Brands Hatch 2019 I: Marco Wittmann feiert Pole & Sieg

Brands Hatch 2019 I: Marco Wittmann feiert Pole Position & Sieg

Heimspiel für Aston Martin in Brands Hatch 2019. Prompt wusste der Neueinsteiger zu glänzen: Paul di Resta führte das erste Rennen etliche Runden an. Der Sieg ging dann aber doch an Marco Wittmann und BMW.

Die DTM gastiert dieses Wochenende in Brands Hatch. Logo, dass damit Einsteiger Aston Martin sein Heimspiel feiert. Bei diesem wussten sich die grauen Renner prompt in Szene zu setzen. Die Pole ging zwar an Wittmann im BMW, der beste Aston Martin parkte aber schon auf P4. Die Top 10 beim ersten Lauf in Brands Hatch 2019: Wittmann (BMW), Rast (Audi), Duval (Audi), di Resta (Aston Martin), Frijns (Audi), van der Linde (BMW), Dennis (Aston Martin), Müller (Audi), Glock (BMW), Juncadella (Aston Martin). Drei „Graue“ in den Top 10, wer hätte das gedacht? Respekt! Eng stellte seinen M4 nur auf P11, Spengler seinen auf P14. Fittipaldi sowie Eriksson nahmen gar nicht am Rennen teil. Der Erste hatte einen bösen Abflug im Qualifying, der Zweite Ärger mit dem Getriebe.

Brands Hatch I: Paul di Resta mit Raketenstart

Beim Start preschte di Resta prompt vor, Führung für Aston Martin. Dennis hingegen hatte weniger Glück. Eine Berührung mit Glock schickte den Briten in die Boxenmauer, dabei ging der Heckflügel entzwei. Das Aus folgte nur eine Runde später. Das Replay verriet allerdings Juncadella als Schuldigen. Dieser klemmte Glock zwischen sich und Dennis ein, worauf der Deutsche in den Briten krachte. Glock konnte zwar weiterfahren, war aber nur noch 14. Davon ab war sein BMW arg beschädigt. Juncadella erhielt für den Rempler später eine Drive Through Penalty.

Wittmann jagte jedenfalls di Resta, dessen Aston Martin in Brands Hatch scheinbar fliegen konnte. Vorbei kam der Deutsche am Schotten daher nicht. Nach ein paar Runden dann der Schock: di Resta erhielt eine 5-Sekunden-Strafe. Frühstart. Videos zeigten jedoch eher einen Raketen- statt Frühstart. Eine Fehlentscheidung? Nein, auf einem Movie der Rennleitung war tatsächlich ein Anrollen des Schotten zu sehen. Di Resta musste jedenfalls bei seinem Stopp fünf Sekunden absitzen. Die Stopps eröffneten übrigen schon Ende der sechsten Runde Green und Aberdeen. Di Resta und Wittmann trennten zu der Zeit gerade mal 0,2 Sekunden. Eine Runde später rollte Juncadella durch die Box, der Spanier büßte seine Strafe für den Glock-Dennis-Rempler ab. Glock überholte derweil Spengler, P10.

Brands Hatch 2019 I: di Resta schnellster Mann

Eine Runde später kam Habsburg an die Box, doch dessen Stopp war das reinste Desaster. Das automatische Liftsystem versagte, mit dem manuellen Wagenheber hatte die Crew ebenfalls böse Probleme. Schnellster auf der Strecke war zu der Zeit übrigens di Resta, der Schotte brannte Topzeiten in den Asphalt. Ende der zwölften Runde besuchte Müller seine Box. Wenig später schnupfte Rast Duval, P3. Ende Runde 14 bog Wittmann zum Service ab. Der Deutsche stand 6,1 Sekunden, zurück auf der Strecke war der BMW-Mann Elfter. Doch Wittmanns Gummis waren kalt, weswegen Green den Deutschen prompt überholen konnte.

Eine Runde später rollten Rast, Duval sowie Glock als Trio an die Boxen. Rast kam vor Wittmann wieder raus. In der legendären Paddock Hill Bend ging es jedoch heiß her. Green wollte seinen Markenkollegen Rast vorbeilassen, rutschte dabei aber von der Strecke. Wittmann nutzte die Lücke und schlüpfte geschwind zwischen beiden Audis durch. So war Wittmann wieder vorn. Ende der 16. Runde kam di Resta zum Service. Zuvor saß der Schotte seine fünf Sekunden ab. Parallel war Rockenfeller in der Box. Wittmann war nun Sechster, bereinigt sogar Erster. Denn die Top 5 – Frijns, Eng, van der Linde, Spengler sowie Juncadella – hatten ihren Pflichtstopp noch vor sich. Ende der 17. Runde kam Juncadella an die Box, Duval wiederum kassierte Green auf P8. Eine Runde später stoppte van der Linde, während Rockenfeller Green überholte. Auch Rast hatte eine Position an Müller verloren.

Brands Hatch Lauf I: Wittmann auf dem Weg zum Sieg

In Runde 20 schnappte sich Wittmann dank frischer Reifen Spengler auf P3. Kurz darauf war Rast erst an Müller, dann am Kanadier vorbei. Frijns führte weiterhin vor Eng, beide mussten allerdings noch zum Service. Tatsächlich schienen die Gummis am Ende, in Runde 22 musste Spengler – ebenfalls noch ohne Stopp – Duval und Rockenfeller quasi im Paarlauf ziehen lassen. Eine Runde später holte sich der Kanadier endlich frische Schlappen ab. Di Resta jagte derweil Green, bei dem mittlerweile zwei Stopps wahrscheinlich waren. Kurz darauf konnte der Schotte den Engländer knacken, P8. Eine Runde später kamen Frijns und Eng zum Reifenwechsel. Der Erste fiel auf P7 zurück, der Zweite auf P11.

Nun führte wieder Wittmann. 5,4 s Sekunden dahinter: Rast. Frijns auf frischen Gummis jagte bereits wiederum di Resta auf P6. Ende der 28. Runde besuchte Habsburg zum zweiten Mal sein Box. Rast hingegen holte auf und lag nur noch 5,1 Sekunden zurück. Kurz darauf kam Green wie erwartet zu seinem zweiten Stopp rein. Zurück auf der Strecke lag der Brite nun auf P14, hatte dafür aber frische Walzen auf den Achsen. Eng zeigte wenig später wohl das Überholmanöver des Rennens: Außen in Druids ging der Deutsche an die Resta vorbei, P7.

Brands Hatch: Rast jagt Wittmann ins Ziel

Zur selben Zeit endete die Aufholjagd von Rast, der Abstand auf Wittmann betrug wieder 5,4 Sekunden. Dafür kassierte Frijns Rockenfeller auf P5, kurz darauf obendrein Duval auf P4. Rockenfeller musste sogar noch Eng vorbei lassen. Di Resta schien ebenfalls in Not, van der Linde hing dem Schotten direkt im Heck. Zur 40. Runde war der Südafrikaner vorbei. Eine Runde später büßte di Resta zwei weitere Plätze an Aberdeen sowie Juncadella ein. Kurz darauf stellte der Schotte seinen Aston Martin an der Box ab, Aus.

Dann war die Zeit rum. Doch was war das? Rast lag plötzlich nur noch 1,4 Sekunden hinter Wittmann. Dessen Reifen mussten komplett im Eimer sein. Die letzte Runde wurde zum Nervenkitzel. Rast holte mit den sprichwörtlichen Sieben-Meilen-Stiefeln auf. Zur letzten Kurve hing der Audi dem BMW direkt im Auspuff. Doch Wittmann rettete sich auf letzter Rille über die Ziellinie, nur 0,3 Sekunden vor Rast. Saisonsieg Nummer vier nach Assen I, Misano I und Hockenheim I.

Brands Hatch 2019 I: Wittmann holt auf…

Müller querte übrigens hinter Wittmann und Rast als Dritter die Ziellinie. Ebenfalls in den Top 10: Frijns, Duval, Eng, Rockenfeller, van der Linde, Aberdein und Juncadella. In der Meisterschaft macht Wittmann dank seinem Sieg acht Punkte auf Rast gut. Dieser liegt nach wie vor mit 178 Zählern auf Platz eins, dahinter auf zwei Müller mit 151 Punkten. Wittmann hält bei 146 Punkten. Bei den Herstellern schaut es immer besser für Audi aus. Die Ingolstädter führen mit 634 Punkten deutlich vor BMW (409) sowie Aston Martin (38).

Sieger Marco Wittmann:
„Für mich war es wieder ein perfekter Samstag. Pole, Sieg und volle Punktzahl – das ist grandios und eher eine Seltenheit. Heute ging es bei den Bedingungen zwischen nass und trocken schon im Qualifying darum, einfach das Beste daraus zu machen. Auch kurz vor dem Rennstart regnete es wieder leicht. Aber wir haben die Nerven bewahrt und den richtigen Job gemacht. Wir konnten einen Vorsprung herausfahren, diesen dann verwalten und den Sieg holen. Ich bin überglücklich.“

Bild: BMW – Video: YouTube / DTM

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