Hockenheim 2019 II: Müller gewinnt vor Rast und sichert sich Vizetitel

Hockenheim 2019 II: Müller gewinnt vor Rast und sichert sich Vizetitel

Die „Schlacht“ um den Vizetitel ist entschieden: Müller sicherte sich mit einem Sieg beim Sonntagslauf in Hockenheim 2019 den zweiten Platz hinter Rast. Dabei musste sich der Schweizer gegen den Champion erwehren.

Gestern pfui, heute hui: Das Credo passt durchaus zu Nico Müller. Denn gestern patzte der Schweizer auf ganzer Linie: Mehr als P17 sprang im Samstag-Lauf zum Saisonfinale in Hockenheim nicht heraus. Heute machte es der Audi-Mann besser. Den Grundstein legte Müller bereits im Qualifying. Rockenfeller sicherte sich zwar die Pole, Müller aber parkte gleich auf P2. Wegen einer Strafe für Rockenfeller (+ 5 Startplätze) rückte der Schweizer sogar auf die Pole vor. Dahinter: Glock als bester BMW. Die Top 10 der Startaufstellung hieß jedenfalls Müller vor Glock und Green (Audi), Eriksson (BMW), Rockenfeller (Audi), Wittmann, Eng (jeweils BMW), Rast, Frijns und Duval (jeweils Audi). Der beste Aston Martin stand mit Dennis auf P11.

Das Rennen fiel sprichwörtlich ins Wasser. Regen in Hockenheim. Das erinnerte an den 2019er Auftakt, den Wittmann gewann. Ein gutes Omen für den BMW-Mann? Den Start gewann erst einmal Müller. Doch dessen Spurt fand schnell ein Ende. Aberdein kollidierte mit dem Lexus von Nick Cassidy, worauf der Super GT in die Mauer schlitterte. Außerdem brannte plötzlich der Aston Martin von Juncadella. Dessen Markenkollege di Resta war sogar schon in der Einführungsrunde zum Sonntagslauf in Hockenheim 2019 ausgerollt. Die Rennleitung schickte zuerst das Safety Car auf die Strecke, kurz darauf brach man das Rennen komplett ab.

Hockenheim 2019 Sonntag: Zweiter Start…

Nach zehn Minuten Pause gab es den (fliegenden) Neustart. Größter Nutznießer: René Rast, der es beim ersten Start bis zur Spitzkehre von acht auf zwei geschafft hatte. Müller gewann jedenfalls auch den zweiten Start. Dahinter: Rast, Rockenfeller, Glock und Eng. Dem Schweizer auf P5 brummten die Stewards allerdings eine Durchfahrtsstrafe auf. Grund: Müller hatte – wie Fittipaldi, der ebenfalls eine Drive Through erhielt – die 3-Minuten-Regel gebrochen. Diese besagt, dass ein Bolide drei Minuten vor dem Start vom Wagenheber gelassen und alle vier Räder angeschraubt sein müssen. Weder Eng noch Fittipaldi hatten dieser Regel beim Neustart entsprochen.

Zurück zum Rennen: Schon in Runde vier absolvierten die ersten Fahrer ihren Pflichtstopp. Rast wiederum wagte so manche Attacke auf Müller, kam aber nicht am Schweizer vorbei. Wittmann lag mittlerweile auf P4, bog in Runde fünf aber ebenfalls schon zum Service ab. Seine Crew war leider etwas zu schnell: Beim Losfahren kollidierte Wittmann sanft mit Aberdein. Der Unsafe Release brockte dem BMW-Mann eine Drive Through ein. Damit war das Rennen für Wittmann gelaufen. Eine Runde später kam Müller in die Box, dessen Stopp mit 9,3 Sekunden ebenfalls nicht optimal lief. Rasts Overcut war schneller, der 2019er Champ stand nur 7,2 Sekunden. Und tatsächlich kam Rast vor Müller zurück auf die Strecke.

Hockenheim: Müller kämpft Rast nieder

Wieder spielte Müller das Glück in die Hände: Rasts zweiter Reifensatz war eher von der schlechten Sorte. In Runde acht kam es zum Showdown: Rasts Audi untersteuerte, der Champ kam von der Ideallinie ab – Müller war vorbei. Nur eine Runde später verlor der neue DTM-Meister einen weiteren Platz an Rockenfeller. Von hinten nahte zudem Glock mit den berühmten Sieben-Meilen-Stiefeln.

In Front lag Müller beim Sonntagslauf in Hockenheim 2019 aber noch nicht. Stattdessen führte Green das Sonntags-Rennen an. Allerdings war der Brite – wie Aberdein auf P2 – noch nicht in der Box, musste also noch seinen Pflichtstopp absolvieren. Diesen zögerte das Duo bis zur letzten Runde hinaus, in Runde 26 war es dann aber doch so weit. Greens Stopp dauerte 7,6 Sekunden, auf die Strecke kam der Brite knapp vor Glock. Der Deutsche hatte jedoch warme Reifen und eroberte so prompt P4. Auf das Podium schaffte es der Ex-F1-Fahrer aber leider nicht mehr. So querten schließlich Müller, Rockenfeller und Rast als erste die Ziellinie. Dahinter: Glock, Green, Eriksson, Frijns, Dennis, Spengler und Duval. Mit seinem dritten Saisonsieg 2019 – nach dem Lausitzring am Samstag sowie in Misano am Sonntag – sicherte sich Rast den Titel des DTM-Vizemeisters.

Dream-Race DTM und Super GT in Fuji

Bester Super GT war übrigens wie schon gestern Jenson Button auf Honda. Kleines Aber: Mehr als P16 sprang für den 2009er F1-Weltmeister am Sonntag nicht heraus. Die japanischen Boliden hatten im Regen böse mit den Hankook-Reifen zu kämpfen. Die Super GT setzt im aktuellen Jahr hingegen auf gleich vier Hersteller: Bridgestone, Michelin, Yokohama sowie Dunlop. Apropos: Am 22. bis 24. November starten DTM und Super GT – und damit sechs Marken – zusammen in Fuji.

In der DTM sind jedenfalls alle Titel vergeben. Rast ist Champion, Audi gewinnt sowohl Team- wie Herstellertitel. Apropos Audi: Die Ingolstädter siegten 2019 in zwölf der 18 Rennen. Neuer Rekord. Glückwunsch!

Bild: Audi / Michael Kunkel – Video: YouTube / DTM

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