamilton drehte ebenfalls prompt wieder auf und setzte eine 1:44,166. So betrug dessen Abstand auf Bottas drei Runden vor Schluss nur noch eine Sekunde.

Kurz zuvor holte Ferrari Leclerc an die Box und verpasste dem Monegassen einen Satz brandneuer Soft. Keine Frage: Die Roten wollten den Zusatzpunkt. Hamilton jedenfalls war nur noch acht Zehntel hinter Bottas. Auf Start-Ziel konnte der Brite DRS nutzen, kam aber nicht nah genug für einen Überholversuch. Stattdessen stellte Bottas eine neue Bestzeit auf: 1:44,024. Hamilton machte zudem einen kleinen Fehler und musste auf 1,5 Sekunden abreißen lassen. Letzte Runde: Hamilton war zu weit weg, dafür hatte Bottas Russell vor sich. So bekam der Finne auf der Geraden Windschatten und konnte selbst DRS nutzen. Schon fiel die schwarz-weiße Flagge. Zuvor setzte Leclerc mit einer 1:43,009 noch einen neuen Streckenrekord.

Baku: Bottas übernimmt wieder WM-Führung

Bottas übernimmt mit nun 87 Zählern wieder die WM-Führung und liegt damit einen Punkt vor Hamilton (86). Vettel mit 52 Punkten hinkt bereits deutlich zurück, findet sich nun aber immerhin auf Platz drei vor Verstappen (51) wieder. Die WM scheint derzeit jedenfalls eher Mercedes-intern ausgetragen zu werden. In der Konstrukteurs-WM hat Mercedes sogar deutlich Vorsprung auf Ferrari. Hier steht es nun 173 zu 99 für die Silbernen. Red Bull auf Platz drei kommt auf 64 Zähler.

Das nächste Rennen ist am 12. Mai mit dem GP Spanien angesetzt.

Bild: Daimler

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