Assen 2019 II: Rockenfeller siegt, Aufholjagd von Wittmann

DTM Assen 2019 II: Rockenfeller siegt, furiose Aufholjagd von Wittmann

Pole und lange Zeit in Führung, doch die Reifen machten René Rast heute in Assen 2019 II einen Strich durch die Rechnung. Stattdessen gewann Mike Rockenfeller sein erstes Rennen seit Zandvoort 2017.

Was für ein Rennen in Assen. Die Pole auf dem TT Circuit holte sich am Sonntag René Rast. Dahinter: Aberdein – der damit nach Misano zum zweiten Mal aus der ersten Reihe startete -, Rockenfeller, Müller, Frijns. Als DTM-Fan merkst du prompt: Die Top 5 waren allesamt Audis. Erst auf P6 folgte mit van der Linde der erste BMW. Ebenfalls in den Top 10: Duval (Audi), Eng und Glock (jeweils BMW) sowie Fittipaldi (Audi). Der beste Aston Martin ging mit Juncadella von P14 ins Rennen. Samstags-Sieger Marco Wittmann konnte gar keine Zeit setzen und startete daher als Letzter. Wie Audi später verriet, gab es ein Problem mit dem Turbo.

Assen 2019 II: René Rast rast vorweg

Beim Start konnte Rast seine Pole verteidigen, Aberdein hingegen fiel von P2 auf P8 zurück. Wittmann machte es besser: Innerhalb von nur zwei Runden hatte sich der Sieger vom Samstag auf P11 vorgekämpft. Der BMW M4 schien wieder gut auf dem TT Circuit Assen zu funktionieren. Denn es ging weiter nach vorn: Nach sieben Runden lag der Deutsche auf P7.

Anfangs der siebten Runde kam Duval als Erster in die Box. Kleines Aber: Es standen noch 45 Minuten auf der Uhr. Ob die Reifen so lange halten würden? Duval jedenfalls war nach seinem Pflichtstopp Letzter, drehte dafür aber nun die schnellsten Runden. Zwei Runden später kam Spengler zum Reifenwechsel, der zuletzt auf dem Norisring seinen ersten Sieg seit langem feierte. In Runde zwölf folgte Green, in Runde 13 Eriksson, in Runde 14 Wittmann. Letzterer fiel damit wieder auf P15 zurück. Wieder eine Runde später stoppten Müller, van der Linde sowie Glock. Müllers Stopp war die reinste Katastrophe: Der Schweizer stand ganze 11,6 Sekunden und verlor daher gleich zwei Positionen.

TT Circuit Assen fordert Hankook-Reifen

Dann, wieder eine Runde später, rollten Rast, Frijns, Fittipaldi und Eng geschlossen im Quartett zum Reifenwechsel. In Runde 18 folgte schließlich Rockenfeller. Da zeigte die Uhr noch knapp 29 Minuten und somit Halbzeit. Die Top 5 hießen nun Aberdein, Juncadella, di Resta, Dennis sowie Habsburg. Allerdings hatten diese ihren Pflichtstopp noch vor sich. Bereinigt führte daher Duval (P6) vor Rast (P7), Wittmann (P8), Rockenfeller (P9) und Frijns (P10).

Duval bekam jedoch bereits Probleme mit den Reifen. Rast ging am Franzosen vorbei, kurz darauf auch Wittmann. In Runde 20 kam der führende Aberdein in die Box, gleichzeitig gaben sowohl Dennis wie Spengler das Rennen auf. Anfangs Runde 21 suchte Habsburg seine Box auf, eine Runde später di Resta, wieder eine Runde darauf Juncadella. Parallel holte sich zur 23. Runde di Resta frische Gummis ab – zum bereits zweiten Mal. Der Reifen vorn links sah recht mitgenommen aus, der TT Circuit Assen mutierte mehr und mehr zum Reifenkrimi.

Assen 2019 II: Rockenfeller gibt Gas

Das zeigte sich auch an der Spitze. Rast drehte derweil Zeiten um 1:29,3; Wittmann hingegen nur 1,30er. Rockenfeller auf P3 fuhr 1:29,5, holte also auf. „Rocky“ hing Wittmann daher schon bald im Heck. In Runde 26 ging der DTM-Meister von 2013 dann vorbei und übernahm P2. Abstand auf Rast: 5,2 Sekunden. Bei noch rund 15 Minuten Restzeit. Rasts Problem: Die Reifen des Führenden machten ebenfalls schon schlapp. So kam Rocky immer näher. Zur 28. Runde betrug Rasts Vorsprung nur noch 2,2 Sekunden, in nur drei Runden hatte Rockenfeller fünf Sekunden aufgeholt. Dann Runde 29 der Befehl für Rast: Box. Zuvor aber musste Rast Rockenfeller regelrecht vorbeiwinken, auch Wittmann holte auf. Eine Runde später fuhr der Favorit auf den 2019er Titel tatsächlich an die Box. Doch irgendwo hakte es, Rast stand 9,6 Sekunden. Zurück auf der Strecke war Rast nur noch 14. Immerhin: Es standen noch gut neun Minuten auf der Uhr und Rast hatte frische Gummis auf den Achsen.

Zuvor gab es jedoch gelb: Eriksson hüllte Start-Ziel spektakulär in eine Rauchwolke. Kapitaler Motorschaden. Doch der Schwede parkte seinen BMW an passender Stelle, schnell gab es wieder grün. Zur 31. Runde fasste Eng frische Reifen ab, während Rockenfeller 4,9 Sekunden vor Wittmann führte. Apropos: Rocky siegte letztmals beim zweiten Lauf in Zandvoort, also vor fast zwei Jahren. Derweil kam Müller immer näher an Wittmann ran, der Abstand betrug nur noch 1,2 Sekunden. Rennzeit: noch fünf Minuten.

Assen: Rockenfeller rettet Führung ins Ziel

Diese wurden noch mal richtig spannend. Zumal auch Rast wieder in den Punkten lag und die schnellsten Zeiten in Assen 2019 II fuhr. Wittmann hingegen schaffte nur noch 1,33er, war also nicht mehr wirklich schnell unterwegs. In der 35. Runde kassierte Juncadella Green, Rast wiederum Fittipaldi. Kurz darauf krallte sich Rast auch Green, das war P8. Noch eine Minute Fahrzeit. In dieser schnappte sich Rast di Resta, P7. Die Zeit war aus, Rockenfeller ging in die letzte Runde.

Frijns sowie Juncadella kämpften um Platz fünf, Rast machte kurzen Prozess – und überholte beide auf einen Streich. Sekunden später querte Rockenfeller (Audi) als Erster in Assen 2019 II die Ziellinie. Wittmann (BMW) rettete Platz zwei vor Müller (Audi), der zuletzt mit einem schleichenden Plattfuß zu kämpfen hatte. Dahinter: Aberdein (Audi), Rast (Audi), Frijns (Audi), Juncadella (Aston Martin), di Resta (Aston Martin), Green (Audi) und Fittipaldi (Audi). Wittmann holte also in Assen 2019 II als einziger BMW Punkte und zeigte obendrein eine furiose Aufholjagd vom letzten auf den zweiten Platz. Ebenfalls gut auf dem TT Circuit Assen dabei: die Jungs von Aston Martin, die mit Juncadella und di Resta gleich zwei Top 10-Plätze eroberten. Rockenfeller feierte jedenfalls in seinem 165. Rennen seinen erst sechsten DTM-Sieg.

DTM 2019: René Rast verliert Vorsprung…

O-Ton Rockenfeller:
„Heute ging es darum, schnell zu fahren und gleichzeitig die Reifen zu schonen. Es war schwierig zu fühlen, was die Reifen machen. Im zweiten Stint konnte ich sie gut managen und attackieren, aber es war alles andere als einfach. Danke an mein Team! Heute war ein perfekter Tag: Im Qualifying und im Rennen lief alles super. So kann man in der DTM gewinnen.“

In der Meisterschaft verliert René Rast übrigens erneut Punkte. Mit nun 158 Punkte liegt der Halbzeitmeister nur noch 22 Zähler vor Müller, der auf 136 Punkte kommt. Der Schweizer holte in Assen somit drei Zähler auf. Am meisten machte jedoch Wittmann gut, der dank seinem tollen zweiten Platz Rang drei erringt. Nach Zahlen liegt Wittmann mit 118 Punkten nun vor Eng, der auf 111 Zähler kommt. Sieger Rockenfeller folgt mit 98 Punkten auf Platz fünf. Bei den Herstellern steht es 576 für Audi, 406 für BMW sowie 37 für Aston Martin.

Das nächste Rennen steigt am 10. August im englischen Brands Hatch – Heimspiel für Aston Martin.

Bild: Audi / Michael Kunkel – Video: YouTube / DTM

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